ENGELBERG: So klingt der «amerikanische Traum»

The BossHoss wurden ihrem Ruf als exzellente Partyband mehr als gerecht. Ihr heisser Sound brachte die Fans im ausverkauften Kursaal aus dem Häuschen.

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The BossHoss mit Sascha Vollmer und Alec Völkel (Erster und Zweiter von links) lassen die Stimmung im Kursaal hochgehen. (Bild: PD/Johan Axelsson)

The BossHoss mit Sascha Vollmer und Alec Völkel (Erster und Zweiter von links) lassen die Stimmung im Kursaal hochgehen. (Bild: PD/Johan Axelsson)

Philipp Unterschütz

Mit ihrem aktuellen Hit «Dos Bros» eroberte die zehnköpfige Band The BossHoss am Samstag den ausverkauften Kursaal gleich mit dem ersten Song im Sturm. Und bereits nach dem zweiten Lied hatte sich auch die Temperatur im Saal ihrem Musikstil angeglichen. Die Berliner, die Ende März mit einer ausgedehnten Tour zur aktuellen CD beginnen, genossen es sichtlich, am Pro Sieben Mountain Jam wieder mal auf der Bühne zu stehen. Und wahrscheinlich kam Engelberg in den Genuss eines ziemlich exklusiven Konzerts. Geplant ist 2016 nämlich nur noch eine Show in der Schweiz, im April in Winterthur. Schon jetzt kamen die Fans teilweise von weit her. Rund die Hälfte der Tickets sei an Auswärtige gegangen, sagte Karin Bardohl von Pro Sieben Schweiz, darunter natürlich auch viele, die momentan in Engelberg ihre Sportferien verbringen.

Wo Männer noch Männer sind

Die Band heizte gewaltig ein. Der «BossHoss-Express» stampfte wie eine gut geölte Dampflok durch die musikalische Landkarte des tiefen Südens der USA. Ständig befeuert von der sehr präsenten und spielfreudigen Band ging es für die 1200 Zuschauer im bis auf den letzten Platz gefüllten Kursaal auf eine rasante Reise durch aktuelle Songs, gespickt mit den Hits, welche die Band in den letzten zehn Jahren so populär gemacht haben. Ihr ureigener «amerikanischer Traum», wie die Bandleader Alec «Boss Burns» Völkel und Sascha «Hoss Power» Vollmer es nennen, besteht aus Einflüssen von Country, Rock, Southern Rock, etwas Pop und hie und da gar etwas funkigen Einschlägen. Die BossHoss-Welt liegt in den heissen Wüsten von Texas. Da, wo auch die Schärfe Mexikos unüberhörbare Spuren hinterlässt. Da, wo die Cowboys und Harleyfahrer noch richtige Männer sind. Und glücklicherweise ist die scharfe Mischung auch immer mit einer kräftigen Prise Ironie gewürzt. «Wir lieben es, mit diesen Klischees zu spielen», meinte Alec Völkel vor dem Konzert (siehe Kasten).

Wie souverän sich die Berliner in ihrem Kosmos bewegen, zeigte sich auch immer dann, wenn legendäre Titel aus anderen Stilen wie beispielsweise «Sympathy For The Devil» von den Rolling Stones oder die Funknummer «Word Up» von Cameo bei The BossHoss so klingen, als wären sie schon immer mit Country angehauchte Eigenkompositionen gewesen, die sich nahtlos in ihr Programm einfügen.