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ENGELBERG: Maxwell sucht seinen Lebensretter

Der kleine Maxwell leidet an Leukämie. Helfen kann nur der richtige Spender. Vielleicht findet sich der an der Registrierungsaktion.
Matthias Piazza
Maxwell aus Engelberg ist auf eine Blutstammzellspende angewiesen. (Bild: PD)

Maxwell aus Engelberg ist auf eine Blutstammzellspende angewiesen. (Bild: PD)

Matthias Piazza

Er sitzt vor einem grossen Teddybär und lacht: Nichts deutet auf dem Foto des Flugblattes darauf hin, mit welchem Schicksal der sechs Monate alte Maxwell hadern muss. Maxwell leidet an Leukämie. Um den geeigneten Spender für eine Blutstammzellspende zu finden, was der Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleicht, lanciert das Schweizerische Rote Kreuz eine Registrierungsaktion in Engelberg, dem Wohnort von Maxwell und seinen Eltern.

An diesen letzten Strohhalm klammert sich Vater James N.* (40, Name der Redaktion bekannt), wie er im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. «Leider fand sich bisher aus der weltweiten Datenbank kein geeigneter Spender für Maxwell. Unsere Hoffnungen ruhen darum ganz auf der Registrierungsaktion.»

Die Hiobsbotschaft kam, als Maxwell etwa zehn Wochen alt war. Weil sich blaue Flecken bildeten und er sehr blass war, gingen seine Eltern mit ihm zum Arzt, der sie dann zu einem Spezialisten schickte. Leider bestätigte sich der Verdacht: Leukämie, also Blutkrebs, lautete die Diagnose. James N. erinnert sich an den dramatischen Moment. «Ich hatte Angst, fühlte mich unsicher, war geschockt. Die Situation war für uns sehr schwierig.»

Ein stetiges Auf und Ab

Das Leben der jungen Familie, die sonst in Engelberg wohnt, ist seither auf den Kopf gestellt. Die Eltern haben eine Wohnung einer Kinderstiftung in Basel bezogen, um möglichst nah bei ihrem Sohn zu sein, der zurzeit in einem Spital in Basel behandelt wird. Als «ups and downs», bezeichnet der gebürtige Texaner den Gesundheitszustand seines Kindes in den vergangenen Wochen und Monaten. «Im Moment macht er einen gesunden Eindruck.» Doch das könne schnell ändern, wie er aus der Vergangenheit weiss. Von einer auf die andere Stunde könne Maxwell Fieber bekommen. Er wird medikamentös behandelt, muss regelmässig eine Chemotherapie über sich ergehen lassen, auch viele Untersuchungen.

Die belastende Ungewissheit

«Das Warten auf den geeigneten Spender ist belastend», meint der Vater. Denn trotz Chemotherapie und stabilem Zustand führe kein Weg an einer Blutstammzellspende vorbei. Nur so werde Maxwell wieder vollständig gesund, andernfalls könne der Krebs auch später wieder zurückkommen.

Halt in dieser schwierigen Zeit gibt der jungen Familie das Umfeld. «Bekannte, Freunde und Arbeitskollegen unterstützen uns. Das hilft uns sehr», meint James. Und was ihn besonders freut: Schon viele hätten ihm zugesichert, dass sie sich an der Aktion am 14. September registrieren lassen würden. «Auch wenn die Chance klein ist, vielleicht landen wir ja einen Treffer.»

Die Nadel im Heuhaufen

Aktuell sind weltweit rund 29 Millionen Blutstammzellspender registriert. Täglich werden es mehr. Jeder dieser 29 Millionen Registrierter kann ein potenziell passender Spender für eine erkrankte Person sein. Entscheidend dafür, ob ein Spender zu einem Patienten passt, sind die Gewebemerkmale, sogenannte HLA (= Humane Leukozyten Antigene), welche für den Erfolg einer Transplantation eine wichtige Voraussetzung sind. Diese Merkmale werden vererbt. Dadurch resultieren Milliarden von verschiedenen HLA-Kombinationen. Falls sich also in der Familie (Geschwister und Eltern) kein geeigneter Spender findet, beginnt die Suche nach einem unverwandten Spender in den weltweiten Registern. «Dies gleicht bildlich gesprochen der Suche nach der Nadel im Heuhaufen», wie Monika Marbacher, Leiterin des Donor-Centers beim Schweizerischen Roten Kreuz, das die Registrierungsaktion am 14. September durchführt, auf Anfrage sagt.

Mehr Registrierungen dank Fabio

Im vergangenen Jahr konnten in der Schweiz 21 000 zusätzliche potenzielle Spender registriert werden, im laufenden Jahr waren es bisher bereits über 18 000. Die Registrierungsaktion in Stans zu Gunsten von Fabio Paco aus Stans im Sommer des vergangenen Jahres (wir berichteten) trug gemäss Monika Marbacher zu einem höheren Bekanntheitsgrad des Themas in der Zentralschweiz bei. Über 600 liessen sich damals im Kantonsspital Nidwalden registrieren. «Viele Personen haben damals darüber gelesen und registrierten sich im Nachhinein online», weiss Marbacher. Sie erwartet zwischen 150 und 400 Leute in Engelberg.

Falls man sich registrieren will, muss man zwischen 18- und 55-jährig sein, mindestens 50 Kilo wiegen und selber gesund sein. Eine Bestimmung der Gewebemerkmale wird durch eine Mundschleimhautprobe in wenigen Minuten vorgenommen. Sich nur für eine bestimmte Person registrieren kann man übrigens nicht. Ist man im Register eingetragen, erklärt man sich bereit, für Patienten weltweit zur Verfügung zu stehen. Eine Spende ist stets freiwillig und unentgeltlich.

Bei 80 Prozent aller Spenden werden die Blutstammzellen direkt dem Blutkreislauf entnommen und herausgefiltert, durch Punktion der Vene am Arm. In 20 Prozent der Fälle werden unter Narkose die Blutstammzellen durch Punktionen aus dem Beckenknochen entnommen. Der behandelnde Arzt entscheidet über die Art der Entnahme.

Hinweis

Die Registrierungsaktion findet am Mittwoch, 14. September, zwischen 16 und 19 Uhr im Sporting-Park Engelberg statt. Weitere Informationen und die Möglichkeit, sich jederzeit zu registrieren auf www.sbsc.ch/registrierung

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