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ENGELBERG: Test an Internatsschülern: Joggen baut Stress ab

Sozusagen eine Studie an lebendigen Objekten, sprich an Kollegen, hat Tamara von Philipsborn gemacht. Sie testete an Internatsschülern, wie sich Joggen auf den Stressabbau auswirkt.
Marion Wannemacher
Schaffhausen, 9.10.2014, Inland - Feature Herbst, zwei Frauen joggen am Rhein. (Melanie Duchene/EQ Images) (KEYSTONE/EQ IMAGES/Melanie Duchene) (Symbolbild: Melanie Duchene / EQ Images / Keystone)

Schaffhausen, 9.10.2014, Inland - Feature Herbst, zwei Frauen joggen am Rhein. (Melanie Duchene/EQ Images) (KEYSTONE/EQ IMAGES/Melanie Duchene) (Symbolbild: Melanie Duchene / EQ Images / Keystone)

Der 31. Mai 2017 ist vorbei, die Maturanden von damals sind längst aus der Stiftsschule Engelberg. Der Stress jener Mathematuraprüfung, die an diesem Tag stattfand, lebt höchstens noch in der Erinnerung. Die medizinischen Testergebnisse zum Thema Stressabbau von acht Schülern dieses Maturajahrgangs hat Tamara von Philipsborn in ihrer Maturaarbeit verewigt.

Sie untersuchte an acht männlichen Maturanden, wie sich Joggen direkt nach der Prüfung auswirkt. Auf das Thema kam sie aus persönlichen Gründen: «Da ich eine gestresste Person bin, auch vor Schulprüfungen, wollte ich etwas machen, das mich selbst betrifft», sagt sie. Die 18-Jährige liess vier ihrer Testpersonen direkt nach der Mathematuraprüfung eine Viertelstunde joggen, vier weitere Schüler unternahmen nichts. Ein Labor bestimmte den Cortisolwert der von ihr genommenen Speichelproben. «Cortisol ist ein Stresshormon aus der Gruppe der Glukokortikoide und wird in der Nebennierenrinde gebildet», erklärt Tamara von Philipsborn in ihrer Maturaarbeit. Sie unterscheidet zwischen akutem und chronischen Stress. «Der chronische ist gefährlich, weil er zu Entzündungen und Infektionen führen kann.» Von jeder Testperson nahm sie vier Speichelproben als Basiswert, eine halbe Stunde vor der Prüfung, eine weitere direkt nach der Prüfung und eine abschliessende nach der Viertelstunde, in der die Hälfte ihrer Kandidaten entweder joggen war oder nicht.

Blutdruck und Puls brachten keinen Erfolg

Probanden zu finden, die sich direkt nach der wichtigen Prüfung zur Verfügung stellten, war eine Herausforderung, schildert die Maturandin. «Da ich aber im Internat wohne und alle gut kenne, konnten sie sich in mich hineinversetzen und unterstützten mich», erzählt sie. Mit Blutdruck- und Pulsmessungen bei den Testkandidaten gelangte die Maturandin noch nicht ans Ziel. Diese wiesen keine signifikante Werte auf. Tamara von Philipsborn behielt trotzdem die Nerven, denn anhand der Ergebnisse der Speichelproben, die sie an ein pro­fessionelles Labor in Schwerin gesendet hatte, konnten sie nachweisen, dass bei den vier Personen, die gelaufen waren, der Cortisolspiegel sank oder zumindest gleich blieb. «Bei den Probanden ohne Anstrengung blieb der Cortisolspiegel hoch», berichtet sie. Die Maturandin bildete die Werte auf sogenannten Grafen ab.

Fliegerei hat es der ganzen Familie angetan

Auf das Ergebnis sei sie natürlich sehr gespannt gewesen, erzählt Tamara. Aber erwartet habe sie schon, dass es so herauskommen würde. «Ich hatte zuvor einen Artikel darüber gelesen». Die Arbeit, die ihr viel Freude bereitet habe, sei nicht nur zeitintensiv gewesen, sondern auch kostspielig wegen der 32 Laborproben. Um ihr Ergebnis zu untermauern, hätte sie gern sie noch mehr Probanden mit einbezogen, da sie aber für jeden vier Speichelproben im Labor untersuchen musste, sei dies zu teuer gewesen. Immerhin: Die Maturandin wurde mit einer 5,5 als Note für ihre Arbeit belohnt.

Tamara von Philipsborn, die aus einem kleinen Ort in der Nähe von Basel kommt, hat sich bereits Ziele für ihr weiteres Leben gesetzt: «Nach einem Zwischenjahr, in dem ich Geld verdienen und reisen möchte, will ich eine Ausbildung zur Pilotin machen. Die Fliegerei ist bei uns in der Familie verankert: Mein Vater ist Pilot bei der Swiss, meine Mutter Stewardess.» Doch erst mal stehen die Maturaprüfungen an.

Allmählich müsse sie anfangen, auch während der Ferien zu lernen, an Wochenenden sind schulische Arbeiten dran. Der grösste Stress erwarten alle direkt vor der Matura. Wie sie mit dem umgeht, weiss sie ja bereits: «Ich versuche mein eigenes Ergebnis umzusetzen, rauszugehen an die frische Luft und zu joggen.»

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ obwaldnerzeitung.ch

«Ich versuche, mein eigenes Ergebnis umzusetzen», sagt Tamara von Philipsborn, Maturandin der Stiftsschule. (Bild: PD)

«Ich versuche, mein eigenes Ergebnis umzusetzen», sagt Tamara von Philipsborn, Maturandin der Stiftsschule. (Bild: PD)

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