ENGELBERG: Riesen-Felssturz räumt Gletschersee aus

20'000 Kubik Gestein sind am Titlis hinunter gedonnert. Der Abbruch kam überraschend. Zum Glück war an diesem Schlechtwetter-Tag der Skibetrieb eingestellt.

Geri Wyss
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Ein Felssturz hat im Gebiet Steinberg, zwischen der Station Stand und dem Klein Titlis, eine Lawine ausgelöst. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)

Ein Felssturz hat im Gebiet Steinberg, zwischen der Station Stand und dem Klein Titlis, eine Lawine ausgelöst. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)

Eine Lawine aus Schnee, Eis, Schlamm und Gestein zieht sich im Gebiet Steinberg bis hinunter ins Sulzli nahe des Trübsees. Es sind markante Spuren, die zwischen der Station Stand und dem Klein Titlis von der Rotair aus gut zu sehen sind. Weil Zwischensaison ist, ist der Zwischenfall noch nicht vielen Einheimischen aufgefallen. Und doch sind nach Auskunft von Pistenrettungschef Christoph Bissig am Freitagmorgen vor einer Woche um 9 Uhr rund 20 000 Kubikmeter Gestein hinuntergedonnert. Das entspricht etwa 2000 Lastwagenladungen Geröll.

Es herrschten Nebel und gewittrige Niederschlägen an diesem Morgen. «Man hat ein Rauschen gehört, konnte es zuerst wegen des Gewitters aber nicht zuordnen.» Erst als sich der Nebel lichtete, wurde das Ausmass des Felsniedergangs sichtbar. «Es war ein massiver Abbruch, der gleichzeitig eine Lawine ausgelöst hat.» Das Gemenge aus Stein, Eis und Schnee räumte auf seinem Weg sogar den Gletschersee unterhalb des Titlisgletschers aus. Ein bräunliches Band talabwärts zeugt davon. «Es ist ein aussergewöhnlich grosser Felssturz», sagt Bissig. Vom Felsband der Ober Rotegg kommen mal ein paar Steine runter, vor allem im Frühling, doch «so etwas haben wir in den vergangenen Jahren in diesem Gebiet nie gesehen.»