ENGELBERG: Defekte Lok steckt in Engelberg fest

Die entgleiste Lokomotive kann noch immer nicht repariert werden. Wegen Schnee ist ein Transport nach Meiringen noch nicht möglich.

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Die entgleiste Lok musste wieder aufs Gleis gehievt werden. (Bild: PD)

Die entgleiste Lok musste wieder aufs Gleis gehievt werden. (Bild: PD)

Matthias Piazza

Noch immer steht die Lok, die am 20. Januar im Steilrampentunnel zwischen Grafenort und Engelberg aus den Gleisen sprang und beschädigt wurde, im Betonschopf der ZB-Historic neben dem Bahnhof Engelberg. Schnee verunmöglicht den Umlad der rund 64 Tonnen schweren Lok auf ein anderes Drehgestell. «Der Installationsplatz in Engelberg muss frei von Schnee sein, da wir sonst den sehr grossen Kran, der bis 200 Tonnen heben kann, nicht aufbauen können», erklärt Peter Bircher, Mediensprecher der Zentralbahn (ZB). Zudem muss es für das Manöver mehr oder weniger windstill sein, da der ganze Kasten der Teil oberhalb des Drehgestells – angehoben wird. «Bewegt er sich wegen des Windes zu stark, könnte das Unterfangen sehr schwierig werden.» Auch könne der Kran bei Schneefall gar nicht nach Engelberg fahren.

Die Zeit drängt

Sobald die Voraussetzungen ideal sind, wird der Kran den Kasten der Lok anheben und ihn neben den Drehgestellen abstellen. Danach wird das defekte Drehgestell auf den Schienen durch ein neues, rollbares ersetzt und anschliessend der Wagenkasten der Lok wieder auf die Drehgestelle gesetzt. Somit ist die Lok wieder fahrtüchtig und wird auf dem Schienenweg für die definitive Reparatur nach Meiringen geführt.

Die Zentralbahn hofft nun, die Aktion möglichst bald durchführen zu können nicht zuletzt wegen der bald beginnenden Umbauarbeiten im Bahnhof Engelberg. Ab dem 23. März wird der Standort des geplanten Umlads für Installationsarbeiten gebraucht. Allerdings hat die ZB einen Plan B in der Schublade. «Können wir die Lok bis am 22. März nicht abtransportieren, würden wir sie in einer Nachtaktion mit einer Art Ersatz-Drehgestell von Engelberg bergen», erläutert Peter Bircher. «Da wir allerdings bei dieser Methode keine Erfahrung mit dem Abführen einer Lok auf einem Zahnstangenabschnitt haben, werden wir versuchen, diese Variante zu umgehen.»

Über 100 000 Franken Schaden

Die Schadensumme kann noch nicht genau beziffert werden, Peter Bircher spricht aber von weit mehr als 100 000 Franken. Am Morgen des 20. Januars sprang die Lok des von Engelberg kommenden Interregios 200 Meter nach Einfahrt in den Steilrampentunnel aus den Gleisen. Grund für den Unfall war ein gebrochener Rollenbalken, der die Zahnräder synchronisiert. Die Ursache für den Bruch ist noch immer unbekannt. Die Untersuchungen der Zentralbahn in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (Sust) und dem Hersteller laufen. Die rund 20 Passagiere mussten den Tunnel zu Fuss verlassen und ihre Reise mit Ersatzbussen fortsetzen.

Es war dies die erste Entgleisung in der zehnjährigen Geschichte der Zentralbahn, die aus der Fusion der Luzern-Stans-Engelberg- und der Brünig-Bahn hervorging.