Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ENGELBERG: Die Ära des Hotel Edelweiss zu Ende

Ende Wintersaison schliesst das Hotel Edelweiss für immer seine Tore. Das Jugendstilgebäude wird komplett renoviert. Es sind pro Geschoss zwei gehobene Wohnungen geplant. In diesem Segment gebe es ein Vakuum.
Philipp Unterschütz
Das Hotels Edelweiss soll ab Frühsommer zu einem Wohnhaus umgebaut werden. (Bild: PD)

Das Hotels Edelweiss soll ab Frühsommer zu einem Wohnhaus umgebaut werden. (Bild: PD)

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@obwaldnerzeitung.ch

Bereits vor drei Jahren verkaufte das Hotelierspaar Susanne und Peter Kuhn seine Hotel Edelweiss Engelberg AG an die BGS Holding in Beckenried. Die BGS wurde 2014 gegründet und ist als Investorin im Immobilienmarkt tätig. In Engelberg wurde nun ein Baugesuch für den Umbau respektive die Umnutzung des 1904 erbauten Hotels Edelweiss eingereicht. «Die 43 Hotelzimmer werden aufgehoben. Es entstehen dafür 13 mehrheitlich 4 1/2- und 5 1/2-Zimmer-Wohnungen», erklärt Andreas Grebhan von F&R Asset Management. Diese ebenfalls in Beckenried ansässige Firma entwickelt für die BGS Immobilienprojekte.

Das Jugendstilgebäude sei in die Jahre gekommen und als Hotel nicht mehr überlebensfähig gewesen – es hätte Renovierungsbedarf bestanden. «Wir haben Gutachten erstellen lassen, die zeigen, dass die Investitionen für einen künftigen Hotelbetrieb zu hoch gewesen wären.» Das Gebäudevolumen bleibe erhalten, der ehemalige Glanz des Jugendstilgebäudes solle wieder aufscheinen. «Wir werden die alte Fassade, die derzeit nur noch an der Nordseite existiert, wieder am ganzen Gebäude herstellen.»

Die Wohnungen – pro Stockwerk gibt es deren zwei – werden im gehobenen Preissegment liegen. Dafür muss das «Edelweiss» umfassend renoviert werden, sämtliche Böden und viele Wände werden ersetzt. «Für die angestrebte hohe Wohnqualität muss alles stimmen», betont Andreas Grebhan. Die meisten Einheiten würden wohl zu Erstwohnungen. «In Engelberg sind grössere Wohnungen gesucht, es gibt offensichtlich ein Vakuum in diesem Segment.» Und die Lage sei schliesslich nicht nur toll für ein Hotel, sondern auch zum Wohnen.

Das Baugesuch liegt noch bis Ende Woche auf. «Unser Ziel wäre es, noch im Frühsommer mit dem Umbau zu beginnen. Das Hotelierspaar hört Ende Saison auf, und wir möchten nicht, dass das Haus lange leer steht», so Andreas Grebhan weiter. Im Sommer/Herbst 2019 sollen die neuen Wohnungen bezugsbereit sein. Sollte es Verzögerungen geben, sei auch eine Zwischennutzung denkbar.

Kein Trend zu Hotelschliessungen

Mit dem «Angels Lodge», das ebenfalls umgenutzt wird, und nun mit dem «Edelweiss» verschwinden damit in Engelberg zwei Hotels mit knapp 130 Hotelbetten. Kein Grund zur Alarmstimmung beim Engelberger Tourismusdirektor, der betont, dass es sich nicht um einen Trend handle. «Natürlich tut einem Touristiker jedes Hotelbett weh, das verschwindet, aber das sind unternehmerische Entscheide, die man akzeptieren muss», meint Frédéric Füssenich. In Engelberg sei aber seit dem «Hess» 2001 kein Hotel mehr verschwunden. «Die Zahl von 2000 Hotelbetten in Engelberg blieb seither konstant.» Im Vergleich zu anderen Destinationen, wo viel mehr Hotels geschlossen worden seien, befinde sich das Klosterdorf damit in einer besseren Lage. Die Bedürfnisse der Gäste hätten sich aber auch in Engelberg stark verändert, meint Füssenich. «Serviced appartements» oder «Air B’n’B» seien viel beliebter geworden, die Gäste spontaner und die Preissensibilität geringer. «Hinsichtlich der Anzahl Hotelzimmer gibt es auch keinen Anlass zur Sorge, weil mit dem 5-Stern-Grand-Hotel Titlis Palace wieder 120 Zimmer und mit dem Neubau Espen 20 Hotelbetten und 108 Massenlagerbetten dazukommen.»

Gedanken über Kapazitätserweiterungen machen sich auch die Titlis-Bahnen für ihr Hotel Terrace. Man sei noch in einem frühen Projektstadium für den Um-, respektive Neubau, sagt Direktor Norbert Patt. «Die Ausgangslage beim Architekturwettbewerb war, die bestehenden 170 Zimmer zu erhalten und 30 neue zu bauen.» Man sei jetzt daran, Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit zu prüfen, doch sei im Verwaltungsrat noch nichts beschlossen. «Wir sind mit dem «Terrace» sehr erfolgreich unterwegs und generieren pro Jahr rund 80'000 oder knapp ein Viertel aller Übernachtungen in Engelberg – das möchten wir natürlich erhalten», so Patt weiter.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.