Engelberg

Der Samichlaus zu Besuch in der Klosterkirche

Der Engelberger Samichlaus berichtete über die Geschichte des heiligen Nikolaus von Myra und über die Engelberger Tradition.

Richard Greuter
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Der Samichlaus in der Engelberger Klosterkirche.

Der Samichlaus in der Engelberger Klosterkirche.

Bild: Richard Greuter (Engelberg, 6. November 2020)

Noch tanzten einzelne Schneeflocken am Engelberger Himmel. Auf den ersten Blick kaum wahrnehmbar. Im Klosterdorf herrschte noch emsiges Einkaufstreiben, während Pfarrer Patrick Ledergerber in der Klosterkirche den Samichlaus und sein Gefolge zur heiligen Messe begrüsste. «Wir feiern heute seinen Namenstag und werden noch einiges über ihn hören», sagte Ledergerber zu den Kirchenbesuchern. Wie alle Unterwaldner Kirchen darf auch die Klosterkirche nur 30 Besucher empfangen. Dank einem Livestream konnten die Engelberger die heilige Messe zu Hause am Bildschirm verfolgen. Begleitet wurde der Gottesdienst von einer Schwyzerörgeligruppe der Musikschule Engelberg.

Zu Beginn des Gottesdienstes befragte die Katechetin Yvonne Zibung den Samichlaus. Dabei stellte sie die Frage eines kleinen Buben, wie er es mache, dass er alle Kinder besuchen kann. «Zusammen mit Schmutzli und Ruprecht bin ich froh, dass wir auf gute Menschen zählen können, die uns in der Samichlauszeit unterstützen», antwortete Samichlaus.

Der Gottesdienst mit dem Samichlaus wurde live übertragen.

Der Gottesdienst mit dem Samichlaus wurde live übertragen.

Bild: Richard Greuter (Engelberg, 6. November 2020)

Der Abt vom Kloster übergibt dem Samichlaus den Bischofsstab

Organisiert werden die Samichlausbesuche von der Samichlausenbruderschaft. Traditionsgemäss empfängt der Samichlaus Ende November vom Abt des Klosters den Bischofsstab, und erhält damit den Auftrag, die Familien zu besuchen. Doch in diesem Jahr hat sich alles geändert. Hausbesuche sind dem Samichlaus untersagt. Keine leuchtenden Kinderaugen. Keine wartenden Kinder, deren Herz schneller zu schlagen beginnt, wenn es an der Haustüre klopft. Aber auch keine Sünden, über die der Samichlaus aus dem goldenen Buch berichten kann. «Es ist schade», sagte der Samichlaus am Anschluss des Gottesdienstes. «Die Kinder freuten sich auf uns.»

Reicher Bischof Nikolaus beschenkte arme Familien

In seinen Ausführungen berichtete er über die Geschichte vom heiligen Nikolaus, der Priester und Bischof von Myra wurde. Dieser Nikolaus beschenkte eine arme Familie mit Getreide, Brot, Kleider und Schuhen. In den Schuhen fand die Familie Nüsse, Obst und Süsses. «Dies ist auch der Grund, dass der Samichlaus in Engelberg bei seinen Besuchen den Familien Nüsse, Mandarinen und Lebkuchen mitbringt», meinte der Samichlaus. Auch da scheint sich einiges geändert zu haben. «Heute hat der Ruprecht schon mal schwere Lasten zu tragen», meinte der Samichlaus.

Inzwischen hatte starker Schneefall eingesetzt. Der Engelberger Himmel war voller Schneeflocken, während sich der Samichlaus nach dem Gottesdienst auf den Weg zum «Perückenseeli» machte. Dort wacht er über die Engelberger Kinder. Auch das eine Engelberger Tradition.

Der Engelberger Samichlaus.

Der Engelberger Samichlaus.

Bild: Richard Greuter (Engelberg, 6. November 2020)