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ENGELBERG: Endlich kann es losgehen am Aawasser

Aufatmen im Klosterdorf: Der Hochwasserschutz an der Engelbergeraa kann endlich angegangen werden. Die letzte Beschwerde ist vom Tisch.
Beim Hochwasser 2005 richtete die Engelbergeraa riesige Schäden im Dorf an. (Archivbild Neue LZ)

Beim Hochwasser 2005 richtete die Engelbergeraa riesige Schäden im Dorf an. (Archivbild Neue LZ)

Adrian Venetz

Knapp zehn Jahre sind vergangen, seit die Engelbergeraa das Dorf verwüstet hat. Rasch einmal nach dem verheerenden Unwetter von 2005 war im Klosterdorf klar: Der Fluss muss gezähmt werden. Die Pläne wuchsen zum grössten Hochwasserschutzprojekt in der Geschichte Engelbergs (siehe Kasten). Wie so oft verzögerten Einsprachen ein zügiges Voranschreiten. Kein Wunder: Nicht weniger als 83 Parzellen – im Besitz von 55 verschiedenen Grundeigentümern – befinden sich links und rechts des vier Kilometer langen Abschnitts, auf dem die Engelbergeraa verbreitert werden soll. Der Start der Bauarbeiten musste immer wieder hinausgezögert werden.

Niemand wurde enteignet

Nach zähen Verhandlungen war es zuletzt noch eine einzige Beschwerde, die sich wie eine Barriere vor das riesige Hochwasserschutzprojekt stellte. Das Verwaltungsgericht Obwalden hat die Beschwerde nun abgewiesen. Und wie die Gemeinde Engelberg gestern mitgeteilt hat, wird diese Beschwerde nicht ans Bundesgericht weitergezogen. Das bedeutet: Es dauert nicht mehr lange, bis «endlich mit den Bauarbeiten gestartet werden» kann, wie die Gemeinde schreibt. Nicht mehr lange bedeutet in diesem Fall: etwa ein Jahr. «Ich bin sehr froh», sagte Talammann Martin Odermatt gestern gegenüber unserer Zeitung. «Da fällt einem schon ein grosser Stein vom Herzen.» Details zum Inhalt der letzten Beschwerde will Martin Odermatt nicht bekannt geben. Es sei aber zu keinen Enteignungen gekommen, betont er.

Warten auf den Bund

Doch warum nochmals ein Jahr warten? Der Kanton hatte das Projekt doch bereits im Februar 2014 bewilligt. Was nun folgt, ist das Subventionsgesuch an das Bundesamt für Umwelt (Bafu). «Für diesen Schritt mussten wir erst die Rechtssicherheit haben», erklärt Martin Odermatt – sprich: alle juristischen Hürden aus dem Weg räumen. «Klar geht hier wieder Zeit verloren, aber wir können es nicht ändern.»

Die Projekteingabe beim Bund will sorgfältig aufgegleist sein. Hier entscheidet sich nämlich, ob Engelberg den maximalen Subventionssatz von 65 Prozent erhält. «Wir hoffen natürlich sehr darauf, dass wir das Maximum herausholen. Ob das gelingt, wird sich zeigen», sagt der Talammann. Noch vor den Sommerferien wollen Kanton und Gemeinde beim Bafu anklopfen. Man sei «zuversichtlich, dass die Subventionsverfügung noch in diesem Jahr erteilt wird», schreibt die Gemeinde in ihrer Mitteilung. Dann könnte im Frühjahr 2016 endlich mit den Bauarbeiten gestartet werden. Man rechnet mit einer Bauzeit von 6 bis 8 Jahren.

Auch der Obwaldner Baudirektor Paul Federer ist «sehr froh, dass wir nach so langer Zeit bald starten können». Die Einspracheverhandlungen hätten nicht nur viel Zeit benötigt, sondern auch zusätzliche Kosten verursacht. Er sei dennoch zuversichtlich, dass man vom Bund den Schwerfinanzierbarkeits-Zuschlag erhalte und damit ganz nahe an den maximalen Subventionssatz von 65 Prozent herankomme.

Mehr als 30 Millionen für den Fluss

Für die verschiedenen Bauprojekte zum Hochwasserschutz in Engelberg rechnet man mit Kosten von insgesamt 40 Millionen Franken. Über 30 Millionen davon entfallen auf die Massnahmen entlang der Engelbergeraa. Der Bund beteiligt sich mit maximal 65 Prozent und mindestens 35 Prozent daran. Die restlichen Kosten entfallen auf Kanton und Gemeinde, wobei der Kanton – abhängig vom Bundesbeitrag – rund 60 Prozent zahlt.

12,9 Millionen Franken hatte die Gemeinde nach 2005 für Sofortmassnahmen zur Behebung der Unwetterschäden ausgegeben. Die Schlussabrechnung wurde kürzlich an der Gemeindeversammlung präsentiert. 12,1 Millionen Franken davon kamen von Bund, Kanton, Stiftungen und privaten Spendern.

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