ENGELBERG: Schwimmbad soll bleiben, wo es ist

Das Schwimmbad Sonnenberg soll erhalten bleiben. Gegner einer Verlegung in den Sporting Park haben eine Unterschriftensammlung lanciert. Die soeben abgeschlossene Vernehmlassung der Gemeinde zum neuen Projekt ist noch nicht ausgewertet.

Philipp Unterschütz
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Das Engelberger Schwimmbad Sonnenberg ist das einzige Freibad in der Region, das ein 50-Meter-Becken hat. (Bild: PD)

Das Engelberger Schwimmbad Sonnenberg ist das einzige Freibad in der Region, das ein 50-Meter-Becken hat. (Bild: PD)

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@obwaldnerzeitung.ch

«Das Schwimmbad Sonnenberg ist uns eine Herzensangelegenheit», betont der Engelberger Arzt Hansjörg Bucher, der im Titliszentrum eine Praxis führt. Mit einem ganzseitigen Inserat im Engelberger Anzeiger vom 28. September haben er und ­et­liche weitere Personen eine Unterschriftensammlung lanciert. «Wir sind eine bunt gemischte Gruppe von politisch interessierten Einheimischen ohne parteipolitischen Hintergrund», erklärt Hansjörg Bucher. Gemeinsam ist ihnen, dass sie das Schwimmbad Sonnenberg am bisherigen Standort erhalten wollen. Eine Integration ins neue Projekt des Sporting Park möchten sie verhindern. «Warum soll man etwas so Schönes schliessen? Das Freibad ist wunderbar gelegen und hat ein 50-Meter-Aussenbecken. Das gibt es nur in Engelberg. Sarnen und Stansstad haben zwar auch Freibäder, aber die Becken sind kleiner. Ich bin überzeugt, wenn man es heizen würde, wäre das ein Renner», sagt Bucher, der oft selber im Sonnenberg schwimmen geht und auch findet, das Bad könnte als touristisches Angebot besser vermarktet werden. «Der jetzige Standort Sonnenberg ist auch klimatisch idealer als es der neue im Talboden wäre – er ist wärmer und windgeschützter», ergänzt Hansjörg Bucher – die Vorfahren hätten schon gewusst, warum sie das Bad dort gebaut hätten.

Auch die Gemeinde will den Puls fühlen

Tatsächlich ist Engelberg in der Standortfrage des Schwimmbades gespalten. Bei einer Volksabstimmung 2012 sprachen sich die Bürger mit einem hauchdünnen Unterschied von nur gerade 23 Stimmen für eine Verlegung des Bades in den Sporting Park aus. Für die Gemeinde sprechen unter anderem die schlechte Erschlies­sung und die engen Platzverhältnisse für diesen Schritt.

Weil die Meinungen derart geteilt sind, führte die Gemeinde in den vergangenen Wochen eine Vernehmlassung bei der Bevölkerung zum Thema Sporting Park durch, um herauszufinden, ob die vom Gemeinderat eingeschla­gene Richtung in der Bevölkerung mehrheitsfähig ist. Wie Bendicht Oggier, Geschäftsführer der ­Gemeinde, auf Anfrage sagt, ­­sei diese noch nicht ausgewertet ­und vom Gemeinderat auch noch nicht besprochen worden. «Nachdem die Vernehmlassung im Detail ausgewertet worden ist, wird der Gemeinderat das weitere Vorgehen im Detail besprechen und beschliessen können. Diese Ergebnisse können dann auch die Rahmenbedingungen für mögliche Kriterien eines Projektwettbewerbs darstellen.» Erst dann würde sich zeigen, wie der Sporting Park und eben auch das neue Schwimmbad künftig überhaupt aussehen könnten.

«Unsere Hoffnung ist, dass es nochmals zu einer Grundsatzabstimmung über die Verlegung des Bades kommt», sagt dagegen Hansjörg Bucher. Seit der Abstimmung vor fünf Jahren sei viel Zeit vergangen, und das Ergebnis würde heute vielleicht anders ausfallen. Weil man keine Zwängerei wolle, habe man auf eine Volksinitiative verzichtet.

Nicht alle Gegner äussern ihre Bedenken

«Wir hören oft von Leuten, dass sie gegen die Verlegung sind, aber nicht aktiv bei der Vernehmlassung der Gemeinde mitgemacht hätten.» Man wolle nun diese kritischen Stimmen sammeln. «Wenn wir genügend Rückhalt für einen Verbleib des Schwimmbads haben, werden wir im November mit der Gemeinde das Gespräch suchen.» 200 Unterschriften müsste man aber dafür schon zusammenbringen, so Hansjörg Bucher weiter. Er sei überzeugt, dass die Gemeinde die Unterschriftensammlung beim weiteren Vorgehen berücksichtigen würde.