Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

ENGELBERG: Sanierung der Trockenmauern lohnt sich

Trockenmauern sind alte Zeugen der landwirtschaftlichen Nutzungsgeschichte und ein wichtiger Lebensraum für Reptilien und andere Kleintiere. In Engelberg werden sie trotz hoher Kosten und grossen Zeitaufwands systematisch saniert.
Eine Trockenmauer. (Bild: PD)

Eine Trockenmauer. (Bild: PD)

Trockenmauern – Mauerwerk, das ohne Mörtel erstellt wird – entstanden über Jahrhunderte hinweg durch harte bäuerliche Arbeit. Im Gebirge mussten die Weiden nach den Lawinenniedergängen des Winters vom eingetragenen Material geräumt werden, und es entstanden zahlreiche Lesesteinhaufen und -wälle. Trockenmauern haben eine herausragende Bedeutung als Lebensräume für Reptilien und andere Kleintiere. Der Bau von Trockenmauern ist ein altes Kunsthandwerk, das mehr und mehr in Vergessenheit gerät. Trockenmauern richtig zu erstellen, zu pflegen und zu erhalten, ist aufwendig und teuer, der Nutzen für viele Tier- und Pflanzenarten aber enorm.

2009 wurde im Rahmen des Vernetzungsprojektes Engelberg ein Inventar der Trockenmauern in Engelberg erstellt. Von den 10766 Metern erfasster Trockenmauern wiesen damals 16 Prozent einen hohen Sanierungsbedarf auf. Im Jahr 2014 ging die Leitung des Projektes zur Sanierung der Trockenmauern Engelberg von der Gemeinde Engelberg an die Fachkommission Vernetzung des Bauernverbandes Obwalden über.

Zivis helfen beim Wiederaufbau mit

Ziel des Sanierungsprojektes in Engelberg ist es, jährlich mindestens 40 Quadratmeter der sanierungsbedürftigen Trockenmauern wieder in Stand zu setzen. Die Sanierung von einem Quadratmeter Trockenmauer kostet etwa 1000 Franken. Seit 2009 konnten von der Stiftung Umwelteinsatz Schweiz (SUS) mit Zivildienstleistenden über 450 Meter Trockenmauer saniert werden. Die Sanierungsarbeiten wären jedoch ohne externe Unterstützung nicht möglich. So leisten der Fonds Landschaft Schweiz (FLS), der Schweizer Zivildienst und die Stiftung Umwelteinsatz Schweiz (SUS) sowie das Amt für Wald und Landschaft Obwalden, Pro Natura Unterwalden und die Gemeinde Engelberg einen grossen Beitrag zur Realisierung des Projektes. Trotzdem verbleiben dem Vernetzungsprojekt Obwalden noch grosse Kosten.

Um sich vor Ort vom Erfolg der Arbeiten zu überzeugen, lud die Fachkommission die Projektpartner und Obwaldner Regierungs- und Amtsvertreter kürzlich zu einer Besichtigung ein. Aktuell werden im Gebiet Knabenrüti zwei Mauern wieder in Stand gesetzt. Beim Aufbau der Trockenmauern arbeiten Zivildienstleistende aus unterschiedlichsten Berufsgruppen zusammen. Innert dreier Wochen ­werden so rund 50 Meter Trockenmauer saniert. Die fachliche Leitung der Arbeiten liegt bei der Stiftung Umwelteinsatz Schweiz (SUS), gearbeitet wird bei jedem Wetter.

Laut Werner Matter, Projektverantwortlicher für den Raum Engelberg bei der Fachkommission Vernetzung, gibt es drei Gründe, die für den grossen finanziellen und zeitlichen Aufwand sprechen: Erhalt der Sicherheit, des Landschaftsbildes und der Ökologie. Eine Weiterführung und Unterstützung des Projekts dient vielen Interessengruppen; von der Bevölkerung und dem Tourismus, für die das Landschaftsbild ebenso wichtig ist wie die Sicherheit vor Steinschlag, bis hin zu den heimischen Reptilien und Kleintieren, deren Lebensraum so erhalten und aufgewertet wird. (pd/red)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.