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ENGELBERG: Grosser «Run» auf die Wohnungen im Titlis-Resort

Eineinhalb Jahre nach der Er­öff­nung sind alle Wohnungen des Titlis-Resorts verkauft oder vermietet. Dies trotz eines grossen Hotelangebots im Klosterdorf.
Norbert Patt, Direktor der Titlis-Bahnen, im Titlis-Resort in Engelberg. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue Obwaldner Zeitung)

Norbert Patt, Direktor der Titlis-Bahnen, im Titlis-Resort in Engelberg. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue Obwaldner Zeitung)

Mehr als 33 000 Übernachtungen verzeichnete das Titlis-Resort in seinem ersten «kompletten» Betriebsjahr nach der Fertigstellung im Oktober 2014. Alle 113 Wohnungen und Studios wurden verkauft – 24 bleiben im Besitz der Bergbahnen. Und auch der Mietbetrieb beim Resort, einen Steinwurf von der Titlis-Bahn-Talstation entfernt, läuft auf Hochtouren. Direktor Norbert Patt führt diesen Erfolg auf das Produkt zurück: «Der Gast residiert in einer günstigen Ferienwohnung und geniesst eine Betreuung wie in einem Hotel. Das Konzept kommt an.» Wer im Titlis-Resort Ferien mache, treffe auf eine Rezeption, könne sich im Wellnessbereich entspannen, eine Massage buchen und profitiere von weiteren Dienstleistungen.

Hotspot für indische Familienclans

Die Gäste können zudem Getränke, Fleisch und weitere Kolonialwaren bei lokalen Lieferanten in die Wohnung bestellen. «Diese Kombination spricht vor allem Familien an, die so preiswert Ferien machen können und die Freiheiten schätzen. Und sie haben im Gegensatz zum Hotel mehrere Zimmer zur Verfügung», sagt Norbert Patt.

Er spricht von Kosten von etwa 1800 Franken für eine vierköpfige Familie in der Woche. Gut ein Viertel der Übernachtungen werde durch Kinder generiert. Mit über 9300 Logiernächten jährlich sind Schweizer Gäste die wichtigste Gruppe – vor Touristen aus Indien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Deutschland. Im Winter residieren vor allem europäische Gäste im Resort. Im Frühling kämen viele ausländische Gäste, vor allem indische. «Die Familien unternehmen von hier aus Ausflüge auf den Titlis, nach Luzern, aufs Jungfraujoch oder nach Mailand zum Shoppen.» Den Herbst bezeichnet Patt als schwierigste Jahreszeit für die Vermarktung.

Hotelierverein sieht eigene Vorteile

Mit seiner speziellen Form schliesse das Titlis-Resort eine Lücke im Übernachtungsangebot von Engelberg mit seinen rund 30 Hotels, führt Patt weiter aus. «Wer eine Alternative zum Hotel suchte, hatte bisher einen schweren Stand, da sich das Angebot von Ferienhäusern bisher in Grenzen hielt und viele Ferienwohnungen in die Jahre gekommen sind», erläutert Patt. «Und hotelähnliche Dienstleistungen bieten ja die wenigsten Ferienhausvermieter an.» Insofern sei die örtliche Ferienhaus-Branche wohl etwas unter Druck gekommen. Von Konkurrenzdenken zwischen der Hotellerie und den Titlis-Bahnen könne hingegen keine Rede sein. «Wir sprechen ein anderes Gästesegment an.» Wer etwa Halbpension und sonstige Annehmlichkeiten eines Hotels wolle, ist laut Patt im Titlis-Resort falsch.

Ähnliche Töne schlägt Thomas Ditt­rich, Präsident des Hoteliervereins Engelberg, an: «Grundsätzlich haben Gäste in Ferienwohnungen andere Motivationen und Erwartungen an die Serviceleistungen als Hotelgäste.» Das Titlis-Resort generiere zusätzliche Wertschöpfung und mehr Gäste, die auch in Hotelrestaurants konsumierten. «Davon profitiert ganz Engelberg», so Dittrich.

Bessere Auslastung der Bergbahn

Das Resort-Angebot spielt den Titlis-Bergbahnen in die Hände. «Dank der Feriengäste können wir die Auslastung der Bahnen verbessern und so die hohen Fixkosten unseres Ganzjahresbetriebes besser amortisieren», erklärt Norbert Patt. 30 Millionen Franken betrug der Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr, einen Viertel mehr als im Vorjahr. Von dieser Steigerung gehe wohl ein beträchtlicher Teil aufs Konto des Titlis-Resorts. «Wer im Resort übernachtet, benutzt höchstwahrscheinlich auch unsere Bahnen.» Der Wohnungsverkauf spülte im vergangenen Jahr 9 Millionen Franken in die Kasse.

Mit einem ausgeklügelten System schaffen die Titlis-Bahnen auch eine optimale Auslastung der Ferienanlage. Denn den Besitzern steht es frei, ihre Ferienwohnung während ihrer Abwesenheit der Bahn gegen Entgelt zur Verfügung zu stellen, die sie dann an Gäste weitervermietet. Von diesem Angebot machen aktuell 46 Kunden Gebrauch. Trotz des grossen Erfolges hat man aber keine Ausbaupläne. «Wichtig ist für uns, dass wir das Kontingent an Wohnungen behalten und weiter vermarkten können.» Rund 70 Millionen investierten die Titlis-Bahnen in die Ferienhaussiedlung eingangs des Dorfes.

Matthias Piazza

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