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ENGELBERG: Titlisbahnen: Kritik an Dividenden-Kürzung

Der Verwaltungsrat schüttet eine kleinere Dividende aus als vor einem Jahr. Gegen die Kürzung formiert sich unter den Aktionären Widerstand.
2015/16 lief das Geschäft für die Titlisbahnen schlechter als im Vorjahr. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Titlis, 31. Oktober 2015))

2015/16 lief das Geschäft für die Titlisbahnen schlechter als im Vorjahr. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Titlis, 31. Oktober 2015))

Rainer Rickenbach

rainer.rickenbach@luzernerzeitung.ch

Die Titlisbahnen schrieben in ihrem Geschäftsjahr 2015/16 einen Reingewinn von 12,5 Millionen Franken. Das ist über die Hälfte weniger als im Vorjahr, als das Engelberger Bahnunternehmen den Rekordgewinn von 30 Millionen Franken einfuhr.

Weil das Geschäft weniger gut lief, schlägt der Verwaltungsrat vor, für das vergangene Geschäftsjahr keine 8 Franken Dividende mehr pro Aktie den Aktionären zukommen zu lassen, sondern nur noch 7 Franken. Die Generalversammlung findet am 7. April statt.

Es geht um 672 000 Franken

Die Aktionäre werden sich an der Versammlung zwischen den 7 und einem Antrag auf 8 Franken entscheiden können. Denn die Dividendenkürzung stösst auf Widerstand, Aktionär Peter Amstutz hat beim Verwaltungsrat den Antrag für einen gleichbleibenden Betrag eingereicht.

Unterstützung findet er bei Hans Hess. Der frühere Obwaldner Ständerat war bis vor einem Jahr Verwaltungsratpräsident der Titlisbahnen. Er gehörte dem Aufsichtsgremium während 35 Jahren an, davon 22 Jahre lang als Präsident. Hess sagt: «Der Verwaltungsrat schreibt im Geschäftsbericht, er verfolge eine langfristige, kongruente und stabile Dividendenpolitik. Ein Franken weniger Gewinnausschüttung widerstrebt diesem Ziel.»

Mit der von ihm vorgeschlagenen Dividende von 8 Franken würden dem Unternehmen 672 000 Franken entgehen. «Das ist absolut verkraftbar. Damit er eine stabile Dividendenpolitik fahren kann, hätte der Verwaltungsrat für das Rekordjahr eine höhere Gewinnbeteiligung als acht Franken pro Aktie gewähren müssen», so Hess. Das sei nicht geschehen und darum empfehle es sich, die Dividende im Vergleich zum Vorjahr wenigstens stabil zu halten. Hess: «Die Titlisbahnen sind gut beraten, ihre Geldgeber bei der Stange zu halten. Der Blick auf die zu erwartenden Investitionen macht deutlich, dass es sie noch brauchen wird.» Er stosse mit seiner Forderung bei vielen anderen Aktionären auf offene Ohren.

Der Verwaltungsrat wird sich vor der GV bei einer Sitzung am 5. April mit den Anträgen beschäftigen, eine Änderung ist noch möglich. Zwei Überlegungen stehen gemäss dem Verwaltungsratspräsidenten und Nidwaldner FDP-Ständerat Hans Wicki hinter der Dividendenkürzung. «Zum einen hatte der fulminante Gewinn im Rekordjahr zu einem schönen Teil einmalige Ursachen. Alleine die Wohnungsverkäufe im Titlis-Resort brachten 9 Millionen Franken ein. Der Gewinn des letzten Jahres liegt nun deutlich darunter», sagt Wicki.

«Zum andern blicken wir weiteren hohen Investitionen entgegen. Für sie können wir Liquidität im Unternehmen gut brauchen.» Die Dividende habe vor dem Rekordjahr bloss 6 Franken betragen. Wicki: «Der Verwaltungsrat bläst nicht Trübsal und verbreitet keinen Pessimismus, sondern er strebt ein höheres Dividendenniveau als in der Zeit vor dem Rekordjahr an.»

Zu reden gibt in Engelberg auch, dass die Hälfte der Verwaltungsräte keine Aktien am Unternehmen besitzt. Wicki sagt dazu: «Das war schon in der Vergangenheit so und sagt über das Engagement der Verwaltungsräte nichts aus. Es gibt dazu zwei durchaus vertretbare Meinungen: Die einen sagen, ohne eigene Aktien lasse sich im Verwaltungsrat unabhängiger entscheiden. Die andern meinen, Aktienbesitz sei gut für die Identifikation mit dem Unternehmen.»

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