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ENGELBERG: Frauen werden auf Piste gelockt

Im Klosterdorf können Frauen im Januar wieder gratis Ski fahren. Was in Österreich verboten wurde, ist hierzulande akzeptiert.
Marion Wannemacher
Eine Skifahrerin geniesst ihre Schwünge am Titlis. (Bild Roger Grütter)

Eine Skifahrerin geniesst ihre Schwünge am Titlis. (Bild Roger Grütter)

Marion Wannemacher

Freie Cocktails an speziellen Abenden unter der Woche, freier Eintritt in Discos: Das kennt frau unter dem Begriff Ladies Night. In Engelberg gibt es im Januar wieder eine «Ladies Week»: Wer mindestens vier Nächte bucht, kann vom 16. bis 23. Januar gratis auf die Piste. Bereits zum vierten Mal stehe das Angebot zur Verfügung, erklärt Tourismusdirektor Frédéric Füssenich auf Anfrage.

«Wir haben damals überlegt, welche Angebote wir in der Zwischensaison schalten könnten.» Frauen gingen gemeinsam auf Städtetrips, also wollte man wissen, ob sie auch Ski fahren, und die Rechnung ging auf – zumindest teilweise. Letztes Jahr wurde diese Woche gegen hundert Mal gebucht. Dabei kämen nicht nur «Girls» in Gruppen, sondern auch Skifahrerinnen mit Partner oder Kleinkind. Ob sie auch sonst kämen, kann man nicht sagen. Die Finanzierung teilen sich Hotels, Bergbahnen und Engelberg-Titlis Tourismus.

Willkommensdrink an der Bar

Die Klewenalp wirbt im dritten Winter mit einem Frauentag. Vom 4. Januar bis 14. März fahren Frauen montags für den halben Preis Ski und erhalten an der Panoramaschneebar einen Willkommensdrink. Laut Sepp Odermatt, Geschäftsführer der Bergbahnen Beckenried-Emmetten, machten sie «sehr positive Erfahrungen. Es hat sich eine regelrechte Frauen-Community gebildet, die den Montag einplant. Das sind sportliche Frauen jeden Alters, die sich an der Schneebar treffen und Spass haben wollen.» Sie kämen aus dem ganzen Einzugsgebiet. Den zahlenmässig positiven Effekt für die Bergbahnen könne er aber nicht genau beziffern.

Gleichstellungsstelle schritt ein

Auch in Österreich kannte man solche Angebote, so in St. Anton, im Grossarltal oder in Kitzbühel. Nicht zur Freude aller: Im Salzburger Land verbot die Gleichbehandlungsanwaltschaft dies. Solche Angebote nur für Frauen seien diskriminierend und damit unzulässig.

Warum nicht ein Vatertag?

Das sieht Verena Zellweger, Gleichstellungsbeauftragte des Kantons Obwalden, gelassener: «Ich würde es nicht so eng sehen, dass solche Angebote diskriminierend sind für Männer. Aber warum nicht im Gegenzug ein Angebot für einen Vatertag, vielleicht kombiniert mit einem Kindertreff, organisieren? So liesse sich Männern entgegenkommen, die sich benachteiligt fühlen könnten.»

«Nein, wir wollen damit keine politische Botschaft aussenden», betont Frédéric Füssenich zum Angebot am Titlis. «Es ist lediglich ein Angebot in einer Zeit, in der wir nicht so ausgelastet sind.» Bereits gibt es ein neues: Ein «Girls-Freeride-Camp» vom 17. bis 20. Dezember, das sich an Freeriderinnen richtet. Das Wochenende «Shades of Winter» mit «Powder Skiing und Lawinensicherheitstraining» ist bereits ausgebucht.

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