Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ENGELBERG: Russe verkauft seine Bauruine

Kehrt auf der seit Monaten verwaisten Baustelle des russischen Unternehmers Dmitry Yakubovskiy bald wieder Leben ein? Eine Immobilienfirma aus Stäfa hat das Grundstück gekauft. Die neuen Perspektiven freuen auch den Gemeinderat.
Philipp Unterschütz
So präsentierte sich die verwaiste Baustelle im Frühjahr. Derzeit liegt Schnee in Engelberg. (Bild: Corinne Glanzmann (14. März 2017))

So präsentierte sich die verwaiste Baustelle im Frühjahr. Derzeit liegt Schnee in Engelberg. (Bild: Corinne Glanzmann (14. März 2017))

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@

obwaldnerzeitung.ch

Appartements mit Schwimmbad, Fitness- und Wellnessanlage, Coiffeursalon, Heimkino, Tiefgarage für 15 Autos auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern – und das an bester Lage mit Panoramasicht im Chligrüessli: Der russische Unternehmer Dmitry Yakubovskiy hatte grosse Pläne in Engelberg. Der Bau für die Villa begann, bald war der Aushub mit einem Volumen von rund 20000 Kubikmetern vollendet und das Untergeschoss im Rohbau erstellt. Doch irgendwann 2016 ging nichts mehr, Yakubovskiy verliess die Schweiz, die Baustelle verwaiste. Gemäss Publikation des Engelberger Grundbuch­amtes von dieser Woche hat der Russe nun sein Grundstück an die Firma Habüel Immobilien AG in Stäfa verkauft.

Zahlreiche Engelberger und vor allem die Anwohner dürften sich über den Verkauf freuen. ­Die verlassene Baustelle, die von einem unansehnlichen Sichtschutz umgeben war, sorgte für Kritik. «Natürlich sind wir auch von Seiten der Gemeinde froh, dass sich mit dem Verkauf nun neue Perspektiven und Lösungen ergeben», bestätigt der Engelberger Talammann (Gemeindepräsident) Alex Höchli.

Projekt weiterführen oder neue Eingabe machen

Wie es nun weitergeht, hängt ganz von der neuen Besitzerin, der Habüel Immobilien AG, ab. Das bewilligte Bauprojekt kann durch die Eigentümerin übernommen und weitergeführt werden. «Die Fristen bleiben in diesem Fall gleich. Die Baubewilligung ist noch bis im Mai 2018 gültig, und ab diesem Datum ist mit dem Bau voranzuschreiten», sagt Bendicht Oggier, Geschäftsführer der Gemeinde Engelberg, auf Anfrage. Falls die neue Besitzerin aber ein abgeändertes oder gar neues Projekt realisieren möchte, muss sie eine ordentliche Baueingabe machen. «Es stellt sich dann die Frage, ob das Projekt mit dem Quartierplan vereinbar ist. Falls ja, kann das Baubewilligungsverfahren gestartet werden. Falls nein, muss vorgängig der Quartierplan angepasst werden», erklärt Oggier.

Christoph Steffen, Verwaltungsrat der Habüel Immobilien AG, bestätigt den Kauf des Grundstücks, kann zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nichts Konkretes zum künftigen Projekt sagen. Die Habüel Immobilien AG sei im Besitz von Schweizer Aktionären. «Wir haben nicht auf Halde investiert und haben deshalb kein Interesse, dass der Zustand länger so bleibt», so Christoph Steffen. Vorerst arbeite man sich nun ins Dossier ein. Man stehe auch in Kontakt mit den bisherigen Planern und führe Gespräche mit Investoren. «Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die wir prüfen werden. Wohnungen sind eine davon.»

Dmitry Yakubovskiy hat seine Pläne in Engelberg begraben, weil er vergangenes Jahr von der Krise in Russland eingeholt wurde. Er meldete sich aus der Schweiz ab, um in seiner Heimat nach dem Rechten zu sehen.

Russischer Unternehmer kommt nicht mehr zurück

«Heute lebt und arbeitet Dmitry Yakubovskiy in Moskau», sagt sein ehemaliger Mediensprecher in der Schweiz, Christoph Rich­terich, auf Anfrage. Natürlich liege ihm Engelberg nach wie vor am Herzen, aber vorläufig komme er nicht zurück ins Klosterdorf. Tatsächlich hat Yakubovskiy, der einst als einer der grössten Steuerzahler in Obwalden galt, seine Zelte hier wohl definitiv abgebrochen. Das Büro der Beteiligungsfirma Engelberg Industrial Group, die er gemeinsam mit seinem Bruder an der Dorfstrasse betrieb, ist längst geschlossen, auch das Hotel Restaurant Bänklialp hat er wieder verkauft.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.