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ENGELBERG: Die neue Schanze besteht die Prüfung: Die Skispringer können abheben

Auf Herz und Nieren wurde sie geprüft. Doch wie erwartet hielt die neue Titlis-Schanze den strengen Prüfungsauflagen stand. Dem Weltcup-Skispringen vom 17. und 18. Dezember steht nichts mehr im Wege.
Pierre Bailly vom internationalen Skiverband vermisst die neue Schanze. (Bild: Corinne Glanzmann)

Pierre Bailly vom internationalen Skiverband vermisst die neue Schanze. (Bild: Corinne Glanzmann)

«Parfait», zu Deutsch perfekt: Pierre Bailly, Mitglied vom Subkomitee für Sprungschanzen des Internationalen Skiverbandes (FIS), wiederholte gestern Vormittag das Wort immer wieder aufs Neue. Im Rahmen der offiziellen technischen Abnahme hat er die neue Titlis-Sprungschanze auf Herz und Nieren geprüft. Ist die Anlaufspur mindestens 2,5 Meter breit, sind die Stufen am oberen Ende der Schanze maximal 40 Zentimeter hoch, damit sich die Athleten möglichst bequem in Position bringen können? Die Anlaufspur muss einen Neigungswinkel von 36 Grad aufweisen und ist damit der steilste Anlauf im Weltcup, der Schanzentisch, also der Bereich der Schanze, wo die Athleten abheben, muss eine Neigung von 11 Grad haben. Rund drei Stunden lang inspizierten Pierre Bailly und weitere FIS-Vertreter mit Wasserwaage und Massband die ganze Anlage eingehend, kon­trollierten und verglichen sie mit Plänen und Vorgaben – und waren voll des Lobes.

Gegen Mittag dann die erwartete Nachricht: Die Schanze entspricht sämtlichen FIS-Sicherheitsanforderungen. Nächste Woche wird das Zertifikat ausgestellt. Für den Skisprung-Weltcup vom 17. und 18. Dezember gibts damit grünes Licht. Auch Hubert Mathis, dem technischen Leiter des Skispringens, fiel ein Stein vom Herzen: «Jetzt können wir entspannt die nächsten Schritte planen und die Schanze für das Skispringen präparieren.» Die Anlage ist damit für die Wettkämpfe für die nächsten fünf Jahre freigegeben. Dann ist wieder eine Inspektion fällig.

Mit der technischen Abnahme endet damit das letzte Kapitel auf dem Weg ins neue Schanzenzeitalter. Hubert Mathis hat die intensiven und anspruchsvollen Bauarbeiten, die Ende März mit dem Spatenstich starteten, in positiver Erinnerung. «Es lief ­alles reibungslos. Das Schanzenteam sprach von einem Weihnachtsgeschenk, das es nun auspacken dürfe.» In der Tat: Vorbei sind die Zeiten, als ein Dutzend Männer während Tagen auf der hundert Meter langen Anlaufspur den Schnee mit Handarbeit präparieren musste. Künftig müssen sie nur noch die Anlaufspur mit einem Eis-Schnee-Gemisch füllen, was massiv weniger Mannstunden braucht. Auch dank des integrierten Kühlsystems. Und wegen des Naturbodens musste man früher während zweier ­Wochen die Anlaufspur nivellieren, was künftig dank der stabilen Metall-/Betonkonstruktion auch entfällt.

Wieder auf dem modernsten Stand der Technik

Hubert Mathis spricht generell von einem Quantensprung: «Mit der zurzeit modernsten Schanze sind wir wieder auf dem neusten Stand, ganz vorne dabei. Ohne die Modernisierung hätten wir den Weltcup nicht mehr austragen können.» 2,9 Millionen Franken hat die neue Skisprunganlage gekostet, die mit ihrer Vorgängerin nicht mehr viel gemein hat. Dank des neuen Anlaufes sind gemäss Mathis weitere Sprünge möglich – bis 150 Meter. Der bisherige Schanzenrekord lag bei 142 Metern.

Doch nicht nur Schanzenbauer und Athleten profitieren von den Neuerungen. Denn zum Aufbruch ins neue Schanzenzeitalter gehört auch die erweiterte, fernsehtaugliche Beleuchtungsanlage. Die starken Flutlichter lassen eine Premiere zu: Die weltbesten Skispringer heben neu auch am Abend ab.

Matthias Piazza

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