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ENGELBERG: Es geht um eine Million: Tourismusdirektor errichtet Westernstadt

Das Winnetou-Fieber hat die Gemeinde gepackt. Der Tourismus und das Gewerbe wollen sich ein Stück vom Freilichtspiel-Kuchen abschneiden. Konzerte, Tanzshows und spezielles Essen sollen die 40 000 Besucher ins Dorfzentrum locken.
Bereit für das Freilichtspektakel: Tourismusdirektor Frédéric Füssenich schaut zu, wie Martin Amstutz vom Werkhof die erste Girlande in der Dorfstrasse montiert. (Bild: Philipp Unterschütz (Engelberg, 5. Juli 2017))

Bereit für das Freilichtspektakel: Tourismusdirektor Frédéric Füssenich schaut zu, wie Martin Amstutz vom Werkhof die erste Girlande in der Dorfstrasse montiert. (Bild: Philipp Unterschütz (Engelberg, 5. Juli 2017))

Nur noch wenige Tage, bis am 15. Juli hinten im Engelbergertal beim Restaurant Wasserfall die «Winnetou»-Freilichtspiele beginnen. Das prächtige Gelände, auf dem Winnetou und Old Shatterhand ihre Abenteuer bestreiten, liegt aber ziemlich aus­serhalb des Dorfkerns. Und damit besteht eine gewisse Gefahr, dass viele der fast 40000 erwarteten Besucher das Zentrum links liegen lassen – umso mehr, als sich direkt neben dem Spiel­gelände der «Karl-May-Circle» mit Verpflegungsmöglichkeiten und Souvenirständen befindet.

Der Engelberger Tourismusdirektor Frédéric Füssenich rechnet mit einer potenziellen Wertschöpfung von rund einer Million Franken durch die «Winnetou»-Freilichtspiele. «Wir versuchen deshalb, möglichst viele Gründe zu schaffen, dass die Besucher nicht nur für die Vorstellung anreisen, sondern dass sie Tagesausflüge machen und auch Zeit im Dorf verbringen.» Und dort sollen sie natürlich auch den einen oder anderen Franken liegen lassen, auch das Gewerbe im Zentrum möchte sich ein Stück vom Kuchen abschneiden.

Tourismus beteiligt sich an Dekokosten

Mit Westernstimmung will man die Gäste anlocken. Im Dorf sieht es denn auch bereits aus, als würde demnächst eine typisch amerikanische Parade durchziehen. Rund 100 Laufmeter Girlanden – der amerikanischen Flagge nachempfunden – hängen zwischen Bahnhof und Kloster über der Strasse. Und viele Geschäfte und Restaurants sind im Westernstil dekoriert und bieten spezielle Produkte an.

Ein grosser Teil des Deko-materials gehört Kurt Meyer aus Bremgarten, der einen riesigen Fundus von echten Westernutensilien von Bisonschädeln über Westernsättel bis zu Colts besitzt und diese vermietet. Die Engelberg-Titlis Tourismus AG hat vorgängig Hotels, Restaurants und Geschäfte aufgefordert, mitzuhelfen, Engelberg in eine Westernstadt zu verwandeln. «Dreissig Leistungserbringer machen mit», freut sich Füssenich über die gute Resonanz. «Achtzehn Betriebe haben unser Angebot angenommen, dass wir zwei Drittel der Mietkosten übernehmen. Die anderen zwölf gestalten selber etwas.» Die meisten Restaurants haben typische amerikanische Gerichte auf die Karte genommen. Und im Irish-Pub The Core sowie in den Bars Yucatan und Gletscherspalte gibt es an bestimmten Tagen die passende Country- und Americana-Musik oder gar Saloon-Girls-Tanzshows. Engelberg Tourismus hat dazu Drucksachen wie eine Übersichtskarte der Aktivitäten gestaltet, und das Sommerprogramm für Kinder wurde mit Bogenschiessen oder einer Winnetou-Schatzsuche ausgebaut.

Winnetou-Packages laufen besser als erwartet

«Unsere eigenen Aktivitäten kosten wohl höchstens 25000 Franken», schätzt Frédéric Füssenich. Gut investiertes Geld sei das, die ganze Sache hat in Engelberg eine äusserst positive Eigendynamik angenommen. So waren die 800 Vorpremieren-Tickets zum Spezialpreis für Engelberger innert weniger Stunden ausverkauft. «Auch daran spürt man, was für ein Riesenthema die Freilichtspiele hier sind. Fast jeder kennt jemanden, der in irgendeiner Form beteiligt ist.» Und auch die Akzeptanz sei viel schneller da gewesen und viel grösser als bei anderen Events, bei denen in Engelberg meist eine gesunde Skepsis am Anfang stehe.

Zufrieden dürfen auch die Hotels sein. Von den speziellen Packages, die Ticket, Übernachtung und Frühstück beinhalten, sind bereits weit über 500 verkauft. Das sei sehr erstaunlich, betont der Tourismusdirektor. «Packages sind wegen der Individualität der Gäste heute eigentlich nicht mehr so gefragt. Daher sind wir positiv überrascht.» Es sei anzunehmen, dass nach der Berichterstattung über die Premiere der Verkauf nochmals anziehen werde. Die Girlanden übrigens hat Engelberg Tourismus gekauft. Ein Zeichen, wie sehr man hofft, dass die Freilicht­spiele zur Institution werden.

Philipp Unterschütz

<span class="mail_autor">philipp.unterschütz@</span>obwaldnerzeitung.ch

Hinweis Weitere Infos:www.engelberg.chund w<i style="font-size: 1em;">ww.winnetou.ch</i>

Dekorieren ist Ehrensache

GemeindeNicht nur Gastrobetriebe, die sich einen Mehrumsatz erhoffen, zeigen Flagge. So sind zum Beispiel auch die Schaufenster der Apotheke Engelberg an der Dorfstrasse oder das Hair- Stübli an der Klosterstrasse wegen der Freilichtspiele mit Westernutensilien geschmückt. Für beide wurde das Dekomaterial selber bei Bekannten aufgetrieben. «Umsatzmässig werden wir wohl kaum von den Freilichtspielen profitieren. Wir machen mit, weil es eine gute Werbung für Engelberg ist. Zudem wollen wir zur angestrebten Belebung der Dorfstrasse beitragen», sagt Luzia Schmid, Verwalterin der Apotheke Engelberg. Auch Annett Abend vom Hair-Stübli erwartet keinen direkten Mehrumsatz, ist aber trotzdem mit Freude dabei und wirkt auch noch bei sechs Vorstellungen beim Perücken- setzen mit. «Ich will mithelfen, das Dorf attraktiver zu machen. Es ist gut, dass einheimische Touristen mit den ‹Winnetou›-Freilichtspielen speziell angesprochen werden. Das ist mal was anderes im sonst oft von indischen und chinesischen Touristen dominierten Engelberg.» (unp)

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