ENGELBERG: Engelberg: Sitzverteilung dürfte stabil bleiben

Die Verteilung der Kantonsratssitze war 2010 eine klare Sache. Weil alle Bisherigen wieder kandidieren, ist es schwierig, etwas an der Zusammensetzung zu ändern.

Markus von Rotz
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6 Sitze, 6 Bisherige, total 13 Kandi­daten: In Engelberg ist wie in Sarnen die Hürde für neue Kandidaten nur schon darum hoch, weil kein aktuelles Ratsmitglied aufhört. 2010 gab es auch kein Restmandat (siehe Kasten), die Verteilung der Sitze auf die Parteien glückte also im ersten Anlauf, weil die Kräfteverhältnisse klar waren.

Ähnlich war bei den letzten Gesamterneuerungswahlen die Parteistärke (siehe Kasten) von CVP (30) und SVP (31 Prozent). Allerdings mit einem grossen Unterschied: Die Parteistärke der CVP hatte vier Jahre zuvor noch 36 Prozent betragen, jene der SVP jedoch nur 19. Kein Wunder, dass die SVP darum damals der CVP einen Sitz abnahm und mit zwei Sitzen gleichzog.

Nicht der Auswärtige zog

Die zwei Sitze verdankte die SVP nicht dem bekannten zugezogenen ehemaligen Luzerner Stadtratskandidaten Walter Häcki, der das schlechteste Ergebnis seiner Partei machte. Zugpferde waren der heutige Talammann Martin Odermatt und seine Parteikollegin Monika Rüegger, welche die besten zwei Einzelresultate holten. Alle anderen Gewählten in Engelberg machten damals weniger Stimmen als diese beiden. Der inzwischen für Odermatt nachgerutschte Daniel Wyler lag schon einiges zurück.

Dass die SVP mit ihrem Wähleranteil, der sich auch in zwei von sieben Gemeinderatssitzen spiegelt, wieder zwei Sitze holt, dürfte mit Rüegger und Wyler eine klare Sache sein. Dass der dritte Kandidat Josef Infanger auch noch einen Sitz holt, ist kaum anzunehmen.

CVP hat jüngsten Kandidaten

Die Mehrheitsverhältnisse lassen auch bei der CVP auf Besitzstandwahrung schliessen. Dafür sprechen zum einen ihre Parteistärke und die Stimmenzahlen ihrer beiden bisherigen Vertreter. Mit dem Jungpolitiker Mike Bacher hat die Partei zudem den mit Abstand jüngsten Kandidaten (1987) im Klosterdorf auf ihrer Wahlliste, der ihr ein neues Wählersegment erschliessen kann.

Stabile FDP-Stärke

Sehr stabil in der Parteistärke mit 21 bis 23 Prozent war die FDP bei den letzten drei Wahlgängen. Der eine Sitz dürfte ihr damit wohl sicher sein. Dasselbe dürfte für die SP gelten, die auf einer Viererliste wieder ihren bisherigen Gemeinderat Seppi Hainbuchner nominiert hat. Dieser überflügelte vor vier Jahren mit seinem Einzelergebnis die beiden gewählten CVP-Kandidaten. Bleibt es bei der aktuellen Parteistärke der SP von 17 Prozent, dürfte es wieder problemlos für einen Sitz reichen, mehr liegt aber wohl kaum drin. 2006 und 2002 hatte die SP noch einen Wähleranteil von 22 Prozent und auch damals nur einen Sitz stellen können.

CSP spielte keine Rolle

Nicht mehr dabei im Gegensatz zu 2010 ist in Engelberg die CSP. Ihr einziger Kandidat Dieter Ehrensperger holte damals nur 31 Stimmen, die CSP brachte es gerade auf eine Parteistärke von 0,5 Prozent. 1994 hatte sie noch 4 Prozent, in den Jahren dazwischen ist die Partei in Engelberg gar nicht mehr mit eigenen Kandidaten angetreten. Die bisherige Delegation aus Engelberg besteht aus fünf Männern und einer Frau. Rund ein Drittel der total 13 Kandidaten sind Frauen. Nach den Wahlen 2010 sassen aus Engelberg vorübergehend drei Frauen im Kantonsrat, die Hälfte der Delegation.

Geringste Kandidatendichte

Bezogen auf die zur Verfügung stehenden Sitze, gibt es in Engelberg die kleinste Kandidatendichte: Es treten 2,2 Personen pro Sitz an, in Sarnen am anderen Ende der Skala sind es 3,1.

Altersmässig bringt die CVP dank Mike Bacher die jüngste Delegation mit einem Durchschnittsalter von 43 Jahren, gefolgt von der FDP mit 46 Jahren. Die SVP-Delegation ist im Schnitt 52 Jahre alt, jene der SP mit 54 Jahren die äl­teste.

Zwei diesjäh­rige Kandidaten (SP und FDP) sind schon 2010 angetreten und wurden damals nicht gewählt, wobei der eine (Martin Mahler) inzwischen für Ruth Infanger nachgerutscht ist und mit dem Bonus des Bisherigen antritt.