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ENGELBERG: «Engelberg wird Marktanteile verlieren»

Nach dem Volksnein zum Umbau der Tennishalle in ein Kursaal-Provisorium werden ­Lösungen gesucht. Dies gestaltet sich schwierig. Und einige Kunden sind vorher schon abgesprungen.
Martin Uebelhart
Blick auf das Dorf Engelberg. (Bild: Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Blick auf das Dorf Engelberg. (Bild: Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Die Tennishalle des Sporting Park kann nicht im gewünschten Ausmass zum Ersatzlokal für den Kursaal umfunktioniert werden. Die Pläne der Einwohnergemeinde – ihr gehört die Kursaal Engelberg AG zu zwei Dritteln – sind mit dem Abstimmungs-Nein zum 1,1-Millionen-Kredit vor zwei Wochen gescheitert. Die Tennishalle sei zwar zuvor schon für Anlässe genutzt worden und könne weiterhin für diesen Zweck eingesetzt werden, sagt alt Talammann Martin Odermatt, Verwaltungsratspräsident der Kursaal AG. «Doch wir werden nicht die Möglichkeiten haben, die wir uns von den Anpassungen versprochen hatten.» Wenn es um bestehende Buchungen gehe, müsse von Fall zu Fall die fehlende Infrastruktur zugemietet werden, sagt Odermatt im Gespräch mit unserer Zeitung. Dies bedeute höhere Kosten für die Kursaal AG, die wohl nicht partout einfach auf die Kunden überwälzt werden können, insbesondere bei bestehenden Buchungen. Und ob Kunden auf die Tennishalle oder andere alternative Standorte ausweichen wollten, sei keineswegs sicher, ergänzt Odermatt. «Es kommt sicher viel Arbeit auf uns zu.»

Wie sich das Fehlen des Kursaals – er ist aus Sicherheitsgründen wegen der Bauarbeiten am neuen Hotel ab Oktober vorübergehend geschlossen – bis zur Wiedereröffnung im Dezember 2018 auswirke und wieweit Anlässe auf andere Standorte ausweichen würden, sei im Moment noch schwierig abzuschätzen, meint Odermatt.

Nur einer von vielen Anbietern

Eine Einschätzung, die Frédéric Füssenich teilt. «Schön ist das nicht für uns», sagt der Direktor von Engelberg-Titlis Tourismus. «Engelberg wird im Bereich Seminar und Kongress Marktanteile verlieren», ist er überzeugt. Es gebe gewissen Erklärungsbedarf, insbesondere gegenüber bestehenden Kunden, fährt Füssenich fort. Es habe auch Gruppen gegeben, die schon im Vorfeld aufgrund der bestehenden Unsicherheiten beschlossen hätten, ihren Anlass nicht in Engelberg durchzuführen. Natürlich könne man versuchen, zum Beispiel auf die Tennishalle auszuweichen. Allerdings brauche es zusätzliche Infrastruktur, die Halle sei nicht als Event- und Kongresshalle konzipiert, unterstreicht er Martin Odermatts Aussagen. «Das ist letztlich auch eine Preisfrage.» Es gebe in der Schweiz genügend Alternativen. «Ein Veranstalter aus Zürich, London oder Stockholm geht dann zum Beispiel nach Davos, wenn er in Engelberg nicht das findet, was er sich vorstellt. Das kann man auch niemandem übel nehmen. Wir bewegen uns in einem kompetitiven Umfeld.»

Auch Auswirkungen auf Hotels?

Der Kursaal trage substanziell zum Umsatz im Bereich Seminare, Kongresse oder Firmenanlässe bei, so Füssenich. In der Abstimmungsbotschaft hatte es geheissen, dass die Anlässe im Kursaal eine Wertschöpfung zwischen jeweils rund 2,5 und 3 Millionen Franken generieren. «Unsere Hoffnung war gross, mit den Anpassungen an der Tennishalle das Geschäft halten zu können», erklärt der Tourismusdirektor. Noch nicht vorhersagen lasse sich, wie sich die Situation auf jene Hotels in Engelberg auswirke, die sich auf dieses Segment spezialisiert hätten.

In Engelberg legt man aber nicht die Hände in den Schoss. «Wir gehen auf bestehende Kunden zu und schauen, ob wir ihnen einen alternativen Standort bieten können», sagt Füssenich. Und man fokussiere sich eher auf etwas kleinere Anlässe. Mit Blick in die Zukunft sagt er: «Wir werden uns schon bald mit der Zeit beschäftigen, wenn der Kursaal wieder offen ist.» Dann gelte es nach Möglichkeit, verlorenes Terrain wiedergutzumachen. Der Markt habe eine gewisse Vorlaufzeit. Verbände etwa planten ihre Anlässe längerfristig, und auch Firmen würden im Jahresrhythmus planen. «Wenn wir wissen, wann der Kursaal wieder aufgeht, müssen wir Gas geben. Eine neue Möglichkeit ergibt sich dann in der Vermarktung des Saals in Kombination mit dem neuen Luxushotel», hält Füssenich fest. «Mitte 2017 werden wir wieder mit dem Kursaal auf den Markt gehen.»

Martin Uebelhart

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