Engelberg
«Grünenwald» kann mit der Sanierung loslegen

Mindestens 50'000 Franken wollte der Verein über Crowdfunding sammeln für die Sanierung des Gasthauses für Musiker. Es kam viel mehr zusammen. Das kommt den Badezimmern zugute.

Matthias Piazza
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Vereinspräsident Fabian «Hefe» Christen (links) mit Verwaltungsratspräsident Hannes Blatter im Gasthaus Grünenwald.

Vereinspräsident Fabian «Hefe» Christen (links) mit Verwaltungsratspräsident Hannes Blatter im Gasthaus Grünenwald.

Bild: Dominik Wunderli (Engelberg, 20. August 2019)

«Der hohe Betrag hat uns wirklich aus den Socken gehauen», kommentiert Fabian «Hefe» Christen, Präsident des Vereins Grünenwald, das Ergebnis des soeben abgeschlossenen Crowdfundings für die Sanierung des Musiker-Gasthauses Grünenwald. Auf 50'000 Franken hatte der Verein die Fundingschwelle angesetzt. Dieser Betrag, der nötig ist, damit dieses Anfang November gestartete Crowdfunding überhaupt zu Stande kam, war schon im Dezember beisammen. «Als wir das Ziel von 80'000 Franken erreichten, wurde ein Traum wahr. Nun sind es 93'655 Franken. Das ist fantastisch.»

Unter den 344 Unterstützern hätten viele einen ganz engen Bezug zum «Grünenwald», sei es, weil sie dort schon einmal Gast gewesen oder aufgetreten seien. Auch über kleine Beiträge habe er sich gefreut. «Ein Musiker, den ich gut kenne, spendete 15 Franken, für ihn viel Geld. Das habe ich sehr geschätzt.»

Wie beim Crowdfunding üblich, dürfen sich die Spender auf Gegenleistungen freuen. Jene 40, die 50 Franken spendeten, bekommen als Dankeschön eine schön gestaltete Postkarte. Für 200 Franken wird der Name auf einem Fensterladen oder dem Garagentor verewigt. Die zwei «Grünenwald»-Spender, denen die Sanierung je 1000 Franken wert war, kommen in den Genuss eines Elritschi-Konzertes. Und beim edlen Spender von 5000 Franken treten Jolly and the Flytrap auf.

«Für mich ein Zeichen hoher Wertschätzung»

«Die hohe Spendenbereitschaft ist für mich ein Zeichen, dass der ‹Grünenwald› in der Region eine hohe Wertschätzung geniesst. Den Leuten liegt viel am Erhalt dieser Institution», so Fabian Christen. Nach dem grossen Erfolg mit dem Crowdfunding stehen die Zeichen für eine prosperierende Zukunft mehr als gut. «Es liegt mehr drin als geplant. So können wir beispielsweise auch die Badezimmer nach der Sanierung wieder kunstvoll gestalten und so den Charakter des ‹Grünenwaldes› erhalten», freut sich Fabian Christen.

Der «Grünenwald».

Der «Grünenwald».

Bild: Obwaldner Zeitung (25. August 2019)

Damit sei ein Teil der Finanzierung von insgesamt 600’000 Franken gesichert. Gespannt warten die Verantwortlichen nun auf den Abschluss der Aktienkapitalerhöhung. Ende Februar ziehen sie Bilanz. Die Zuversicht sei gross, denn bereits werde an der Bauplanung gefeilt.

Neues Dach und neue Heizung

Der Verein hat einiges vor mit seinem Haus. Das Nebengebäude muss saniert werden, es braucht ein neues Dach, eine neue Heizung, neue Toiletten und Duschen. Das rund 120-jährige Haus wird seit über 20 Jahren von der Gasthaus Grünenwald AG und dem gleichnamigen Verein geführt, der sich für die Kultur einsetzt. Dieser will man nun noch mehr Platz einräumen. Das Haus wurde in seiner langen Geschichte mehrmals renoviert. Diesmal soll es auch vergrössert werden. Fabian Christen wird ins sanierte Nebengebäude ziehen. Dadurch werden vier Zimmer im Hauptgebäude für mehr Kultur frei. Sie sind thematisch unterschiedlich gestaltet. So dreht sich ein Zimmer um das Thema Fussball, ein anderes widmet sich der hawaiianischen Tiki-Kultur. Sie werden vor allem an Musiker, Bands und kreative Leute vermietet, die ihrer Arbeit nachgehen und Inspiration suchen. Dank der zusätzlichen Räume sollen künftig zwei Bands gleichzeitig proben können.

Zu den Stammgästen des «Grünenwaldes» zählen beispielsweise Schnellertollermeier, Pablo Infernal und Jolly and The Flytrap, zu denen auch Fabian Christen gehört. Der Umbau soll zwischen Frühling und Herbst stattfinden.