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ENGELBERG: Die Beziehung zwischen Bruder Klaus und Engelberg nachgezeichnet

Die neuste Ausgabe der Engelberger Dokumente widmet sich dem Thema «Bruder Klaus und Engelberg». Diese Beziehung war nicht nur problemlos.
Mike Bacher, einer der Autoren, an der Vernissage des Hefts in der Klosterkirche. (Bild: Beat Christen/PD (Engelberg, 21. März 2017))

Mike Bacher, einer der Autoren, an der Vernissage des Hefts in der Klosterkirche. (Bild: Beat Christen/PD (Engelberg, 21. März 2017))

Landammann Franz Enderli bringt es im Nachwort auf den Punkt. Das Heft 34 aus der Serie «Engelberger Dokumente» lehre, dass die Beziehungen zwischen Bruder Klaus und Engelberg zuweilen auch getrübt waren. «Es ist aber ein schönes Zeichen, dass in diesem Büchlein das Kloster und Bruder Klaus zusammenfinden», schreibt En­derli. Denn beide hätten in der Historie so viel nachhaltigen Einfluss auf Kanton, Religion und Gesellschaft wie sonst keine andere Obwaldner «Institution». Das kürzlich erschienene Heft mit 64 teilweise schwarz-weiss illustrierten Seiten enthält Bei­träge der fünf Autoren Mike ­Bacher, Rolf de Kegel, Nicolas Disch, Beat Christen und Pater Patrick Ledergerber.

So erfährt man, dass Niklaus von Flüe starke familiäre Beziehungen nach Wolfenschiessen und Engelberg hatte. Es gibt auch eine Legende, erstmals aufgezeichnet 1734, wonach Bruder Klaus jährlich am Benediktstag (21. März) aus dem Ranft nach Engelberg gekommen sei, um seine dort lebende Tochter und die Mönche des Klosters zu besuchen. Im Heft heisst es dazu, dass diese Erzählung historisch zwar kaum aufrechterhalten werden könne. Sie sei aber doch ein schönes Symbol für die Verbundenheit von Bruder Klaus mit dem Engelbergertal.

Skeptisch gegenüber den Rechten der Klöster

Interessant ist die Schilderung, die aufzeigt, wie Niklaus von Flüe als Richter über die Rechte des Klosters Engelberg mitentscheiden musste – und dies nicht zum Vorteil des Klosters tat. Das Schiedsgericht, in das er als geachteter Politiker gewählt worden war, musste 1462 über einen Streitfall zwischen dem Kloster und den Kirchgenossen von Stans befinden. Es ging darum, wer das Recht hatte, den Leutpriester (Pfarrer) zu ernennen, und damit indirekt auch um den Anteil der Einnahmen aus dem Zehnten, die dem Pfarrer zustanden. Der Streit eskalierte, weil Engelberg nach Jahren des Verzichts wieder einen ihrer Mönche einsetzen wollte. Die Stanser stellten sich auf den Standpunkt, dass das Kloster dazu kein Recht hätte. Trotz klarer Rechtslage aufgrund von Dokumenten, die das Kloster vorlegen konnte, urteilten die fünf Richter zu Gunsten der Kirchgenossen von Stans. Bruder Klaus hätte wohl weniger eine Skepsis gegen Klöster an sich gehabt, sondern gegen deren Rechte, kommt der Autor zum Schluss.

Klosterfrauen setzen sich erfolgreich zur Wehr

Spannend liest sich auch die Geschichte rund um die Aufhebung des Doppelklosters Engelberg 1615. Im Mittelpunkt steht der damalige Abt Jakob Benedikt Sigerist, der vorher Pfarrer in Sachseln gewesen war und als eifriger Verehrer von Bruder Klaus über dessen Grabstätte eine Kapelle hatte errichten lassen. Er wollte in Sachseln ein Priorat für die Engelberger Mönche gründen. Für die Finanzierung wollte er das Vermögen des Frauenklosters in Engelberg verwenden und dieses aufheben. Die Frauen setzten sich aber erfolgreich zur Wehr und zogen schliesslich nach ­Sarnen um.

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@obwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Engelberger Dokumente Heft 34, «Bruder Klaus und Engelberg», 64 Seiten, 25 Franken. Erhältlich am Schalter der Gemeindekanzlei, im Talmuseum und in der Buchhandlung/Papeterie Höchli.

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