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ENGELBERG: Ein Lehrer für Generationen

42 Jahre war er mit Leib und Seele Lehrer im Klosterdorf. Jetzt geht Eugen Frunz in Pension – mit dem Gefühl, etwas erreicht zu haben.
Nach über 40 Jahren lässt der Lehrer Eugen Frunz die Engelberger Oberstufe hinter sich und geht in Pension. (Bild Corinne Glanzmann)

Nach über 40 Jahren lässt der Lehrer Eugen Frunz die Engelberger Oberstufe hinter sich und geht in Pension. (Bild Corinne Glanzmann)

Philipp Unterschütz

Dem oft erwähnten Klischee des ausgebrannten Lehrers entspricht der 65-jährige Eugen Frunz, der nach über 40 Jahren Lehrtätigkeit an der Oberstufe in Engelberg zum Ende dieses Schuljahres in Pension ging, ganz und gar nicht. «Ich kenne dieses Gefühl nicht. Es ist aber schon so, dass ich auch nicht mehr so viel vertragen habe wie früher.» Er freue sich auf die Zeit im Ruhestand. «Ich höre im Frieden auf, bei der Verabschiedung habe ich viel Wertschätzung erleben dürfen.» Nun habe er genügend Zeit für sein Grosskind und für seine Hobbys wie zum Beispiel das Reisen. Spitzbergen ist sein nächstes Ziel, das er irgendwann mit seiner Frau, die ebenfalls Lehrerin in Engelberg war und bereits letztes Jahr pensioniert worden ist, bereisen will. «Ich war fast auf allen Kontinenten, habe viel gesehen von der Welt. Und gerade wenn man Geografie vermittelt, ist das natürlich schon anders, wenn man auch selber an den Orten war, über die man doziert.»

Respekt muss man sich erarbeiten

Während seiner Zeit als Lehrer in Engelberg seit 1973 hat Eugen Frunz viele Veränderungen in der Gesellschaft und im Bildungswesen hautnah miterlebt. «Respekt von den Schülerinnen und Schülern müssen sich die Lehrpersonen heute erarbeiten, man muss ihn verstärkt einfordern.» Früher habe einfach gegolten, was die Lehrpersonen sagten. «Heute liegt der Schwerpunkt in der Schule sehr auf dem Individuum. Man muss die Jungen manchmal dazu anhalten, dass das Gemeinschaftsgefühl und die Zusammenarbeit nicht zu kurz kommen.» Er sei ein sehr strenger Lehrer gewesen, immer konsequent. «Die Schüler würden wohl sagen stur», lacht Eugen Frunz. Zum Beispiel seien ihm Pünktlichkeit und die Einhaltung von Regeln immer sehr wichtig gewesen. «Ich habe auch meine eigenen Lektionen immer bis ins Detail vorbereitet, sonst war ich nicht zufrieden.»

Lob für die Engelberger Schulen

Dabei ist sich Eugen Frunz bewusst, dass in Engelberg noch eine eher «heile Schulwelt» herrscht, verglichen mit städtischen Ballungsgebieten mit oft schwierigen heterogenen Sozialstrukturen. Und er schmunzelt, «weil ich so lange in Engelberg unterrichtet habe, waren schon die Eltern vieler Schüler bei mir im Unterricht. Das machte auch einiges einfacher.» Von den heutigen Schulratsmitgliedern seien vier bei ihm im Unterricht gewesen, und den heutigen Abt des Klosters habe er im Technischen Zeichnen unterrichtet.

Eugen Frunz ist voll des Lobes über das Schulwesen in Engelberg. Der Gemeinderat im Klosterdorf sei immer sehr bildungsfreundlich gewesen. Zudem konnte früher die Sekundarschule und heute die integrierte Oberstufe (IOS) von der sehr guten Infrastruktur der Stiftsschule profitieren. «Da gibt es unter anderem Sportanlagen mit Hallenbad und Tennisplatz, ein Chemielabor, Fachzimmer für bildnerisches und technisches Gestalten, einen Musiksaal, einen Theatersaal.» Die Engelberger Schule, eingebettet im Kloster, sei immer ein Stück Heimat für ihn gewesen. «Ohne dieses Gefühl wäre ich nicht so lange geblieben.» Eugen Frunz hofft, dass die neue IOS ihre grosse Eigendynamik behält und dass man die Nähe zum Kloster weiterhin nutzt.

Lehrerseminar hat ihn geprägt

«Der Lehrerberuf war mein Bubentraum, ich war immer fasziniert davon.» Warum das so war, kann Eugen Frunz (65) gar nicht genau begründen, selber sei er immer gerne zur Schule gegangen, obwohl er kein guter Schüler gewesen sei. Das Lehrerseminar St. Michael in Zug, das er 1971 abschloss, habe ihn sehr geprägt. Das sei damals wohl eines der besten Seminare gewesen. «Dort war man der Zeit voraus. Als ich als Seminarist mein Praktikum machte, saugte mein Primarlehrer das didaktische und methodische Wissen, das ich mitbrachte, richtiggehend auf.» Zwei Jahre unterrichtete er darauf als Primarlehrer. Als 1973 der Übergang des Schulanfangs von Frühling auf Sommer geändert wurde, nutzte er die Zeit und begann die Ausbildung zum Oberstufenlehrer, die er berufsbegleitend abschloss. Am 1. August 1973 begann er als Oberstufenlehrer an der Gemeindeschule Engelberg.

Viel Schub für die Oberstufe

1980 wechselte er als Fachlehrer für Geografie, Technisches Zeichnen, Werken und Sport in die Klosterschule, wo er bis vor der Pensionierung blieb. Von 1994 bis 2000 war Eugen Frunz auch im Gemeinderat. Ab 2003 war er Prorektor der Klosterschule, dafür absolvierte er die Schulleiterausbildung. Das Amt gab er vor zwei Jahren ab. «In dieser Zeit fand die Neuausrichtung der Sekundarschule statt, es war besser, das Amt dann für eine langfristige Lösung abzugeben, als bis zur Pensionierung zu warten. Man muss spüren, wenn man aufhören sollte.» Er habe schon das Gefühl, dass er etwas erreicht habe in Engelberg. Da er Anfang der Siebzigerjahre einer der ersten Oberstufenlehrer war, habe er auch viel mitgestalten können. Die Skisportwoche trage seine Handschrift, die Schulbibliothek habe er als Gemeinderat durchgezogen. «Und ich glaube, die Oberstufe hat überhaupt viel Schub von mir bekommen.»

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