ENGELBERG: Das Engelberger Skispringen ist bald unter neuer Führung

Komplimente von allen Seiten für den gelungenen Schanzenumbau darf OK-Präsident Ernst von Holzen entgegennehmen. Mit «gutem Gewissen» kann er deshalb das Präsidium in andere Hände legen.

Robert Hess
Drucken
Teilen
Fans jeden Alters kamen zahlreich zur umgebauten Grosstitlis-Schanze, um das Weltcup-Skispringen direkt zu verfolgen. Bilder: Robert Hess (Engelberg, 17. Dezember 2016)

Fans jeden Alters kamen zahlreich zur umgebauten Grosstitlis-Schanze, um das Weltcup-Skispringen direkt zu verfolgen. Bilder: Robert Hess (Engelberg, 17. Dezember 2016)

Ernst von Holzen gehörte 1994 zu jener Mannschaft, die den Neubeginn des grössten Wintersportanlasses der Zentralschweiz anpackte, heisst es im Programmheft 2016. Der langjährige OK-Präsident blickt zurück: «Hauptsache ist, auf ein gut eingespieltes OK und die vielen zuverlässigen Helferinnen und Helfer zählen zu können.» Besonders freut er sich, dass der Umbau der grössten Skisprunganlage der Schweiz so gut gelungen ist. «Und dass das Werk innerhalb des Kostenrahmens von 2,9 Millionen Franken realisiert werden konnte.»

In Sachen Nachfolge ist von Holzen fündig geworden – er konnte Ex-Talammann Martha Bächler, heute Geschäftsführerin der Standortpromotion in Obwalden, für die Aufgabe gewinnen. «Sie ist ein langjähriges OK-Mitglied, kennt die Verhältnisse bestens», sagte von Holzen.

Schlüsselpositionen bleiben unverändert

Sie habe vor ihrer Zusage mit mehreren OK-Mitgliedern in Schlüsselpositionen gesprochen, erklärte die designierte OK-Präsidentin, und habe die Zusage erhalten, dass diese im OK verbleiben. Ernst von Holzen habe mit dem Umbau der Schanze «hervorragende Arbeit geleistet». Nun gelte es, darauf aufzubauen und für ein gutes Teilnehmerfeld sowie viel Publikum zu sorgen, um für Engelberg zu werben, so Martha Bächler.

Ein weiterer Talammann, diesmal der amtierende Alex Höchli, hat das Wort. «Ich freue mich sehr, dass dieses Bauwerk nach langen und spannenden Monaten im schönsten Glanz dasteht. Zusammen mit mir freuen sich sicher alle Sportfans und das ganze Tal über den gelungenen Umbau.»

Neben dem «höchstgelegenen» Gemeindechef Höchli war auch der höchste Obwaldner Gast in Engelberg. Kantonsratspräsident Willy Fallegger betonte, es sei richtig und wichtig, dass sich neben der Gemeinde auch der Kanton und der Bund an der Finanzierung des Bauwerkes beteiligt hätten. Denn das Engelberger Skispringen sei ein Anlass mit Ausstrahlung in die ganze Welt. Er selber würde sich nie auf eine Sprungschanze wagen, obwohl er recht sportlich sei. Gäste auf die Sprungschanze zu führen, war dieses Wochenende auch eine Aufgabe für den früheren Hotelier Robi Infanger, der lange Zeit auch im OK war. Die Besucher seien beeindruckt von der imposanten Anlage, berichtete er.

Der frühere Geschäftsführer der Titlis-Bahnen, Albert Wyler, ist überzeugt, dass Engelberg auf «einem guten Weg» sei. Es sei für Engelberg sehr wichtig, auf die wechselnden Kundenbedürfnisse einzugehen und sich weiterzuentwickeln.

«In Engelberg ist es einfach schön»

Fast schon ein Stammgast am Engelberger Skispringen ist Bundesrat Ueli Maurer. Ob er in offizieller Mission da sei? «Nein», antwortete er, «ich bin eingeladen worden und gekommen, weil die Stimmung in Engelberg immer so schön ist», meinte er lachend. Gleichzeitig mit Bundesrat Maurer traf Marianne Nufer, Vorsteherin der kantonalen Steuerverwaltung Obwalden, im VIP-Zelt ein und sie liessen sich spontan zusammen ablichten. Beide stammen aus dem Kanton Zürich, und auch Marianne Nufer gefällt es sehr gut in Obwalden. «Ich fühle mich wohl und bin hier zu Hause.»

«Vom Himmel hoch, da komm ich her ...», beginnt ein Weihnachtslied. Getreu diesen Worten liess sich Pater Patrick Ledergerber von Fluglehrer Othmar Leuppi vom Brunni her mit dem Gleitschirm-Doppelsitzer zur Einsegnung der Schanze fliegen. Im Zielraum bat er Gott, die Sportler von körperlichen Schäden zu bewahren. Später fügte er hinzu: «Der Mensch kann vieles zu seiner Sicherheit unternehmen, aber nicht alles. Deshalb braucht er auch die schützende Hand Gottes. Dies seien keine leeren Worte, ist die frühere Obwaldner Regierungsrätin Elisabeth Ganderüberzeugt. «Der Mensch kann vieles selber machen, aber nicht alles und das muss man akzeptieren.»

Hoch zu und her ging es bereits am Nachmittag im grossen Festzelt. Dabei glänzten nicht nur die Schweizer Fans in Rot, sondern auch die vielen polnischen Zuschauer. Seit einigen Jahren wohnen Damian, Renate und Wojciech in der Schweiz und genossen neben dem Sport die fröhliche Stimmung im Festzelt.

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Martha Bächler und Ernst von Holzen. (Bild: Robert Hess (OZ))

Martha Bächler und Ernst von Holzen. (Bild: Robert Hess (OZ))

Die polnischen Fans Damian, Renate und Wojciech (von links). (Bild: Robert Hess (OZ))

Die polnischen Fans Damian, Renate und Wojciech (von links). (Bild: Robert Hess (OZ))

Albert Wyler (links) und Robi Infanger. (Bild: Robert Hess (OZ))

Albert Wyler (links) und Robi Infanger. (Bild: Robert Hess (OZ))

Marianne Nufer und Bundesrat Ueli Maurer. (Bild: Robert Hess (OZ))

Marianne Nufer und Bundesrat Ueli Maurer. (Bild: Robert Hess (OZ))

Elisabeth Gander und Pater Patrick Ledergerber. (Bild: Robert Hess (OZ))

Elisabeth Gander und Pater Patrick Ledergerber. (Bild: Robert Hess (OZ))

Alex Höchli (links) und Willy Fallegger. (Bild: Robert Hess (OZ))

Alex Höchli (links) und Willy Fallegger. (Bild: Robert Hess (OZ))