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ENGELBERG: Schanze hat bald ausgedient

Noch einmal springen die Athleten ab der alten Titlis-Schanze. Die Helfer leisten Millimeterarbeit. Obwohl ihnen Petrus wohlgesinnt ist, brauchts Kunstschnee.
Matthias Piazza
Viel Handarbeit ist nötig, damit in Engelberg bald die weltbesten Skispringer wieder zu ihren Höhenflügen ansetzen können. (Bild Matthias Piazza)

Viel Handarbeit ist nötig, damit in Engelberg bald die weltbesten Skispringer wieder zu ihren Höhenflügen ansetzen können. (Bild Matthias Piazza)

Matthias Piazza

Sportliche Höchstleistungen bedingen Präzisionsarbeit. Stück für Stück arbeiten sich die zahlreichen Helfer auf der Anlaufspur der Titlis-Schanze vor. Genaues Arbeiten ist gefragt beim Präparieren und später beim Einfräsen der Spur. «Der Abstand muss millimetergenau stimmen, wenn die Skispringer mit rund 90 Kilometern die Stunde die Schanze hinuntersausen», erklärt Schanzenchef Bini Amstutz. Bei kleinsten Abweichungen könne es bei solchen Tempi brenzlig werden. Nicht nur bei den Massen, auch sonst sind die Anforderungen an die Schanze hoch, wenn sich am 19. und 20. Dezember beim Weltcup-Skispringen die 90 weltbesten Skispringer messen.

Seit Tagen arbeiten die Helfer an und neben der Schanze, um für eine perfekte Durchführung zu sorgen. Die Bedingungen sind ideal. «Es ist in der idealsten Woche kalt geworden», lobt Bini Amstutz. Und Schnee ist in Hülle und Fülle vorhanden – mindestens so wichtig wie tiefe Temperaturen, sollte man meinen. Der Schanzenchef klärt auf: Gegen Schnee habe er natürlich nichts. Ein weisses Engelberg mache sich bei den Zuschauern vor Ort und am Fernsehen natürlich viel besser, als wenn abseits der Schanze alles grün sei. «Aber bei der Schanze greifen wir gerne auf Kunstschnee zurück, den wir hier dank der tiefen Temperaturen ideal produzieren können. Mit Kunstschnee kann man besser arbeiten, er lässt sich einfacher formen», erklärt er.

Sepp Töngi präpariert die Anlaufspur. (Bild: Nadia Schärli)
Albin «Bini» Amstutz mit dem technischen Schnee: Der 45-Jährige ist der Herr über die Titlis-Schanze. (Bild: Nadia Schärli)
Der Abstand muss millimetergenau stimmen, wenn die Skispringer mit rund 90 Kilometern die Stunde die Schanze hinuntersausen. (Bild: PD)
Mehrere Schneelanzen produzierten beim Auslauf rund 4500 Kubikmeter Kunstschnee, der im Anlauf eingebaut wird. (Bild: PD)
Engelberg ist bereit für die Skispringen am Wochenende. Ein weisses Engelberg macht sich bei den Zuschauern vor Ort und am Fernsehen viel besser, als wenn abseits der Schanze alles grün ist. (Bild: PD)
Beim Bau der Anlaufspur kommt viel Kunstschnee zum Einsatz, weil sich damit besser arbeiten lässt. (Bild: PD)
Für die besonders wichtigen Gäste werden eigene Zelte aufgebaut. (Bild: PD)
An den zwei Tagen werden wieder rund 300 Leute im VIP-Zelt und zwischen 5000 und 8000 übrige Zuschauer vor Ort erwartet. Erfahrungsgemäss verfolgen rund 75 Millionen Zuschauer weltweit das Spektakel am Fernsehen.
Neben der grossen Sprungschanze üben die Kleinen das Skispringen. (Bild: Nadia Schärli)
Anfangs Dezember: Helfer legen Kühlleitungen in die Anlaufspur. (Bild: Matthias Piazza)
Sie sorgen dafür, dass die Spur immer pickelhart bleibt. (Bild: Matthias Piazza)
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Vor dem Skispringen in Engelberg

4500 Kubikmeter kühles Weiss

Und so produzierten unten beim Auslauf mehrere Schneelanzen rund 4500 Kubikmeter Kunstschnee, der dann im Anlauf eingebaut wird – zusammen mit Kühlleitungen, die dafür sorgen, dass die Bahn immer pickelhart bleibt. In einem letzten Schritt wird die Spur millimetergenau in den hart gefrorenen Anlauf gefräst. Der Neuschnee wird noch als Ergänzung verwendet. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren, bis am 16. Dezember, dem Mittwoch vor dem Skispringen, muss alles bereit sein.

