Engelberg
Gemeinderat zeichnet energiebewusste Firmen aus

Engelberg will auch Gewerbetreibenden die Möglichkeit geben, Teil der Energiestadt Engelberg zu werden. Auch die Titlisbahnen wurden mit «Vorbild Energie» ausgezeichnet.

Matthias Piazza
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Die Titlisstrasse in Engelberg.

Die Titlisstrasse in Engelberg.

Bild: Eveline Beerkircher (21. März 2019)

Für Engelberg als Tourismusdestination hat Klimaschutz eine sehr hohe Wichtigkeit, wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt. Sie hat sich bereits 2011 als Energiestadt zertifizieren lassen und will darum – entsprechend den Zielen des Bundesrates – auch bis 2050 eine ausgeglichene Klimabilanz ausweisen. «Um unseren Gästen Engelberg als Attraktion verkaufen zu können, brauchen wir einen wirkungsvollen Klimaschutz», wird Peter Kuhn zitiert, Präsident der Energiekommission Engelberg. «Unsere Gäste sollen zudem Ferien in Engelberg verbringen können und diesbezüglich ein gutes Gewissen haben. Mit Energiestadt ist aber nicht nur die Gemeindeverwaltung angesprochen. Alle sollen ihren Beitrag dazu leisten können: Einheimische, Zweitwohnungsbesitzer, Gäste und auch Gewerbetreibende.»

Engelberg will bis 2050 eine ausgeglichene Klimabilanz.

Engelberg will bis 2050 eine ausgeglichene Klimabilanz.

Bild: Romano Cuonz (2. September 2014)

Auf welche Art «verschwindet» die Energie?

Um als «Vorbild Energie» ausgezeichnet zu werden, müssen die Firmen drei Bedingungen erfüllen. Sie müssen bereits ein Energieprojekt umgesetzt haben, sie müssen sich verpflichten, ein neues Projekt umzusetzen und sie müssen eine Energieberichterstattung führen. Insbesondere muss der Energieverbrauch für die Wärme und Elektrizität jährlich ausgewiesen – und wenn möglich – auch gesenkt werden. Am Anfang steht der Energiefluss im Betrieb, wenn bekannt ist, wo und auf welche Art die Energie «verschwindet», ist es verhältnismässig einfach, die richtigen Massnahmen zu finden, heisst es weiter. Die als «Vorbild Energie» ausgezeichneten Firmen dürfen für sich das Energiestadtlogo von Engelberg verwenden und so gegenüber ihren Kunden ihr Engagement dokumentieren.

Die Aktion wurde zusammen mit dem Gewerbe Engelberg lanciert, welches «Vorbild Energie» auch unterstützt. Es konnten insgesamt neun Betriebe als Vorbild ausgezeichnet werden. Auch der Betrieb mit dem grössten Energiebedarf, die Titlisbahnen, sind «Vorbild Energie». Direktor Norbert Patt: «Engelberg als führende Tourismusdestination muss sich zur Nachhaltigkeit bekennen. Unser Projekt auf dem Titlis soll diesbezüglich ein Leuchtturm sein, architektonisch und auch energetisch.»

Fernsteuerung für Zweitwohnungen

Im nächsten Projekt sind die Zweitwohnungsbesitzer angesprochen. In Engelberg befinden sich etwa 2350 Zweitwohnungen, welche ebenfalls beheizt werden und auch Elektrizität benötigen. Die energetische Erneuerung der Bauten und der Ersatz der fossilen Heizungsanlagen ist eine Herkulesaufgabe, schreibt der Gemeinderat. Aber in Zweitwohnungen lasse sich der Wärmeverbrauch extrem reduzieren, wenn während der Abwesenheit die Raumtemperatur reduziert werde. Damit zu Beginn der Ferien die Wohnung wieder warm sei, lohne sich der Einbau einer Fernsteuerung. Energiekommissionspräsident Peter Kuhn: «Für die Sensibilisierung der Zweitwohnungsbesitzer werden wir im Rahmen der Kampagne ‹Make heat simple› mit dem Bundesamt für Energie, der IG Zweitwohnungsbesitzer und den Liegenschaftsverwaltungen zusammenarbeiten. Dabei ist uns auch wichtig, Nähe und Kontakt zu den Zweitwohnungsbesitzern zu finden. Deshalb ist die Durchführung einer Aktion ‹Erlebnis Energie› in Vorbereitung.»