Engelberg

Quarantäne im «Bergkristall» der Stiftung Erlen

Im Alters- und Pflegeheim Erlen in Engelberg ist kurz vor Weihnachten ein erster Coronafall aufgetreten. Nach weiteren positiven Tests wurde die Institution in Quarantäne versetzt.

Martin Uebelhart
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Das Haus Bergkristall dient dem Alters- und Pflegeheim Erlenhaus in Engelberg bis zum Abschluss der Sanierung als Provisorium.

Das Haus Bergkristall dient dem Alters- und Pflegeheim Erlenhaus in Engelberg bis zum Abschluss der Sanierung als Provisorium.

Bild: PD

Am 23. Dezember sei im Alters- und Pflegeheim Erlenhaus zum ersten Mal eine Bewohnerin positiv auf Covid-19 getestet worden, steht in einer Medienmitteilung vom Samstag. Noch am gleichen Tag hätten sich alle Bewohnerinnen und Bewohner einem Test unterziehen müssen. Dabei habe sich bei zwei weiteren Bewohnerinnen ein positives Resultat gezeigt. Eine Testwiederholung am Folgetag habe einen vierten positiven Test gebracht. Bei den Mitarbeitenden befindet sich aktuell eine Person in Isolation.

«Es war eine Frage der Zeit, bis das Virus auch uns erreicht», sagt Theres Meierhofer-Lauffer, Betriebsleiterin der Stiftung Erlen, auf Anfrage. Es sei höchst anspruchsvoll gewesen, den Betrieb vor dem Virus zu schützen, da die Bewohnerinnen und Bewohner derzeit wegen der Sanierung des Erlenhauses im Provisorium «Bergkristall» untergebracht seien.

Erkrankte zeigen bisher einen milden Verlauf

Man habe in der ganzen Situation auch Glück gehabt, betont Theres Meierhofer. «Ich hatte am Mittwochmorgen den Eindruck, dass es einer Bewohnerin nicht so gut geht», hält sie fest. Im Hinblick auf das geplante Weihnachtsessen habe sie entschieden, dass dieses nur stattfinden kann, wenn die Frau getestet werde. Nach den Resultaten aller Tests sei ein gemeinsames Weihnachtsessen kein Thema mehr gewesen. Flexibel wurde auf «Zimmerweihnachten» umgestellt, was vielen wegen des schönen TV-Programms recht gewesen sei, so die Betriebsleiterin.

Bis jetzt hätten alle vier erkrankten Bewohnerinnen einen sehr milden Verlauf. Sie seien isoliert worden. Alle 49 Bewohnerinnen und Bewohner würden in ihren Zimmern verpflegt und betreut. Sie schätzten das schön angerichtete festliche Essen und zeigten viel Verständnis für die Situation, heisst es in der Mitteilung weiter. Aktivierung, Bewegungsmöglichkeiten und Aufenthalte an der frischen Luft sind organisiert.

Dabei kann Theres Meierhofer auf ihr krisenerprobtes Team zählen: «Es hat alle Abläufe angepasst und arbeitet sehr engagiert zusammen.» Auch könne das Erlenhaus von den Erfahrungen der anderen Obwaldner Pflegeheime profitieren. Die seit dem vergangenen Frühjahr getroffenen Vorbereitungen zahlten sich nun aus. Die Engelberger Hausärzte seien trotz der Festtage präsent.

Am kommenden Montag würden alle Bewohnerinnen und Bewohner mit bisher negativem Testresultat noch einmal getestet. Anschliessend dürften die für den Krisenfall bestimmten Bezugspersonen zu Besuch kommen. Das Heim bedient alle Angehörigen mit einem täglichen Informationsbulletin.