ENGELBERG: Sie erlebten den Beginn der Hotellerie

Über hundert Jahre haben die zwei Leitungen die Engelberger mit Wasser versorgt. Nun haben sie ausgedient – fast.

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Arbeiter machen die notwendigen Vorbereitungsarbeiten für die Leitungserneuerung in Engelberg (Bild Corinne Glanzmann/Neue OZ)

Arbeiter machen die notwendigen Vorbereitungsarbeiten für die Leitungserneuerung in Engelberg (Bild Corinne Glanzmann/Neue OZ)

Sie versorgten in der Hochsaison zwischen 5000 und 7000 Personen mit Trinkwasser. Rund 3500 Kubikmeter flossen pro Tag durch sie hindurch. Die Rede ist von den zwei 25 Zentimeter dicken Hauptleitungen, die unter der Dorfstrasse verlaufen und nun ausgedient haben.

Sie stammen aus der Anfangszeit des Leitungsnetzes. Dieses entstand in den 1890er-Jahren auf Initiative von Hotelbesitzern. Ein Leitungsnetz fehlte zu dieser Zeit, weil die Gemeinde Engelberg zu arm dafür war. Bis heute ist die Wasserversorgung in Privathand. Die Wasserversorgungs AG ist nämlich für das mittlerweile rund 40 Kilometer lange Leitungsnetz verantwortlich und liefert es für 80 Rappen pro Kubikmeter in Haushaltungen, Betriebe und Hotels. So ists im Delegationsvertrag mit der Gemeinde Engelberg geregelt.

Nach über hundert Jahren ersetzt
Nun werden die beiden Hauptleitungen auf dem Abschnitt zwischen dem Café Zur Alten Post und dem Café Désiré ersetzt. Auch sie stammen aus der Anfangszeit des Leitungsnetzes, sind also über 110-jährig. «Trotzdem sind sie aber noch in einem sehr guten Zustand», betont Robert Infanger, Präsident der Wasserversorgungs AG.

Doch weil die Dorfstrasse auf diesem Abschnitt saniert wird, wolle man die Gelegenheit ergreifen und gleich auch die Leitungen erneuern, bevor irgendwelche Schäden entstehen würden. Die alten Rohre werden aber nicht herausgerissen. Sie dienen als Hülle für die neuen. Das habe den Vorteil, dass das bestehende, noch relativ gut erhaltene Rohr als Schutz dient. «Die Strassenbelastungen haben zugenommen. Vor hundert Jahren fuhren über die Dorfstrasse Pferdegespanne, heute schwere Lastwagen.»

Nur minimale Unterbrüche
Die Unterbrüche in der Wasserversorgung sollten sich gemäss Infanger auf ein absolutes Minimum beschränken und höchstens zwei Stunden betragen. Am Projekt beteiligt sind eine Tiefbauunternehmung, eine Spezialfirma und der Brunnenmeister der Wasserversorgungs AG. Das Ganze kostet rund 180'000 Franken. Wenn nichts dazwischenkommt, sollten die Arbeiten bis am 20. Oktober abgeschlossen sein.

Ahornbäume werden gefällt
Gleichzeitig mit der Strassensanierung werden entlang des Trottoirs beim Kurpark ein Grünstreifen angelegt und nächstes Jahr die Gehflächen erneuert. Die bestehenden neun rund 80 Jahre alten Ahornbäume werden gefällt. Ein Gutachten zeigte auf, dass die meisten Bäume in einem schlechten Zustand und von Pilzen befallen sind. An dieser Stelle werden sieben Jungbäume gepflanzt. Noch unklar ist allerdings die Sorte. Zur Diskussion stehen Bergahorn, Feldahorn und einheimische Mehlbeere, wie das Gemeinde-Info mitteilt.

Matthias Piazza

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Obwaldner Zeitung.