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ENGELBERG: Konzentrationsfähigkeit: Klassische Musik hilft am meisten

Laura Kurmanns Maturaarbeit könnte viele Diskussionen beenden: Kann man sich nun bei Musik konzentrieren oder nicht? Ihre Tests an Mitschülern ergaben: Ja, es kommt aber auf die Musik an.
Marion Wannemacher
«Wenn jemand keine klassische Musik mag, hilft sie ihm auch nicht weiter.» Laura Kurmann, Maturandin aus Stansstad. (Bild: PD)

«Wenn jemand keine klassische Musik mag, hilft sie ihm auch nicht weiter.» Laura Kurmann, Maturandin aus Stansstad. (Bild: PD)

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@obwaldnerzeitung.ch

Wer kann sich nicht an Streitereien mit den Erziehungsberechtigten erinnern? Die Anweisung von oben lautete: «Mach die Musik aus, dann kannst du dich besser beim Lernen konzentrieren.» Maturandin Laura Kurmann hat sich dieses Themas in ihrer Maturaarbeit in Biologie angenommen. Und zwar testete sie die Leistungsfähigkeit von 20 Probanden zwischen 15 und 17 Jahren, während diese entweder Heavy Metal, klassische Musik oder gar keine Musik hörten.

«Vor allem aus eigener Erfahrung bin ich auf das Thema gekommen. Ich habe selbst zum Teil grosse Probleme mit Konzentration. Mir selbst hilft klassische Musik beim Lesen und Auswendiglernen.» Deshalb habe sie wissen wollen, ob das Hören von klassischer Musik, der sogenannte «Mozart-Effekt», die Konzentrationsfähigkeit erhöhe. Tatsächlich hört die 18-Jährige gern auch Mozart, Bach und Vivaldi. Um eine Musik gegenüberzustellen, die sich stark von klassischer Musik unterscheidet, wählte sie die Musikrichtung Heavy Metal. Ihre Testkandidaten bekamen Mozarts «Kleine Nachtmusik» und von der Heavy-Metal-Band Angels of Mercy den Song «Primal Fear» sowie von DGM «Ghost Of Insanity» zu hören.

Konzentrations-, Rechen- und Denkaufgaben

Laura Kurmann stellte für ihren Test einfache Rechenaufgaben, Konzentrationsaufgaben und solche zum logischen Denken zusammen. Zum Beispiel sollten ihre Kandidaten einem Bild aus fünf verschiedenen Ausschnitten die richtigen zuordnen oder aus Zahlenreihen eine benannte Zahl zählen. Einfach sei es nicht gewesen, aus den Mitschülern in der Stiftsschule 20 willige Probanden zu finden. «Am liebsten hätte ich sogar noch mehr Personen in die Tests miteinbezogen, um das Ergebnis noch besser zu untermauern, ich begrenzte mich dann aber doch lieber auf eine zuverlässige Anzahl von Kandidaten.»

Alle 20 lösten ihre Aufgaben unter denselben Bedingungen. «Ich gab ihnen noch ein Zeit­limit, das beeinflusst das Konzentrationsvermögen», berichtet die Stansstaderin. Vor den Experimenten stellte sie Hypothesen auf, wie beispielsweise, dass klassische Musik konzentrationsfördernd sei oder sich bei Heavy Metal die Leistungsfähigkeit verringert, weil sie das Kurzzeitgedächtnis störe. Eine von ihr zitierte Forscherin hatte herausgefunden, dass uns das Hören von Musik mit Gesang daran hindert, Information in unser Kurzzeitgedächtnis aufzunehmen.

Für die Bewältigung der Aufgaben gab es Schulnoten

Laura Kurmann entschloss sich, für die Bewältigung der Aufgaben Schulnoten zu verteilen. Die kamen bei den Probanden am besten heraus, wenn sie klassische Musik hörten. Sie erreichten eine Note im Mittelwert von 5,1. Wenn sie keine Musik hörten, erzielten sie ein 5,0. Wenn sie jedoch Heavy Metal hörten, erreichten sie nur noch ein 4,8. Und in welcher Geschwindigkeit lösten die Probanden ihre Aufgaben? Wiederum waren Kandidaten mit klassischer Musik am schnellsten, dicht gefolgt von den Tests ohne Musik und am Schluss wiederum die Heavy-Metal-Musik. Allerdings waren die Unterschiede nur minimal.

Verallgemeinern lassen sich die Ergebnisse nicht. «Es kommt doch auch sehr auf den Musikgeschmack an. Wenn jemand keine klassische Musik mag, hilft sie ihm auch nicht weiter», betont Laura Kurmann.

«Das kommt schon auf die eigene Stimmung an»

Schon bald steht für die 18-Jährige die Matura an. Ihr Berufsziel stehe zwar noch nicht ganz fest, aber ein Jurastudium könnte sie sich schon vorstellen. Im April macht sie die Matura in Englisch, im Juni in Deutsch. Grössere Arbeiten, die schon absolviert wurden, helfen ihr als Vorbereitung, ist sie überzeugt. Programmatisch höre sie beim Lernen keine klassische Musik, betont Laura Kurmann. «Das kommt schon auch auf die eigene Stimmung an.»

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