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ENGELBERG: Klosterdorf feiert den Weltmeister

Eine grosse Fangemeinde bereitete den Telemark-WM-Medaillengewinnern Stefan Matter und Beatrice Zimmermann einen grossartigen Empfang. Zu feiern gab es Gold im Doppelpack und eine Bronzemedaille.
Franz Niederberger
Stolz präsentieren Beatrice Zimmermann und Stefan Matter nebst ihren Medaillen die Kristallkugel für den Sieg des Schweizer-Teams im Telemark Nationencup. (Bild: Franz Niederberger (Engelberg, 23. März 2017))

Stolz präsentieren Beatrice Zimmermann und Stefan Matter nebst ihren Medaillen die Kristallkugel für den Sieg des Schweizer-Teams im Telemark Nationencup. (Bild: Franz Niederberger (Engelberg, 23. März 2017))

Franz Niederberger

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Mit einer grossartigen Bilanz von fünf Gold-, zwei Silber- und einer Bronzemedaille im Gepäck kehrte das Schweizer Telemark-Team von den Telemark-Weltmeisterschaften in La Plagne-Montchavin (FRA) vom 15. bis 19. März zurück. Einen grossen Teil zu diesem Medaillensegen lieferten der Engelberger Stefan Matter, Gold im Team-Event und in der Classic, sowie Beatrice Zimmermann, Stans, Bronzemedaille im Parallel-Sprint. Talammann Alex Höchli zeigte sich begeistert: «Mir imponiert die sportliche Höchstleistung verbunden mit der Eleganz, mit der die Telemarkfahrer die Schwünge auf die Piste zaubern. Stefan ist Spitzensportler und Vorbild für die Jugend.» In seine Grussbotschaft schloss der Talammann auch freundnachbarlich Beatrice Zimmermann ein. Beim ältesten Telemarkclub in der Schweiz, gegründet 1985, war man sich Erfolge gewöhnt, dass aber ein Engelberger Telemarkfahrer als Doppelweltmeister heimkehrt, stellte gemäss Vereinspräsident Albin «Bini» Amstutz alles Bisherige in den Schatten.

Zur Goldmedaille führte ein perfektes Rennen

Mit berechtigten Medaillenhoffnungen waren Stefan Matter und Beatrice Zimmermann nach Frankreich gereist. Beim Weltcupfinal vom 8. bis 12. März in Thyon (Wallis) hatten sie die Weltcupsaison bereits mit Podestplätzen beendet, Beatrice Zimmermann mit Rang drei im Gesamtweltcup und Stefan Matter mit Rang drei im Parallel- Sprint. An der WM gewann Stefan die erste Goldmedaille zusammen mit Amélie Reymond und Bastien Dayer im Team. «Zu meiner bevorzugten Disziplin gehörte bisher der Sprint, da rechnete ich mir auch die besten Chancen aus. Bei der Classic wollte ich einfach alles geben und ging ohne Druck an den Start», äusserte sich Stefan Matter. Für Disziplinenchef Hans-Peter Birchler und Trainer Ruedi Weber war es das perfekte Rennen. «Stefan hat sich keine Strafsekunden eingehandelt, ist taktisch sehr gut gefahren und hat das Rennen richtig dosiert, die Strecke war knifflig und nicht einfach zu fahren», analysierten die beiden Chefs. Die Vorteile erkämpfte sich Matter vor allem in den Toren, auch der Sprung gelang ihm optimal. «Der Kurs hat stark gedreht, das liegt mir. Es hatte Übergänge, ich konnte die Tore voll auf Zug fahren und den Schwung in den 360-Grad-Kreisel auf die Skating-Strecke mitnehmen.»

Beatrice Zimmermann erkämpfte sich die erhoffte Medaille im Parallel-Sprint, sie musste sich einzig im Halbfinal von der Teamkollegin Amélie Reymond geschlagen geben. Das Rennen um Rang drei entschied sie souverän gegen die Norwegerin Thea Smedheim Lunde.

Auch im Seilziehen war Matter Weltmeister

Das Gefühl als Weltmeister erlebte Stefan Matter schon als Seilzieher. Ob daraus Vorteile entstanden seien, fragte Moderator Beat Christen. «Starke Oberschenkel brauche es bei beiden Sportarten, bei den Seilziehern gab es kein Nachlassen, auch wenn die Oberschenkel brennen, genau dieses «Durchbeissen» sei auch im Telemark wichtig. Die Motivation ist für Stefan trotz den Goldmedaillen kein Problem. Sein nächstes Ziel ist der Gesamtweltcup.

Um Telemarkrennen ausüben zu können, braucht es Allrounder-Qualitäten. In den Toren und im Kreisel ist perfekte Technik gefragt, zu den Sprüngen gehört eine Portion Mut, und für das Skaten sind eine gute Kondition und Ausdauer ein Muss. Vor­aussetzungen, die Beatrice Zimmermann faszinieren. Als Skilehrerin habe sie Telemark ab und zu ausprobiert, so richtig auf die Fährte habe sie dann aber Stefan Matter gebracht, äusserte sie sich zu ihrer Karriere als Telemarkfahrerin.

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