ENGELBERG: Grandhotel soll 2015 öffnen

Das Baugesuch für das neue 5-Sterne-Superior-Hotel am Kurpark ist Ende 2012 eingereicht worden. Der Wellnessbereich soll auf das Dach des Neubaus weichen.

Robert Hess
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So soll der Hotelkomplex dereinst aussehen: links der «Europäische Hof», rechts der Neubau, dazwischen liegt der Kursaal, der überdacht wird. (Bild: Visualisierung: Architron)

So soll der Hotelkomplex dereinst aussehen: links der «Europäische Hof», rechts der Neubau, dazwischen liegt der Kursaal, der überdacht wird. (Bild: Visualisierung: Architron)

Sieben Monate nach der ersten Präsentation des 100-Millionen-Neubauprojektes und des chinesischen Investors Yunfeng Gao liessen sich am Montagabend über 200 Personen von Vertretern der Bauherrschaft und der Architekten über den Stand der Planung und den «Fahrplan» informieren. Das Siegerprojekt «Engelbert» der Masswerk Architekten AG Kriens/Zürich und der Graber Pulver Architekten AG Zürich/Bern sieht vor, den Neubau mit dem heutigen «Europäischen Hof» zu verbinden und den bestehenden Kursaal in den Neubau zu integrieren. Das neue 5-Sterne-Superior-Hotel soll im Endausbau 120 Hotelzimmer aufweisen. Geplant sind des Weiteren Restaurants sowie Seminar- und Wellnessbereiche. Die Eröffnung ist 2015 geplant.

Kursaal bleibt selbstständig

Informiert wurde am Montagabend im Kursaal. Mehrmals wurde betont, dass dieser auch nach der Integration ins Neubauprojekt selbstständig bleibe. «Der wunderbare Bau wird zwar überdacht werden, doch das Innere wird integral übernommen und bleibt in seiner Funktion für die Benützung durch Vereine, Gesellschaften oder Firmen erhalten», versicherten die Architekten Matthias Baumann und Tom Pulver. Die Kursaal Engelberg AG als Eigentümerin und Betreiberin könne vom Umbau auch direkt profitieren: Im Foyer ständen rund 1000 Quadratmeter Fläche mehr zur Verfügung, und in der zweistöckigen unterirdischen Einstellhalle mit direktem Zugang zum Foyer bestehe ein neues Parkplatzangebot für die Besucher.

Wellnessbereich auf dem Dach

«Seit der Vorstellung des Siegerprojektes Ende Juni 2012 haben die Architekturteams das Projekt in enger Zusammenarbeit mit Investor Yunfeng Gao und der Eberli Entwicklung AG weiter verfeinert», schreibt die Bauherrschaft. «Wesentlichste Änderung gegenüber dem ersten Projekt ist die Platzierung des Wellnessbereichs», erklärte Architekt Matthias Baumann. Dieser war ursprünglich in einem separaten dreigeschossigen Gebäude vorgesehen. Im überarbeiteten Projekt ist die rund 2800 Quadratmeter grosse Wellnessanlage, inklusive Aussenbad, auf dem Dach des Neubaus geplant.

Nicht aufgegangen ist die «Rechnung» mit heissem Wasser aus einer Tiefe von rund 2,5 Kilometern für die Energieversorgung. Investor Yunfeng Gao, dessen Firma Han’s Europe AG bereits 2011 das Hotel Europäischer Hof erworben hatte, «wünschte für die Energieversorgung des Hotels und des Spa-Bereichs saubere Energie mit heissem Wasser aus der Tiefe», sagte Max Lehmann von der Baumanagement GmbH, Luzern. Die geologischen Untersuchungen hätten aber eine zu geringe Wahrscheinlichkeit aufgezeigt, dass solches Wasser in Engelbergs Tiefen vorhanden sei. «Wir werden nun Versuche mit Erdwärme vornehmen», so Lehmann, «und zudem weist die neue Hotelanlage Minergiestandard auf.»

Wesentlicher Bestandteil des Neubauprojektes ist der Umbau des Hotels Europäischer Hof. Laut dem Luzerner Architekten Iwan Bühler will man Ende der laufenden Wintersaison mit dem Umbau beginnen. Im Mittelpunkt steht die Reduktion der bestehenden 95 auf 55 komfortablere Zimmer. Besonderen Wert legt die Bauherrschaft auch auf die Gestaltung der Fassade in Richtung Kurpark sowie des Daches. «Das Gebäude wird aber nicht höher werden», versicherte Lehmann auf eine entsprechende Publikumsfrage.

Viel Beifall für das Gesamtprojekt

Ein Stein im Weg ist derzeit noch eine Bauverbotsdienstbarkeit, die eine Nebenparzelle betrifft. Jedoch soll später genau dort die Einfahrt zur Tiefgarage erstellt werden. Toni Bucher, CEO der Eberli Generalunternehmung AG, hofft nun, dass demnächst eine positive Lösung gefunden werden kann. Zusammen mit Talammann Martin Odermatt freut sich Bucher zudem «heute schon auf ein Grandhotel für die Engelberger». Das Publikum im Kursaal schien damit einverstanden zu sein, denn es quittierte die Ausführungen der Fachleute jeweils mit lebhaftem Beifall.