ENGELBERG: Kloster sucht «weltlichen» Nachfolger

Die Stiftsschule Engelberg wählt bald einen neuen Rektor. Zum ersten Mal in der Geschichte wird er keine Kutte mehr tragen.

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Pater Robert Bürcher, der letzte Engelberger Rektor in Kutte. (Bild Esther Michel/Neue LZ)

Pater Robert Bürcher, der letzte Engelberger Rektor in Kutte. (Bild Esther Michel/Neue LZ)

«Es war keine leichte Entscheidung», sagt Pater Andri Tuor, Schulpastoral der Stifts­schule Engelberg. «Doch wir haben uns dazu durchgerungen.» Die Klostergemein­schaft stellt erstmals in der Geschichte keinen Mönch als Leiter der Schule ein.

Im Kaderstelleninserat, das Ende August in den Zeitungen erschienen ist, wird zwar ein Rektor oder eine Rektorin mit «christlicher Grundhaltung» gesucht. Aber klar geht daraus hervor: Ein «Weltlicher» wird auf das Schuljahr 09/10 das Zepter der Stiftsschule in die Hand nehmen.

Viele administrative Aufgaben
Damit solle aber nicht der Eindruck entstehen, die Klostergemeinschaft müsse notgedrungen einen externen Rektor suchen. «Wir hätten sicher auch fähige Leute», sagt Andri Tuor über seine Mitbrüder. «Aber die heutige Arbeit des Rektors hat vor allem mit Leitung, Führung und viel Administration zu tun.»

Es sei aber leider auch eine Tatsache, so Tuor, dass in Zukunft nur wenige Mönche an der Stiftsschule wirken können, weil dem Kloster der Nachwuchs fehle. Deshalb mussten Organisations- und Strukturanpassungen vorgenommen werden: Dem Abt wird künftig ein Kuratorium zur Seite stehen.

Zudem werden die Stellen eines Schulverwalters und eines Internatsleiters neu geschaffen, die Stellungen der Prorektoren gefestigt und die des Leiters der Schulpastoral aufgewertet, indem sie zusammen mit dem Rektor die Schulleitungskonferenz bilden. Die Schweizerische Sportmittelschule Engelberg gilt dabei als Partnerin der Stiftsschule.

Tradition bleibt erhalten
An der christlichen Tradition der Schule werde nicht gerüttelt, versichert Andri Tuor. «In vielen zentralen Schulbereichen haben die Mönche nach wie vor eine grosse Präsenz.» Stichworte hierzu seien etwa die ganze Atmosphäre an der Schule, das Bekenntnis zu philosophischen und religiösen Ansichten oder die Seelsorge.

Adrian Venetz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Obwaldner Zeitung.