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ENGELBERG: Der Weg zum charmanten Kurort

Charles Christen hat das neueste Heft der Engelberger Dokumente verfasst. Darin beschreibt er, wie der Kur- und Verkehrsverein im Klosterdorf zum Wegbereiter und Wegbegleiter des Tourismus geworden ist.
Romano Cuonz
Charles Christen zeigt das Heft 35 der Engelberger Dokumente. (Bild: Romano Cuonz (22. September 2017))

Charles Christen zeigt das Heft 35 der Engelberger Dokumente. (Bild: Romano Cuonz (22. September 2017))

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

«Der Zweck des Vereins geht dahin, Engelberg als Winterkurort ersten Ranges stets auf der Höhe zu halten und den Aufenthalt der Gäste so angenehm wie möglich zu machen.» So steht es schwarz auf weiss in den Statuten des 1912 gegründeten Winterkurvereins Engelberg. Für Charles Christen, der sich als Sportsekretär und Kurdirektor über 50 Jahre um den örtlichen Tourismus verdient gemacht hat, behält dieser Pioniergeist der Vorfahren bis heute seine Gültigkeit.

An der Vernissage zu seiner neuesten Publikation «Tourismus in Engelberg von 1883 bis 1999» sagte er es so: «Wir haben als Bergferienort viel Gutes an Tradition anzubieten, dies gilt es zu pflegen, wir müssen vermeiden, dass wir als Agglomerationsgemeinde einer Stadt und nicht mehr als Ferienort wahrgenommen werden.» Christen war stets überzeugt, dass die Errungenschaften all der früheren, engagierten Tourismus-Pioniere vor Vergessenheit geschützt werden müssten. Denn: Nur, wer versteht, wie der besondere, fast dörfliche Charme, der Engelberg als Kurort noch heute auszeichnet, entstanden ist, wird ihn auch erhalten wollen.

Auf den Spuren des «früheren Engelberg» hat der ehemalige Kurdirektor und Politiker Charles Christen zwei Jahre lang in Archiven nach Quellen zur Entwicklung des örtlichen Tourismus gesucht. Auch zahllose alte Protokolle des Kur- und Verkehrsvereins hat er nochmals gelesen und interpretiert. Aus dieser immensen Arbeit ist nun das Heft 35 in der Reihe Engelberger Dokumente entstanden. Brigitta Naef, Präsidentin der Engelberger Kulturkommission, wies an der Vernissage voll Stolz darauf hin, dass hier eines der umfangreichsten Werke in der Reihe entstanden sei.

Vieles weiss heute niemand mehr

«Der Leser meines Buches soll erfahren, was den Gründern des Kur- und Verkehrsvereins wichtig war», erklärte Charles Christen an der Vernissage im alten «Engel-Saal». Apropos «Engel-Saal»: An genau diesem Ort habe Doktor Carl Cattani seine Tätigkeit als Kurarzt und Gründer der Wasser- und Molkenkuren begonnen. Ein für Engelberg wichtiger Mann, der das Alpental einst touristisch erschlossen und berühmt gemacht hat.

Christens neues Engelberger Buch liest sich – vor allem in vielen farbigen und von Persönlichkeiten geprägten Geschichtchen zur Geschichte – oft spannend wie ein Krimi. Zur Illustration zeigt der Autor auch selber geknipste Bilder – etwa der Baronin und Schriftstellerin Felicitas von Reznicek –, die noch nicht veröffentlicht worden sind. Weil das Buch den Schwerpunkt so klar beim Wirken des Kur- und Verkehrsvereins setzt, werden Aspekte der Dorfgeschichte beleuchtet, von denen heute kaum einer mehr etwas weiss. Christen dazu: «Der Verkehrsverein war ein Wegbereiter und Wegbegleiter des Tourismus, aber den Gründern war auch ein soziales Engagement sehr wichtig.»

Verkehrsverein unterstützte arme Familien

Auf eine staunenswerte neue Erkenntnis in diesem Buche ging an der Vernissage der Redner Mike Bacher ein. Er zitierte einen Brief von 1854, den Talammann Josef Friedrich Müllers Gattin Josephine, einer Wirtin aus Lungern, schrieb. Sie bat diese um Hilfe für bedürftige Engelberger Kinder, die nicht einmal anständige Kleider hätten. Wörtlich stand da: «... denn Du kannst Dir durchaus keinen Begriff von der hiesigen Armut machen.» Charles Christen zeigt denn in seinem Buch unter anderem auch auf, wie zu Beginn des Tourismus vor allem die grossen luxuriösen Hotels und die Bergbahnen viel Geld einnahmen. Die Einwohnergemeinde aber trat damals kaum in Erscheinung. An ihrer Stelle unterstützte der Kur- und Verkehrsverein mit Geldern aus Kurtaxen zahlreiche arme Familien im Tal. Wer kann sich so etwas heute noch vorstellen?

Christen überrascht aber noch mit vielen weiteren Details: Mit neuen Fakten zur Erschlies­sung per Bahn und mit Strassen. Mit interessanten Einzelheiten zur Entwicklung des Sports. Wie kaum ein anderer zuvor zeigt er in Text und Bild auf, welch grosse Bedeutung Kultur und Musik in Engelberg zu allen Zeiten hatten: Da begegnet man einem Maurice Chevalier auf Trübsee, einem Heinz Moser im ersten beheizten alpinen Schwimm- und Sonnenbad der Schweiz oder dem Cabaret Rotstift, Lys Assia, Kurt Felix und Paola im berühmten Casino.

Hinweis

Charles Christen: «Tourismus in Engelberg von 1883 bis 1999». Engelberger Dokumente, Heft 35, herausgegeben von der Kulturkommission der Einwohnergemeinde Engelberg.

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