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ENGELBERG: Er ist bis heute ein «Bewegungsmensch» geblieben

So manche Bergtour hat Otto Küng in seinen 50 SAC-Jahren gemeistert. Mit 82 ist er gar noch fit für den Marathon im Engadin.
SAC-Jubilar Otto Küng geniesst die Aussicht auf seinem Balkon in Engelberg. Im Bild unten steht er (Zweiter von links) mit Kollegen auf einem Gipfel. (Bilder Corinne Glanzmann/PD)

SAC-Jubilar Otto Küng geniesst die Aussicht auf seinem Balkon in Engelberg. Im Bild unten steht er (Zweiter von links) mit Kollegen auf einem Gipfel. (Bilder Corinne Glanzmann/PD)

Katharina Schädler

«Die grösste Kunst am Bergsteigen ist, dass man dabei auch alt wird», sagte einst der bekannte österreichische Alpinist Hans Schwanda (1904–1983). Der gebürtige Alpnacher Otto Küng, der seit 50 Jahren in Engelberg SAC-Mitglied ist, darf ohne Scheu behaupten, diese «Kunst» zu beherrschen. Aktiv gesucht hat er die Kletterei weniger, das habe sich eher durch Kollegen ergeben, erzählt er. Öfter begleitete er diese übers Grassenbiwak bis zur Rugghubelhütte. Seine grösste Bergtour führte ihn auf den Dom, den mit 4545 Metern über Meer höchstgelegenen Berg der Schweiz.

Mit berühmten Alpinisten wie Reinhold Messner und Ueli Steck mag er sich nicht identifizieren. «Das sind Profis. Deren Motivation am Berg unterscheidet sich von meiner», so Otto Küng. Bei ihm selber stand immer die Bewegung in der ruhigen Berglandschaft im Vordergrund. «Ich bin ein absoluter Bewegungsmensch. Schon in jungen Jahren war ich es durch den Schulweg gewohnt, längere Strecken zu Fuss zu laufen.»

Packt noch immer mit an

Trotz seiner stattlichen 82 Jahre hat sich daran wenig geändert: Gemütliche Bahnfahrten und den Rummel in den Gipfelrestaurants sucht er nach wie vor nicht. Er packt auch noch aktiv beim Einrichten und Einwintern der Voralphütte UR mit an. Zudem halten ihn das Holzen auf der Hütte sowie sein heimischer Garten fit. Nicht zuletzt wegen des «Engadiners» achtet er noch stets auf seine Fitness – bereits unglaubliche 37 Mal hat er am legendären Ski-Marathon im Bündnerland teilgenommen. Und das selbst mit über 80 Jahren äusserst erfolgreich: 2014 brauchte er nur beeindruckende 3 Stunden und 4 Minuten für die 42 Kilometer lange Strecke. Um in Schuss zu bleiben, fährt Küng noch heute gerne mit dem Velo aufs Ristis oder wandert spontan zum Brunni hoch. Zu diesem Ort hat er denn auch einen speziellen Bezug: Seine Firma half damals bei der Erweiterung der Brunnihütte mit, er selbst auch als Fron­dienstler.

Gegründet hat er seine Firma Zimmerei und Chaletbau (heute Holzbau Engelberg AG), als er in den 1960er-Jahren nach Engelberg gezogen war. In der Zeit wurde er auch Mitbegründer und Präsident des heimischen Turnvereins und trat dem SAC bei. «Ich hatte das Glück, meine Vorliebe zum Beruf machen zu können und mit dem Sport und der Tätigkeit in den Vereinen einen guten Ausgleich zu haben. So konnte ich den Kopf freibekommen.» Auch den kameradschaftlichen Teil des Vereinslebens empfand er immer als grosse Bereicherung – für sich selber und ebenso für die Dorfgemeinschaft und deren Feste. Übrigens: Sein Bergsteigerwissen holte er sich im Militär. Er absolvierte die Ausbildung für das Hochgebirgsabzeichen. In Sommer- und Winterkursen lernte er grundlegende Dinge wie Karten- und Kompasslesen, erste Hilfe, allgemeine Gebirgstechnik und natürlich auch Materialkunde.

Hütten bieten mehr Komfort

Aus seiner Sicht haben sich in der Wanderszene im Laufe der Jahre vorwiegend die Ausrüstung und die Kleidung stark verändert. «Damals sind wir noch mit den roten Wandersocken und den Knickerbockerhosen gewandert. Auch die Hanfseile waren sehr schwer zu tragen.» Heute sei die Kleidung viel leichter und regenfester, stellt er dankbar fest. «Auf den SAC-Hütten traf man früher eigentlich nur Schweizer, und es gab jeweils nur eine Suppe und Tee zum Znacht», erinnert er sich weiter. Jetzt kriege man 4-Gang-Menüs serviert, wie im Tal. «Und», wirft seine Frau Elisabeth ein, die ihn über die Jahre oft begleitet hat, «heute trifft man in den Hütten sogar auch einmal einen Biker. Auch wenn er dafür das Rad teilweise über Felsen tragen muss.» Auch seien die SAC Hüttenküchen heute mit Strom versorgt, fährt Otto Küng fort. Zudecken könne man sich gegenwärtig mit Duvets anstelle von Wolldecken. «Allerdings geniesse ich diesen Komfort sehr, zurück wünsche ich mir den alten Standard nicht», gesteht Otto Küng zufrieden ein.

Es ist ihm zu wünschen, dass er seinen 40. Engadiner Marathon gesund und weiterhin so aktiv bestreiten darf.

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