ENGELBERG: Erleichterungen beim Lärmschutz beantragt

Bei zehn Liegenschaften werden tagsüber die Immissionsgrenzwerte um bis zu vier Dezibel überschritten. Die Gemeinde setzt auf Sanierungserleichterungen.

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Die Gemeinde Engelberg hat für die Gemeindestrassen ein Lärmsanierungsprojekt erstellt. Dies schreibt die Umweltschutzgesetzgebung vor. Laut dem jüngsten Gemeinde-Info wurde dabei in der Wyden- und der Wasserfallstrasse bei vereinzelten Liegenschaften der Immissionsgrenzwert überschritten. «Insgesamt betrifft dies zehn Häuser mit etwa 22 Wohnungen», sagt Bendicht Oggier, Geschäftsführer der Gemeinde Engelberg, auf Anfrage. Er schätzt, dass dort rund 35 bis 40 Leute wohnen.

Der Immissionsgrenzwert beträgt für die Empfindlichkeitsstufe II, in welcher die Häuser eingeteilt sind, 60 Dezibel während des Tages und 50 Dezibel in der Nacht. «Tagsüber wurde der Grenzwert bei den Messungen bei einem Gebäude um vier Dezibel überschritten», so Oggier. Bei den weiteren betroffenen Häusern sei die Überschreitung geringer gewesen.

Bericht: Massnahmen kaum realisierbar

Bei einer Überschreitung der Grenzwerte sind die Strasseneigentümer laut Gesetz dafür verantwortlich, Sanierungsmassnahmen zu ergreifen. Das Gesetz sieht jedoch auch sogenannte Sanierungserleichterungen vor. Insbesondere wenn Sanierungsmassnahmen unverhältnismässige Betriebseinschränkungen oder Kosten verursachen würden oder wenn überwiegende Interessen des Ortsbild-, Natur- und Landschaftsschutzes, der Verkehrs- und Betriebssicherheit entgegenstehen. Die Gemeinde Engelberg beantragt nun beim Obwaldner Volkswirtschaftsdepartment eine solche Erleichterung. Lärmschutzmassnahmen liessen sich kaum realisieren, kommt ein in Auftrag gegebener Bericht zum Schluss. «Lärmschutzwände entlang von Gemeindestrassen wären wohl nicht denkbar», sagt Bendicht Oggier. Auch Anpassungen an der Strasse oder Umleitungen seien nicht realistisch, hält er fest. Zu Massnahmen an den Gebäuden selber, etwa den Einbau von Schallschutzfenstern, sei die Gemeinde nicht verpflichtet: «Der Alarmwert wird nicht überschritten.» Dieser beträgt 70 Dezibel am Tag und 65 Dezibel in der Nacht.

Gleichzeitig mit den Sanierungserleichterungen beantragt der Gemeinderat die Abweisung von zwei Einsprachen. «Die Einsprecher haben in erster Linie die Aussagekraft der Lärmmessungen in Frage gestellt.»

Der Gemeinderat hat aufgrund des Verkehrsaufkommens auch an der Engelberger- und Schwandstrasse Lärmmessungen machen lassen. «Dort wurden die Werte nicht überschritten», sagt Bendicht Oggier.

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch