ENGELBERG: Dieses Tempo könnte zum Bumerang werden

Ganz schnell möchten die Titlisbahnen den Zürcher Gastrologen Mike Eklat als Verwaltungsrat ersetzen mit der noch schnelleren Domi-Nigg Gousin. Ob man sich das gut überlegt hat, scheint mehr als fraglich.
Nach der eigenen Gondel nun ein Sitz im Verwaltungsrat. (Bild: Ohrengrübel)

Nach der eigenen Gondel nun ein Sitz im Verwaltungsrat. (Bild: Ohrengrübel)

Verwaltungsrat Eklat trug bekanntlich das Herz auf der Zunge und lieferte der Zeitung sein internes Konzept, wie man am Titlis endlich ein gewisses kulinarisches Niveau erreichten könnte, das geschmacklich das Angebot für die chinesischen Gruppenreisenden übertreffen könnte (der «Ohrengrübel» berichtete vergangenes Jahr) – und das tat er, bevor seine VR-Kollegen die Chance hatten, ihm das zu verbieten. Ein Fehler, so scheint’s nun – kaum war das Konzept in Verwaltungsratshand, war ein Eklat fällig und er durfte sich zurückziehen. Das Schnecken­tempo bei der Umsetzung seiner Ideen habe Eklat nicht gepasst, war zu hören.

#mehkompetänz

Da man nun sein pfannenfertiges Konzept hat und die kulinarische Weichenstellung selber vornehmen kann, setzte der VR bei der Nachfolgeregelung die Prioritäten völlig neu und bewies, dass ihm Tempo am Herzen liegt. In neuer Bestzeit will der Verwaltungsrat die beliebte Engelberger Skidüse Domi-Nigg Gousin ins Gremium holen. 8 Jahre war sie in der Nationalmannschaft. «Sie verfügt über strategische Kompetenzen im Schneesport und Wintertourismus und ist mit den lokalen Gegebenheiten der Destination Engelberg vertraut», schrieben die Titlis-Bahnen in ihrer Medienmitteilung. Eine gute Wahl also, übersetzt aus der Werbesprache heisst das nichts weniger, als dass sie die Pisten und Skilifte im Titlis-Gebiet in- und auswendig kennt – eine enorm wichtige Kompetenz für einen VR der Titlis-Bahnen. Zudem ist sie im Ort aufgewachsen, das zieht zwangsläufig strategische Kompetenzen im Wintertourismus nach sich, und sie studiert Physik.

Eigentlich hat sie falsche Kernkompetenz

Doch ihre wahre Kernkompetenz ist die Geschwindigkeit – dieser verdankte sie einst gar den Olympiasieg. Am besten weiss Gousin nämlich, wie man rasend schnell wieder vom Berg runterkommt. Ob das im Sinne des Unternehmens sei, fragen sich bereits besorgte Aktionäre und kündigen Widerstand an. Man wolle schliesslich Gäste, die auf dem Berg verweilen und entsprechend Geld liegen lassen. Insider hoffen, das sei kein schlechtes Omen dafür, dass es mit dem Unternehmen auch rasant nach unten gehe. Und sie vermuten, dass die Titlis-Bahnen die Preise in ihren Betrieben drastisch erhöhen, sodass es möglich wird, in kürzester Zeit einen Haufen Geld auszugeben, auch wenn man den Stuhl und Tisch in den Restaurants in Rekordzeit wieder freigibt. (OG)

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