ENGELBERG: Freestyler Fabian Bösch zeigt Flugshow am Titlis

Fabian Bösch und seine Kollegen der Freestyle-Skitour wirbeln derzeit über dem Titlisgletscher durch die Lüfte. Und versetzen die Gäste aus Indien und dem Fernen Osten ins Staunen.

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Fabian Bösch scheint der Schwerkraft zu entfliehen, ein anderen Athlet filmt das Ganze. (Bild: Corinne Glanzmann (Engelberg, 23. Mai 2017))

Fabian Bösch scheint der Schwerkraft zu entfliehen, ein anderen Athlet filmt das Ganze. (Bild: Corinne Glanzmann (Engelberg, 23. Mai 2017))

Primus Camenzind
redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Der Engelberger Fabian Bösch verwirklicht diese Woche den Traum einer «FBI-Flugshow» auf seinem Hausberg. FBI steht für «Fabian Bösch Invitation». In der Tat: Der Weltmeister 2015 im Slopestyle und X-Game-Sieger 2016 in der Disziplin Big Air hat eingeladen – und viele seiner Kollegen sind seinem Ruf gefolgt.

Weltmeister Fabian Bösch lädt zur «FBI Flugshow» auf den Titlis. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
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Der Engelberger verwirklicht diese Woche einen auf seinem Hausberg. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
FBI steht für «Fabian Bösch Invitation». (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
In der Tat: Der Weltmeister 2015 im Slopestyle und X-Game-Sieger 2016 in der Disziplin Big Air hat eingeladen.. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
...und viele seiner Kollegen sind seinem Ruf gefolgt. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
Weltmeister Fabian Bösch lädt zur "FBI Flugshow" auf den Titlis. Fotografiert am 23. Mai 2017. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
Fabian Bösch und Co. stürzen auf ihren Brettern – vorwärts oder rückwärts – den Anlauf hinunter und flitzen über die Schanze, um sich gehörig durch die Luft schleudern zu lassen. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
Andere lassen sich von der Buckelpiste durchschütteln oder experimentieren an neuen «Moves» (Figuren) herum. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
Der sympathische Initiant der «FBI-Flugshow» steht uns schon bald für Fotos und ein lockeres Gespräch zur Verfügung. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))
In der Zwischenzeit hat sich herumgesprochen, dass unsere Zeitung mit einem Weltmeister im Gespräch ist: Zahlreiche indische Gäste rücken mit ihren Handys an. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))

Weltmeister Fabian Bösch lädt zur «FBI Flugshow» auf den Titlis. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ))

Im Schatten des majestätischen Titlisgipfels geniessen der Autor dieses Textes und die Fotografin an diesem Dienstag kurze Weile. Während sich Peter Reinle, Marketingleiter der Titlisbahnen, für unsere Zeitung auf die Suche nach Fabian Bösch begibt, machen wir uns einen Spass daraus, die Masse der asiatischen Gäste – zur Hauptsache Inder mit Kind und Kegel – bei ihren ersten Rutsch- und Gleitversuchen auf dem eigenen Schuhwerk oder auf Schlitten und Schläuchen zu beobachten. Der «Tummelplatz» direkt neben dem Parcours der Freestyle-Cracks besitzt an einem sonnigen Tag den Charme eines indischen Marktes.

Sprünge im richtigen Licht

Die Touristen nehmen anfänglich kaum Notiz vom waghalsigen Treiben der Spitzenathleten. Fabian Bösch und Co. stürzen auf ihren Brettern – vorwärts oder rückwärts – den Anlauf hinunter und flitzen über die Schanze, um sich gehörig durch die Luft schleudern zu lassen. Andere lassen sich von der Buckelpiste durchschütteln oder experimentieren an neuen «Moves» (Figuren) herum. Wieder andere gönnen sich auf den Liegestühlen am Pistenrand eine Pause. 
Der sympathische Initiant der «FBI-Flugshow» steht uns schon bald für Fotos und ein lockeres Gespräch zur Verfügung. Es gilt allerdings, den richtigen Zeitpunkt für die Bilder zu wählen, weil das Wechselspiel zwischen Sonne und Wolken zuweilen ein diffuses Licht erzeugt. Und nachdem die Aufnahmen von Fabian Böschs Sprüngen «im Kasten sind», erzählt der aus dem Aargauischen stammende Weltmeister von seinem Projekt. «Die Saison mit den Wettbewerben ist vorbei, es ist schön warm, der Schnee ist weich, und wir können es so richtig geniessen», gibt er zu verstehen. Das Verhältnis unter den Athleten sei bei den Freestylern recht eng und freundschaftlich, «und wenn einer etwas auf die Beine stellt, sind wir schnell dabei und helfen mit», erklärt er. «Dass sogar zwei Kollegen aus Kanada angereist sind, freut mich ganz besonders.» 

Bereits im Dezember vergangenen Jahres begann der 19-Jährige mit tatkräftiger Mithilfe seines Vaters Markus, die ganze Woche zu planen. Weil er im Januar eine Verletzung erlitt, hatte Bösch die Zeit, sich hauptsächlich um den Anlass zu kümmern. «Die Idee von Vater und Sohn entstand ganz spontan», erklärt Peter Reinle bereits bei der Bahnfahrt in Richtung Gipfel. «Die Motivation des Tourismusvereins, der Titlisbahnen und weiterer Sponsoren, das Vorhaben tatkräftig zu unterstützen, geht hauptsächlich auf die sportlichen Leistungen von Fabian zurück.» 

Den Parcours selbst aufgebaut

Der Gastgeber krönt diese Woche auch einen «Overall-Skifahrer»  – einer, der sich in allen Disziplinen am besten zurechtfindet. Nebenbei stehen kleinere Wettkämpfe auf dem Programm. «Nichts Grosses, mit bescheidenen Sachpreisen. Wir machen das zum ersten Mal und müssen unser Budget tief halten», lässt uns Fabian Bösch wissen. Beim Bau des ganzen Parcours legten er und seine Freunde selber Hand an. Ein Spezialist aus Saas-Fee reiste spontan nach Engelberg, um fachmännischen Beistand zu leisten. «Es gibt viele Disziplinen, diese Tatsache wollte ich berücksichtigten. Deshalb entsteht halt auch recht viel Arbeit», betont Bösch. 

Sind auch Spass und Ferien angesagt, bevor die Vorbereitungen auf den kommenden Winter wieder losgehen? «Spass haben wir schon jetzt», lacht Fabian Bösch. Zurzeit absolviert er die Sportler-RS in Magglingen, «und dann geht’s mit dem Team für eine Woche zum Surfen». Er will sich im Sommertraining auf den Gletschern von Saas-Fee und Zermatt so vorbereiten, dass er auch in Zukunft Spitzenplätze erreichen kann.

In der Zwischenzeit hat sich herumgesprochen, dass unsere Zeitung mit einem Weltmeister im Gespräch ist: Zahlreiche indische Gäste rücken mit ihren Handys an. Bösch nimmt’s gelassen und zeigt sich seinen neuen Fans gegenüber zuvorkommend.