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ENGELBERG: Ohne Tunnel keine Peking-Ente

Die Frutt gehört ihm schon. Nun mischt der kinesische Investor Jungfein Goa auch Engelberg auf. Auslöser sind die Tourismus- und Bahnverantwortlichen, die eine Vision im Klosterdorf umsetzen wollen.
Ohrengrübel
Hat schon Erfahrung im Tunnelbau: Der chinesische Investor Yunfeng Gao. (Bild: Tobit)

Hat schon Erfahrung im Tunnelbau: Der chinesische Investor Yunfeng Gao. (Bild: Tobit)

Mit dem Projekt «Chance Engelberg», 2012 ins Leben gerufen, wollte man die Zentralbahn den Titlis-Bahnen näher bringen. Nicht, dass sich die beiden nicht gemocht hätten, aber sie sind zu weit entfernt voneinander. Es entstand der Plan einer Gondelbahn vom Bahnhof zur Talstation der Bergbahn. Doch eine «stark betroffene» Liegenschaftsbesitzerin wollte sich auf ihrem Balkon nicht permanent von vorbeigondelnden Chinesen und Indern in die ... Tassen blicken lassen. CEO Herbert Nett war nicht sonderlich überrascht, auch er lässt sich nicht gern ins Wohnzimmer blicken. Doch er gibt zu, die Idee sei auch nicht sehr visionär gewesen, sondern bloss die erstbeste für Engelberg, so Nett weiter.

Wie der Ohrengrübel aus gut informierter Quelle weiss, wird bereits an einer wirklich visionären Idee gearbeitet. Dabei geht es um eine unterirdische Lösung. Ein neuer Tunnel verbindet dereinst nicht nur die Titlis-Bahnen samt der Gondelbahn-Station, sondern führt noch weiter bis zur Endstation unter dem künftigen Nobelhotel Titlis-Palace samt Ausgang in die Dorfstrasse.

Eine Dorfstrasse, die ein Muss ist

Unterstützung fand Nett bei Tourismusdirektor Fred Fürchtedichnicht. Dieser ist schon länger der Meinung, Engelberg sei in den 90er-Jahren hängen geblieben. Darüber schrieb er sogar eine Masterarbeit an der Hochschule in Luzern. Besonders schwer tut er sich mit den dortigen Ladenbesitzern, die er noch im Sommer als überaltert bezeichnete, ohne aber konkrete Massnahmen dagegen vorzuschlagen. Fürchtedichnicht wünscht sich eine Dorfstrasse, die man als Gast einfach gesehen haben muss – eine mit heimischer Folklore getarnte Shoppingmeile.

Für Visionen braucht es noch einen, der zahlt. Das soll der Kinese Jungfein Goa richten. Auf der Frutt hat er bereits das Sagen und einen Tunnel gebaut, in Luzern gehört ihm das Palace, und die Gegenwehr des Casinos gegen Kinesengeld wird wohl noch fallen. Und in Engelberg baut er das längst fällige 5-Stern-Palasthotel, das nötig ist, um neben den Express-Touristen aus Asien, die sich kaum in die Dorfstrasse verirren, auch zahlungskräftige Touristen zu bringen, die richtig Geld liegen lassen. Dafür braucht es aber im Klosterdorf auch endlich mal eine anständige Auswahl Nobelläden mit edlen Schweizer Uhren, wie man es von einem richtigen Schweizer Tourismusort erwarten darf – und ein kinesisches Restaurant.

Laut unserer Quelle sei Goa bereitwillig ins Boot gestiegen. Was der Ägypeter Sariwirihs in Andermatt anlegt, will er in Engelberg locker übertreffen. Eine ganz wichtige Rolle spielte auch der Gemeinderat um Talammann Felix Tiefli. Im Bewusstsein, dass sich Goa in Engelberg nichts mehr wünscht als Nudelsuppe und Peking-Ente, habe ein wenig Druck der Gemeinde genügt, weil man sich das Nobelrestaurant Hess, das auch Goa gehört, nicht für ein kinesisches Restaurant nehmen lassen wolle. Bei einem Vergleich der hochstehenden heimischen Küche des bisherigen Starkochs mit dem künftigen Kinafood müsse man von einer klaren Umnutzung des Gebäudes reden, was in dieser Zone unter Umständen nicht einfach so bewilligt werden könne.

Ohrengrübel

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