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ENGELBERG: Dominique Gisin begeisterte die Kinderschar

Dank dem Verein Querfeld können Kinder mit Körperbehinderung Skifahren lernen. Am gestrigen Abschlussrennen waren zwei berühmte Persönlichkeiten zu Gast.
Sepp Odermatt
Dominique Gisin zeigt den Kindern vor dem Start, wie man sich richtig aufwärmt. (Bild: Sepp Odermatt (Engelberg, 11. März 2018))

Dominique Gisin zeigt den Kindern vor dem Start, wie man sich richtig aufwärmt. (Bild: Sepp Odermatt (Engelberg, 11. März 2018))

Sepp Odermatt

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

«Skifahren ist eine hoch kom­plexe Sportart. Es ist schön, wie behinderte Kinder damit umgehen», sagte die begeisterte Engelberger Skirennfahrerin Dominique Gisin, die sich liebevoll um die Kleinen kümmerte und sie motivierte. Wie schon seit mehreren Jahren führte der Verein Querfeld auch heuer Skikurse auf der Klostermatte in Engelberg durch. Die Zusammenarbeit mit den Brunni-Bahnen Engelberg AG und der Skischule erwies sich als äusserst fruchtbar.

Gestern fand nun das Abschlussrennen statt. Schon vor dem Start zeigte Olympiasiegerin Dominique Gisin den Kindern Aufwärmübungen. Um elf Uhr eröffnete die Goldmedaillengewinnerin von Sotschi das Rennen als Vorfahrerin und feuerte die Kinder während des Wettkampfs kräftig an. Als die berühmte Sportlerin an der Rangverkündigung die Medaillen persönlich übergab, leuchteten die Augen der jungen Rennfahrerinnen und Rennfahrer. Manche von ihnen baten Dominique Gisin um ein Autogramm.

Skifahren als Therapie

Kinder mit Behinderungen können dank dem schweizerischen Sozialsystem von vielfältigen Therapiemöglichkeiten profitieren. Wenn es aber darum geht, die Kinder an Aktivitäten in der freien Natur teilnehmen zu lassen, sind sowohl Eltern als auch Kinder häufig überfordert. Die Hemmschwelle, sich mit einer Behinderung in der Öffentlichkeit zu zeigen und Sport zu treiben, scheint oft unüberwindbar. Eltern berichten von fehlenden Möglichkeiten für ihre Kinder mit speziellem Förderbedarf.

Nach dem Normalitätsprinzip soll ein Kind mit einer Behinderung das machen dürfen, was seine Geschwister und Kinder im gleichen Alter auch tun dürfen. Sie sollen mit ihrer Familie oder mit ihrer Schulklasse in der Natur unterwegs sein können. Bei allen Körperbehinderungen gibt es Einschränkungen im Bereich der Kraft, Koordination und des Gleichgewichts. Diese Fähigkeiten braucht es auch beim Skifahren. Durch das gezielte Üben lässt sich quasi die Therapie auf die Skipiste verlegen. Der Verein Querfeld möchte Kindern mit Behinderung ermöglichen, unter angepassten Rahmenbedingungen aktiv zu sein. «Das Ziel ist es, Kindern, die aufgrund einer körperlichen Behinderung bei normalen Skikursen nicht mithalten können, das Skifahren zu ermöglichen und zugleich einen therapeutischen Effekt zu erzielen», erklärt Thomas Schumacher vom Verein Querfeld.

Die Kinder arbeiten an ihren motorischen Schwächen, ohne es zu merken. Dabei steht der gemeinsame Spass jederzeit im Vordergrund. Jedem Kind kann genug Zeit, Aufmerksamkeit und Geduld entgegengebracht werden. Das Leiterteam verfügt über grosse Erfahrung in der Arbeit mit Kindern mit speziellem ­Förderbedarf und über das nötige medizinisch-therapeutische Fachwissen.

Finanzielle Unterstützung ist nötig

Da ein so spezielles Training mit den Kindern sehr personalintensiv ist, sind die Kosten auch entsprechend hoch. So hoch, dass sie nicht gänzlich auf die Eltern abgewälzt werden können. Diese sollen wegen der Behinderung ihrer Kinder nicht auch noch zusätzlich finanziell belastet werden. Wenn immer möglich, sollte der Spezialskiunterricht zu einem regulären Skischultarif angeboten werden können.

Persönlich nach Engelberg gekommen sind Urs Mattmann, Präsident der Stiftung «Hilfe für Kinder», und Stiftungsratsmitglied und Schauspieler Stefan Gubser, für einmal nicht als ­Kommissar Flückiger, sondern als Mensch mit einem Herz für Kinder. Dank der grosszügigen Unterstützung der beiden Stiftungen «Hilfe für Kinder» und «Cerebral» konnten dieses Jahr sogar mehr Kursplätze als in den vergangenen Jahren angeboten werden.

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