ENGELBERG: «Keineken»-Lagerräume polizeilich versiegelt

Exakt ein Jahr nach der Eichhof-Übernahme ist in Engelberg ein regional verankerter Gerstensaft lanciert worden. Den Initianten bläst wegen des Namens ein forscher Wind entgegen.

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Eine ““Keineken“”-Flasche. (Bild pd)

Eine ““Keineken“”-Flasche. (Bild pd)

Die am Freitagmorgen versandte Medienmitteilung von Keineken – eine klare Kampfansage an Heineken – blieb nicht wirkungslos: Der holländische Brauereikonzern reagierte mit einer superprovisorischen Verfügung mit einem Verbot des Verkaufs von Keineken-Bier und der Beschlagnahmung sowohl des Biers als auch der Gläser, wie der Verein mitteilt. «Die Lagerräume des Vereins Keineken, zwei Garagen im Oberzelgli, wurden im Einverständnis mit dem Verein Keineken und dem Hausbesitzer von der Kantonspolizei Obwalden versiegelt», schreibt Vereinssekretär und Mitinitiant Conrad Engler.

Heineken: «Unlauterer Wettbewerb»
Heineken-Mediensprecher Urs Knapp meint, auf das Thema angesprochen, knapp: «Ein über Markendiskriminierung geführter Wettbewerb ist unlauter. Das können wir nicht akzeptieren.» Die Verwechslungsgefahr sei zu gross. Besonders die Namensgebung scheint ihn zu irritieren.

Keineken möchte aber nicht locker lassen: «Unser Verein hat das hängige Markeneintragungsgesuch beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum nicht zurückgezogen – wie das von Heineken gefordert worden ist – und wartet die nächsten Schritte des Bierkonzerns ab», wie Engler sagt. Man sei der Meinung, dass bei der hinterlegten Wort/Bild-Marke keine Verwechslungsgefahr besteht. Nun liege es am Institut für geistiges Eigentum (IGE) als Schiedsrichter im Verfahren um die Markeneintragung zu entscheiden.

Copyrightverletzung nicht zur Debatte
Stefan Fraefel, Leiter Sektion Markenprüfung 1 beim IGE, relativiert jedoch: «Im Rahmen des Markeneintragungsverfahrens wird nicht geprüft, ob relative Ausschlussgründe vorliegen, d.h. ob die neue Marke ältere Marken- oder andere Drittrechte verletzt. Diese müssen vom Inhaber des älteren Rechts auf dem Wege des Widerspruchsverfahrens oder eines Zivilprozesses geltend gemacht werden.»

Wie auch immer: Als Reaktion auf die rechtlichen Schritte wird am (heutigen) Samstag in Engelberg der neue Verein «Engelberger Klosterbräu» gegründet, wie Keineken weiter mitteilt. Die Antrinkete findet wie geplant auf der Terasse über dem beschlagnahmten Bier statt und zwar vom 11.30 bis 18 Uhr. Ausgeschenkt wird ein «Unser Bier» der gleichnamigen Basler Brauerei.

Dave Schläpfer/hoe