Engelberg
Neue Dreifach-Turnhalle des Projekts Larix macht das Rennen

Das Siegerprojekt für den Bau der neuen Dreifachturnhalle beim Kloster steht fest. Ausschlaggebend für die Wahl war die Positionierung.

Matthias Piazza
Merken
Drucken
Teilen
Blick ins Innere der geplanten Dreifachturnhalle beim Kloster.

Blick ins Innere der geplanten Dreifachturnhalle beim Kloster.

Visualisierung: PD

Auf dem Klostergelände plant die Einwohnergemeinde Engelberg zusammen mit dem Kloster und der Sportmittelschule eine neue Dreifachturnhalle. Auf dem Weg zu diesem Gemeinschaftsprojekt sind die drei Beteiligten nun einen bedeutenden Schritt weitergekommen. Am Freitag stellten sie den Medien und Ortsparteien das Siegerprojekt vor. Das Beurteilungsgremium mit Vertretern der drei beteiligten Organisationen, der Engelberger Vereine und dem kantonalen Denkmalpfleger hat das Projekt Larix vom Architekturbüro Röösli und Mäder aus Luzern auserkoren. Es setzte sich gegen vier weitere Projekte durch. «Es war einstimmig wie sonst selten in einer Jury», sagte Bau- und Immobilienökonom Norbert Kremmel, der im Gremium die Verfahrensbegleitung und Moderation innehatte.

Ausschlaggebend sei die Lage gewesen. «Als einzige platzieren die Architekten ihr Gebäude nicht quer zum Hang und zu der zum Tal hin orientierten Klosteranlage. So passt die Turnhalle gut ins Ensemble.» Als weiteren Vorteil hob Kremmel hervor, dass Eingangshalle, Galerie und Hallenboden optimal mit den Nebenräumen verbunden sind. Zudem habe das Projekt auch durch seinen schonenden Umgang mit den bestehenden Platzverhältnissen und ein optimales Kosten-/Nutzenverhältnis überzeugt.

So könnte die neue Dreifachturnhalle von aussen aussehen.

So könnte die neue Dreifachturnhalle von aussen aussehen.

Visualisierung: PD

Rund zwölf Millionen Franken kostet die neue Halle

Für die Finanzierung, den Bau und den Betrieb der Halle planen die drei Partner, eine gemeinsame Aktiengesellschaft zu gründen. «So kommt die gemeinsame Verantwortung am besten zu tragen, da waren sich alle einig», sagte dazu Bendicht Oggier, Geschäftsführer der Gemeinde Engelberg. Die Rede ist von einem Investitionsvolumen von rund zwölf Millionen Franken. Je eine Million steuern die drei Partner bei. Die restlichen neun Millionen Franken sollen aus Bankdarlehen und Fördermitteln kommen. Man sei im Gespräch mit dem Regionalentwicklungsverband und dem Bund für Beiträge aus dem Nationalen Sportanlagenkonzept. Aller Voraussicht nach stimmen am
13. Juni die Engelberger über den Beitrag von einer Million Franken ab. In einer späteren Abstimmung geht's dann noch um die Beteiligung der Gemeinde an den Betriebskosten. Dieser Beitrag würde Engelberg 350'000 bis 450'000 Franken kosten.

Der Engelberger Talamman Alex Höchli, Abt Christian Meyer und Peter Urs Naef, Verwaltungsratspräsdient und Stiftungsratspräsident der Sportmittelschule Engelberg (von links), an der Stelle, wo die neue Dreifachturnhalle geplant ist.

Der Engelberger Talamman Alex Höchli, Abt Christian Meyer und Peter Urs Naef, Verwaltungsratspräsdient und Stiftungsratspräsident der Sportmittelschule Engelberg (von links), an der Stelle, wo die neue Dreifachturnhalle geplant ist.

Bild: Matthias Piazza (Engelberg, 16. April 2021)

Abt Christian Meyer sprach von einem Zeichen grosser gemeinsamer Verantwortung und Verbundenheit unter den drei Partnern. Mit dem Klostergelände sei ein optimaler Standort für diese Dreifachturnhalle gefunden – in unmittelbarer Nähe aller drei Schulen, die diese Halle benützen werden. Zudem werde so auch sparsam mit dem knappen Land umgegangen. Nun hoffe er auf den Segen seiner Mitbrüder, da die ganze Klostergemeinschaft hinter dem Projekt stehen müsse.

Peter Urs Naef, Verwaltungsratspräsident und Stiftungspräsident der Sportmittelschule Engelberg, sprach von einem revolutionären Projekt. «Der Ausbau unserer Infrastruktur wird entscheidend zum Erfolg unserer Sportschüler beitragen. Die Sprunghöhen mit den Trampolinen genügen uns in der alten Halle nicht mehr. Wir sind sehr froh um die neue, neun Meter hohe Turnhalle», machte er ein Beispiel.

«Ein jahrzehntelanger Wunsch geht in Erfüllung»

«Ausserordentlich froh» um das Gemeinschaftsprojekt ist Talammann Alex Höchli: «Ein jahrzehntelanger Wunsch geht in Erfüllung.» Schon in den 1990er-Jahren mit dem Bau des neuen Werkhofs und des Feuerwehrdepots habe man sich eine solche Turnhalle gewünscht, was sich damals aber leider nicht realisieren liess. Und auch ein entsprechendes Projekt beim Sportingpark sei ja bekanntlich bisher verworfen worden. Dabei sei das Bedürfnis da. In einer Umfrage im Herbst 2017 hätten 18 Vereine und Institutionen gesagt, dass sie mehr Platz bräuchten, und zwölf, dass sie unbedingt eine neue Halle benötigten.

Klar sei, dass die Halle in erster Linie auf den Schulsport und kleinere Sportanlässe mit Verpflegungsmöglichkeiten ausgelegt sei. «Es gibt keine Eventhalle beim Kloster. Diese sehen wir beim Sporting-Park, welche dann auch mit Licht- und Tontechnik sowie Catering ausgestattet sein wird.» Für kulturelle Events sei der Kursaal ideal, für kleinere und mittlere Anlässe sei das Angebot in Hotels oder im Kloster ausreichend.

Sämtliche fünf eingereichten Projekte können noch bis am Samstag, 17. April, 18 Uhr in der alten Turnhalle des Klosters besichtigt werden.