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ENGELBERG: Denise Feierabend blickt optimistisch in die Zukunft

Nach zehn Jahren im alpinen Skiweltcup ist für Denise Feierabend ein Platz an der Weltspitze in Griffweite. Auf dem Weg dorthin bringt sie Bodenhaftung, Optimismus und Ausdauer unter einen Hut.
Primus Camenzind
Denise Feierabend im 1. Durchgang des Slaloms im amerikanischen Killington, wo sie sich schliesslich mit einem 4. Platz die Olympia-Qualifikation sicherte. (Bild: Keystone/Johann Groder (Killington, 26. November 2017))

Denise Feierabend im 1. Durchgang des Slaloms im amerikanischen Killington, wo sie sich schliesslich mit einem 4. Platz die Olympia-Qualifikation sicherte. (Bild: Keystone/Johann Groder (Killington, 26. November 2017))

Primus Camenzind

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Es ist Montagmorgen, wie vereinbart ruft die 28-jährige Athletin unsere Zeitung an. Vorgesehen ist ein lockeres Gespräch über die Vergangenheit und die Zukunft ihres Berufslebens. Denise Feierabend wirkt erstaunlich frisch und redselig. Erstaunlich deshalb, weil das vorangegangene Wochenende in St. Moritz nicht unbedingt nach ihren Vorstellungen verlaufen ist. Dort war für Freitag eine Kombination, bestehend aus Super-G und Slalom, angesagt. «Ein Heimrennen mit guten Erinnerungen und grossen Erwartungen stand bevor», sagt sie. Allerdings: Des miesen Wetters wegen musste das Rennprogramm auf den Kopf gestellt werden. «Das erzeugt jeweils schon etwas Stress mit dem Kleider- und Materialwechsel.» Am Berg verwehrte die «Malojaschlange», das berühmt-berüchtigte Nebelphänomen, fast den Blick auf den Slalomstart. «Mitten im Steilhang kam das Aus für mich – ich blieb an einer Rille hängen», ­erzählt die Engelbergerin. Mehr Freude bereitete ihr der Ausgang des Super-G am Samstag. «Bei besten Bedingungen fuhr ich mit Startnummer 59 auf den 16. Rang.»

Olympia-Qualifikation wirkt beruhigend

Der Grundstein für den Rennwinter wurde auch bei Denise bereits im vorangehenden Sommer und Herbst gelegt. «Fürs Erste konnte ich die Ski knapp drei Monate in die Ecke stellen.» Sie tankte Wärme im Süden, und «mit dem Umzug in eine eigene Wohnung in Engelberg habe ich mir selber noch eine schöne Beschäftigung auferlegt.» Es folgte intensives Konditionstraining in Magglingen. «Dabei konnte ich meine Fitness im Vergleich zum Vorjahr nochmals steigern – beste Voraussetzungen für die Rückkehr auf die Piste», betont die Spitzensportlerin. Als ehemalige Absolventin und Maturandin ist sie während der schneefreien Zeit auch regelmässig in der Turnhalle oder im Kraftraum der Sportmittelschule Engelberg anzutreffen. Die Erwartungshaltung für einen Rennwinter passe sich in der Regel dem Verlauf der Vorbereitung an, sagt Denise Feierabend. «Wichtig ist, dass ich mich nicht allzu stark unter Druck setze und das Ganze mit Freude angehe.»

Nach einem Drittel der Weltcup-Rennen dieser Saison zieht sie eine erste positive Bilanz: «Das Highlight, die Qualifikation für die Olympischen Spiele vom 9. bis 25. Februar in Pyeongchang, habe ich im amerikanischen Killington mit einem 4. Slalomrang bereits geschafft.» Das Gefühl sagte ihr schon zu Beginn der Saison, dass sie an den Spielen in Südkorea dabei sein würde, «aber je früher die Ungewissheit vorbei ist, desto besser, denn so kehrt Ruhe ein, und ich kann etwas Wesentliches abhaken», bekräftigt sie am Telefon. Ob sie auch in der Kombination zum Einsatz kommen wird, lässt Denise Feierabend noch offen, «denn wer dort mitfährt, wird sich zeigen, wenn alle Qualifikantinnen bekannt sind.»

«Genügend Leute, die mir den Rücken stärken»

Bleibt der talentierten und einsatzfreudigen Rennläuferin mit 28 Jahren noch die Zeit, um an die Weltspitze zu kommen? Darauf antwortet sie analytisch, aber mit gesundem Optimismus: «Vorausgesetzt, ich bleibe gesund, von schweren Verletzungen verschont, körperlich fit und voller Freude am Skirennsport!» Bisher hätten diese Faktoren gestimmt, «und deshalb mache ich weiter!» Ihre Resultate zeigten, dass sie ganz vorne mitmischen könne, «auch wenn der Sprung aufs Podest noch nicht ganz gelungen ist, ... ich hab’s drauf!» Welche Disziplinen sie fährt, hat sich nach eigenen Aussagen in den letzten Jahren abgezeichnet. «Ich bin schon immer ein grosses ­Programm gefahren», betont sie. Die Tatsache, dass sie Slalom, Super-G und Abfahrt bestreitet, bringt es mit sich, dass sie fast jedes Wochenende zum Einsatz kommt. «Dass ich den ‹Riesen› nicht bestreite, gibt mir aber ein wenig Luft und Zeit.»

Im Moment stehen Michelle Gisin und auch ihr Bruder Marc – beide ebenfalls aus Engelberg – etwas mehr in der Öffentlichkeit als Denise Feierabend. Mit dieser Tatsache geht sie problemlos um. «Wenn ich etwas mehr im Hintergrund bin, gibt mir das die Ruhe, die ich geniesse und für die Vorbereitung der Rennen nutzen kann. Es gibt genügend Leute, die sich mit mir freuen, mit mir leiden und mir den Rücken stärken.»

Nur kurzer Heimurlaub über Weihnachten

Zum Zeitpunkt unseres Gesprächs stand Weihnachten noch vor der Tür. «Bis drei Tage vor dem Fest hat der Weltcup-Zirkus Vorrang», erklärt sie. «Und anschliessend habe ich während des Heimurlaubs private Besorgungen zu machen.» Sie spricht von ihrem «Gottämeitli», dem das Christkind ebenfalls etwas bringen wird. Eine schöne Zeit mit der Familie, Freunden und Bekannten, die Denise während der Rennsaison selten oder teilweise gar nie sieht. «Und wenn es dann nicht den ganzen Tag nur ums Skifahren geht, schätze ich das umso mehr», gibt sie unumwunden zu.

Aber bereits am 25. Dezember erfolgt der Ruf von Swiss-Ski: «Adieu Klosterdorf!» Schon bald ist auch Olympiade, das bedeutendste sportliche Ereignis ihrer Karriere. Was die weitere Zukunft bringt, will Denise Feierabend «von Jahr zu Jahr» entscheiden. Optimismus, Bodenhaftung und Ausdauer werden sie wohl weiterhin begleiten.

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