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ENGELBERG: Ein Pater wird neu entdeckt

Pater Karl Stadler war bekannt als Glasmaler, Zeichner und Plastiker. Erstmals zeigt das Talmuseum seine stimmungsvollen Fotografien.
Romano Cuonz
Ausstellungsgestalter Pater Eugen Bollin und die Nichten des Künstler-Paters, Daria Stadler und Trudy Stadler (von links). (Bild Romano Cuonz)

Ausstellungsgestalter Pater Eugen Bollin und die Nichten des Künstler-Paters, Daria Stadler und Trudy Stadler (von links). (Bild Romano Cuonz)

Voll fotografischer Ästhetik – und eben doch auch wieder unglaublich schalkhaft: Jene Schwarz-Weiss-Fotografie mit drei jugendlichen Schülern, die – wie Mönche in Kutten gekleidet – über eine Leiter auf die Engelberger Klosterpforte steigen. Dieses Bild, das man zurzeit im Talmuseum Engelberg bestaunen kann, stammt aus den 1960er-Jahren. Aufgenommen worden ist es vom Klosterkünstler und Pater Karl Stadler. Karl Stadler ein Fotograf?, werden sich Leute, die den Mönch noch gekannt haben, fragen.

Dieser Mönch, der vor einem Jahr im Alter von 91 Jahren verstorben ist, hat doch Aquarelle, Zeichnungen, Holz- und Linolschnitte oder Lithografien angefertigt. Er ist als begabter Plastiker, Wand- und vor allem auch Glasmaler weit über das Kloster hinaus bekannt geworden. Aber Fotografien? Tatsächlich war die Fotokamera Pater Karls ständiger Begleiter auf Reisen und Wanderungen und auch während des klösterlichen Alltags im Kreise seiner Mitbrüder oder eben der Schüler. Eigentlich sollte ihm die Kamera vor allem dazu dienen, erste Eindrücke für spätere Arbeiten festzuhalten, doch dabei entstand eine grosse Zahl von Schwarz-Weiss-Bildern von hoher Ästhetik.

Mitbruder Eugen Bollins Staunen

Nicole Eller Risi vom Talmuseum Engelberg stellt nun die eher unbekannte fotografische Schaffensseite von Pater Karl Stadler der Öffentlichkeit vor. Eine Ausstellung auf mehreren Stockwerken bietet Betrachtern Hunderte von erstaunlich interessanten fotografischen Blickwinkeln. «Bei meinem Unterfangen, diese Bilder auszustellen, konnte ich auf die Hilfe von Pater Eugen Bollin – selber bekannter Kunstschaffender und Betreuer von Pater Karls Archiv – zählen», hält die Kuratorin fest.

Und der sonst eher sachlich nüchterne Pater Eugen kommt beinahe ein wenig ins Schwärmen, wenn er über den fotografischen Schatz seines Mitbruders spricht: «Schaut man sich die vielen Fotobände an mit Bildern von Engelberg und aus dem Mittelmeerraum, sieht man, wie Karl ein ausgezeichneter Fotograf war, der in seinen Bildern die positiv schöne Ästhetik betonte und die negativen Aspekte eher vermied.» Ja, Karl habe das Schöne, in gewissem Sinne eben auch das Heile gesucht.

Heiter besinnliche Entdeckungsreise

Die Ausstellung beweist, von Bild zu Bild, wie sehr es sich lohnte, diese noch unbekannte Seite des Künstlers Karl Stadler sichtbar zu machen und zu würdigen. Unter den staunenden Vernissagegästen waren auch seine Nichten Trudy und Daria Stadler. «Da werden unzählige schöne Erinnerungen an Besuche und Wanderungen mit unserem Onkel wach», freute sich die 57-jährige Trudy Stadler. In der Tat: Der fotografische Nachlass des Mönchs besteht aus 71 Fotoalben mit Abzügen und Negativen, dazu separate Negativordner und viele Diapositive.

Zum einen dokumentierte Pater Karl seine Reisen in die Südschweiz oder in Mittelmeerländer. Zum andern hielt er auch das Engelbergertal mit Natur und Menschen oft voll von Details fest: Blumen, Wasser, Steine, Wälder, Gletscher, aber eben auch Bauern und ihre Kinder. Die schalkhaftesten und wohl auch eindrücklichsten Aufnahmen aber sind im unmittelbaren Umfeld des Mönchs entstanden: wenn er die Kamera augenzwinkernd auf den klösterlichen Alltag, auf seine Mitbrüder oder die Kollegischüler gerichtet hatte.

«Die Schönheit des Einfachen» ist die Ausstellung betitelt. Das trifft genau zu: Die grosse Qualität der Bilder entsteht, weil Pater Karl es wie kein anderer verstand, die Schönheit zahlloser unscheinbarer Dinge hervorzuheben.

HINWEIS

«Die Schönheit des Einfachen» – Fotografien von Pater Karl Stadler. Bis 27. April 2014 im Talmuseum Engelberg. Öffnungszeiten und Führungen unter www.talmuseum.ch

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