ENGELBERG: Pläne werden erneut angepasst

Nach wie vor blockieren Einsprachen das Projekt eines Hotels am Kurpark. Der Bau soll noch einmal verkleinert werden.

Martin Uebelhart
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Zog Einsprachen aus der Nachbarschaft auf sich: das Baugespann für das Hotel am Kurpark in Engelberg im vergangenen Herbst. (Bild Corinne Glanzmann)

Zog Einsprachen aus der Nachbarschaft auf sich: das Baugespann für das Hotel am Kurpark in Engelberg im vergangenen Herbst. (Bild Corinne Glanzmann)

Martin Uebelhart

Der chinesische Investor Yunfeng Gao will in Engelberg am Kurpark ein Hotel der gehobenen Klasse bauen. Nach Einsprachen gegen ein erstes Projekt wurden die Hotelpläne redimensioniert. Einigen Nachbarn war das geplante Gebäude nach wie vor zu gross. Im vergangenen Herbst gingen fünf Einsprachen bei der Gemeinde ein.

Die Einsprachen seien nach wie vor pendent, sagt Toni Bucher, Verwaltungsratspräsident der Eberli Sarnen AG, im Gespräch mit unserer Zeitung. «Die Einsprecher stören sich in erster Linie an der Grösse des Hotels und machen geltend, sie hätten nicht mehr die gleiche Aussicht.» Und sie führten an, dass ihre Liegenschaften deswegen weniger Wert hätten. «Bei zwei Einsprachen spielen daher auch finanzielle Aspekte eine Rolle», so Bucher.

In einem mit «Information für die Bevölkerung von Engelberg» betitelten Inserat schreiben die Han’s Europe AG und die Eberli Sarnen AG in der jüngsten Ausgabe des «Engelberger Anzeigers», dass Investor Gao trotz der Verzögerungen weiterhin vom Erfolg eines Hotels im gehobenen Standard am Kurpark überzeugt sei.

Ohne Kursaal-Überdeckung

«Wir glauben, dass wir eine Lösung finden werden», sagt Bucher. Gleichzeitig gibt er bekannt, dass das Projekt abermals verkleinert werden soll. «Wir wollen prüfen, ob wir ohne die in den bisherigen Plänen angedachte Überdeckung des Kursaals auskommen.»

Bucher räumt zudem ein, nicht mit dieser Opposition gerechnet zu haben. «Wir haben ein wenig auf den Faktor Zeit geschaut und auf die Erstellung eines Quartierplans verzichtet.» Man sei direkt mit dem Bauprojekt an den Start gegangen.

Sehr gross sei nach wie vor auch das Interesse von Gao am Grundstück der ehemaligen Tennisplätze auf der anderen Seite der Bahnhofstrasse, steht in der Information an die Engelberger weiter. Im ursprünglichen Projekt hätten dort die Tiefgarage und die Wellnessanlage entstehen sollen. Im redimensionierten Projekt vom letzten Herbst war vorgesehen, die Tiefgarage unter das Hotel zu bauen und den Wellnessbereich aufs Dach. Diese Idee funktioniere nicht, sagt Bucher. «Die Kosten, um die Wellness auf dem Dach einzurichten, wären zu gross.»

Daher soll die Anlage nun wieder auf den früheren Tennisplätzen zu stehen kommen. «Auf dieser Parzelle haben wir die Auflage, etwas für die Öffentlichkeit zu machen», sagt Bucher. Ein Wellnesscenter biete sich dafür an. «Wir denken an etwas im Bereich Medical Wellness mit traditioneller chinesischer Medizin», skizziert er die ersten Ideen. Er geht von einer Wellness-Fläche von 2000 bis 3000 Quadratmetern aus.

Aufwendiger Prozess

Bucher hofft, dass die Optimierungen bald abgeschlossen werden können. Dieser Prozess sei aufwendig, weil immer wieder mit China kommuniziert werden müsse und letztlich Gao mit den Plänen einverstanden sein müsse.

«Wir schauen die Pläne dann mit den Einsprechern an.» Bis im Juni müsse ein eingabefähiges Bauprojekt erarbeitet sein, hält Bucher fest. Im August wolle man dann Verträge mit den Nachbarn abschliessen zur Übernahme gewisser Grundstücke. Voraussetzung dafür sei eine Baubewilligung für das Hotel.

Bis jetzt war jeweils von einem Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Franken die Rede. Toni Bucher will zum aktuellen Kostenrahmen im Moment nichts sagen: «Zuerst müssen wir wissen, was wir überhaupt bauen können». Und letztlich müsse auch gewährleistet sein, dass das Hotel später wirtschaftlich erfolgreich geführt werden könne.