An den zwei Tagen werden wieder rund 300 Leute im VIP-Zelt und zwischen 5000 und 8000 übrige Zuschauer vor Ort erwartet. Erfahrungsgemäss verfolgen rund 75 Millionen Zuschauer weltweit das Spektakel am Fernsehen. «Der Anlass, der jeweils das halbe Dorf mobilisiert, ist unbezahlbare Werbung für den Tourismusort Engelberg. Ich werde immer wieder im Ausland darauf angesprochen», erzählt Peter Schmidli, Medienverantwortlicher des Skisprung-Weltcups. Er unterstreicht auch den extrem hohen Stellenwert des Anlasses für die Sportler. Sämtliche Mannschaften aus 20 Nationen kommen nach Engelberg. «Engelberg kann man nicht auslassen. Der Anlass ist für die Sportler der letzte Formtest vor der grossen Vierschanzentournee. Wer in Engelberg gut abschneidet, hat echte Chancen für den Grossanlass.»

Parallel zum Schanzenbau ist die Infrastruktur im Aufbau. Das neue, grössere VIP-Zelt und das normale Gästezelt stehen schon. Zurzeit bauen die Helfer, darunter auch Angehörige der Armee, die Tribüne und weitere Anlagen.

Alte Holzschanze hat ausgedient

Mit der diesjährigen Austragung endet eine Ära in der langjährigen Geschichte des Skispringens in Engelberg. Die alte Holzschanze wird dann abgerissen. Schanzenchef Bini Amstutz ist darüber nicht unglücklich. «Der Zahn der Zeit nagte an der Holzkonstruktion auf Waldboden. Sie wurde an gewissen Stellen morsch.»

Die Planungen für eine neue Schanze laufen schon seit längerem. Eigentlich hätte bereits heuer die neue Schanze ihre Premiere feiern sollen. Im Frühling haben sich die Organisatoren und die Gemeinde jedoch eine Denkpause verordnet, auch wegen Einsprachen. «In der Zwischenzeit wurden die offenen Fragen wie zum Beispiel die Beleuchtung betreffend oder zum Hochwasserschutz in einem Gesamtkonzept geklärt», sagt Peter Schmidli.

Baustart im Frühling

Im Frühling soll darum mit dem Bau begonnen werden. Dabei geht es nicht nur um die Sanierung der Konstruktion. Die Sportler profitieren ganz konkret. So wird die Auslaufstrecke etwas «geglättet». Dank der Aufschüttung landen die Sportler etwas weicher. «Sie springen nicht mehr in einen Sack, wie sie das nennen, das Verletzungsrisiko sinkt.»

Zudem wird die Lichtanlage erneuert und verschoben, sodass zukünftig Springen auch am Vorabend möglich sind. Rund 2,9 Millionen Franken kostete der Umbau. Der Bund steuert 1 Million bei. Vom Kanton Obwalden kommen 750 000 Franken. Die Engelberger bewilligten im März 2014 an einer ausserordentlichen Talgemeinde 900 000 Franken. Von den Wettkämpfen profitiere die ganze Region in hohem Masse, begründete der Gemeinderat damals seinen Antrag. Das Skispringen generiere für die Region eine jährliche Wertschöpfung von rund 3 Millionen Franken. Den Veranstaltern des Skispringens verleiben Kosten von rund 250 000 Franken.

Hinweis

Samstag, 19. Dezember: 14.15 Uhr 1. Durchgang, anschliessend Finaldurchgang und Siegerehrung. Sonntag: 12.15 Uhr Qualifikation, 14.15 Uhr 1. Durchgang, anschliessend Finaldurchgang und Siegerehrung. Weitere Informationen im Internet: www.weltcup-engelberg.ch

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