Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ENGELBERG: Sie geben ihr Herzblut für Winnetou

Nach zwei Castings sind fast alle Rollen für die Winnetou-Freilichtspiele im kommenden Sommer besetzt. Mit Jean Grädel konnte ein äusserst erfahrener und erfolgreicher Schweizer Regisseur verpflichtet werden.
Philipp Unterschütz
Urs Würsten (Mitte) und Michael Eberle spielen Produktionsassistent David Matthäus Zurbuchen (links) eine Szene vor. (Bild: Philipp Unterschütz (Engelberg, 9. Dezember 2017))

Urs Würsten (Mitte) und Michael Eberle spielen Produktionsassistent David Matthäus Zurbuchen (links) eine Szene vor. (Bild: Philipp Unterschütz (Engelberg, 9. Dezember 2017))

Philipp Unterschütz

<span class="mail_autor">philipp.unterschuetz@</span>obwaldnerzeitung.ch

«Sehr schön. Und jetzt das Ganze nochmals, aber ganz leise und intim ... und zaubere beim letzten Teil ein Lächeln auf unsere Gesichter.» Der erfahrene Theatermann und Produktionsassistent der Winnetou-Freilichtspiele David Matthäus Zurbuchen fordert die Teilnehmer am Casting immer wieder heraus – motiviert sie gezielt. Er will herausfinden, ob sie geeignet sind, als Komparsen oder gar mit Sprechrollen bei der zweiten Auflage der Winnetou-Freilichtspiele diesen Sommer in Engelberg mitzumachen.

Die Bewerber hängen an Zurbuchens Lippen und saugen die Tipps des Profis auf. Sie legen sich ins Zeug, schleichen sich im dichten Unterholz von Stühlen an einen imaginären Feind an, sprechen Texte aus Stücken, in denen sie mal mitgespielt haben, und leben ihre ganze Hingabe ans Theaterspielen aus. «Eigentlich würde ich am liebsten alle nehmen. Wir brauchen solche Leute, die mit so viel Herzblut bei der Sache sind. Teamfähige Leute, die miteinander etwas durchziehen wollen.» Selbstdarsteller seien hingegen nicht gefragt, sagt Zurbuchen. Aufmerksamer Beobachter der Auftritte ist auch Produzent und Winnetou-Darsteller Tom Volkers. Und es sei vorweggenommen – die meisten der fast 30 Personen, die am Samstagmorgen im Hotel Terrace in Engelberg am Casting teilnehmen, bekommen von Zurbuchen und Volkers einen positiven Bescheid. Einzig über die Verteilung gewisser Sprechrollen wird erst im Verlauf dieser Woche entschieden.

Mehrheitlich Schweizer Darsteller

Die Atmosphäre ist gelöst, auch wenn bei den einen oder anderen durchaus etwas Nervosität zu spüren ist. Und irgendwie hat das Casting auch etwas Familiäres. Man kennt sich, ein grosser Teil der Teilnehmer hat bereits bei den ersten Winnetou-Freilichtspielen im vergangenen Sommer mitgespielt. Schon beim ersten Casting vor kurzem in Luzern seien viele bekannte Gesichter aufgetaucht, erzählt David Matthäus Zurbuchen, der in «Winnetou II» in die Rolle des kauzigen Sam Hawkens schlüpfen wird. «Das ist doch ein gutes Zeichen für uns. Mich berührt es richtig, dass so viele Leute wieder mitmachen wollen.» Von einigen, die aus Zeitgründen bei «Winnetou II» nicht erneut dabei sein könnten, hätte man sogar Entschuldigungen per Mail erhalten.

«Dass wir bereits jetzt insgesamt fast 90 Prozent aller Haupt- und Nebenrollen besetzt haben, ist fantastisch», freut sich auch Tom Volkers. Es sei aber toll, dass man neben den «Erfahrenen» auch ­etliche neue Gesichter gefunden habe, die mit ihrer Art das Ganze bereichern würden. «Waren bei ‹Winnetou I› mehr als die Hälfte der Rollen mit deutschen Schauspielern besetzt, ist es dieses Jahr umgekehrt», betont Tom Volkers. Nun seien nur noch drei Rollen zu besetzen. Am schwierigsten sei bis jetzt, eine dunkel­häutige Frau zu finden. In den nächsten Tagen sollen alle Darsteller der Rollen bekanntgegeben werden.

Jean Grädel führte bei fast 200 Produktionen Regie

Mit dem bekannten, mehrfach ausgezeichneten Jean Grädel (74) konnte für «Winnetou II» ein äusserst erfahrener und erfolgreicher Schweizer Regisseur gewonnen werden. Die gesamte Produktionsleitung habe sich nicht zuletzt für Grädel entschieden, weil er als Schweizer natürlich besonders gut mit der Mentalität der nun mehrheitlich schweizerischen Schauspielergruppe umgehen könne, erklärt Tom Volkers.

Glücklich, die Rolle des Will Parker ergattert zu haben, ist Beat Musfeld, der in Buochs und Engelberg zu Hause ist. «Karl May ist ein Stück Jugend für mich. Ich freue mich extrem, ich bin mit Pferden aufgewachsen und musste beruflich oft vor einem grossen Publikum sprechen.» Nervös werde er also mit Sicherheit nicht sein.

Das wird wohl auch der Stanser Western- und Winnetou-Fan Oli Litschi (45) nicht sein. Er hat viel Erfahrung in den Laientheatern Meierskappel oder Immensee gesammelt und war als Statist schon bei fünf «Tatort»-Episoden dabei. «Es ist faszinierend, den Leuten etwas darzubieten – ich liebe es, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Als Kind war es mein grosser Traum, Stuntman zu werden.» Sein Arbeitgeber, die Schreinerei Weibel in Hünenberg, unterstütze ihn und komme ihm entgegen mit Ferien und Arbeitszeiten. «Sonst wäre es zeitlich unmöglich, bei den Freilichtspielen mitzumachen.»

Nachdem bereits bei «Winnetou I» zwei ehemalige Darsteller der Altdorfer Tell-Festspiele mit dabei waren, möchte kommenden Sommer nun auch Arianit Sakiri (41) zum Indianer werden. 2016 gab er in Altdorf den Gessler. Der gebürtige Mazedonier ist sogar gelernter Schauspieler, er besuchte in seiner Heimat die Schauspiel-Uni. «Vergangenen Sommer hatte ich keine Zeit, sonst hätte ich mich schon für ‹Winnetou I› beworben.»

Am 23. Mai 2018 wird es für alle Schauspieler losgehen, dann starten mit einem ersten Treffen die Proben für «Winnetou II – Ribanna und das Kriegsbeil der Poncas». Vom 6. Juli bis 12. August 2018 stehen die Darsteller dann in insgesamt 33 Vorstellungen auf der Freilichtbühne.

Hinweis

Infos und Vorverkauf: www.winnetou.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.