Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ENGELBERG: Titlisbahnen rüsten sich für das Social-Media-Zeitalter

Die Titlisbahnen rüsten sich für das Zeitalter der Social Media. Unter anderem erleichtern sie ihren Gästen den Zugang zum Internet.
Matthias Piazza
Dem Projekt «Schneeparadies» stehen noch einige Hürden im Weg. Die Titlisbahnen machen sich deswegen keine Sorgen. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Dem Projekt «Schneeparadies» stehen noch einige Hürden im Weg. Die Titlisbahnen machen sich deswegen keine Sorgen. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Das indische Pärchen ist begeistert. Auf dem Titlis-Gipfel angekommen, geniessen die beiden bei stahlblauem Himmel eine wunderbare Aussicht. Schnell ist das Smartphone gezückt und ein Selfie gemacht. Keine fünf Minuten später ist das Bild auf Facebook gepostet – und wird in den nächsten Stunden und Tagen von den Freunden im fernen Indien oder irgendwo auf der Welt bewundert, kommentiert und vielleicht mit weiteren Facebook-Nutzern geteilt. Gut möglich, dass der eine oder andere vom Selfie auf dem Titlis so angetan ist, dass er sich zu Ferien in der Innerschweiz entschliesst. Wie viele Besucher dank den Social-Media-Kanälen auf den Titlis gelockt werden, kann Peter Reinle, Mediensprecher der Titlisbahnen, nicht sagen. Klar ist für ihn aber: «Soziale Medien wie Facebook und Instagram sind für uns unbezahlbare Gratiswerbung und darum ein tolles Marketinginstrument.»

Die Titlisbahnen erleichtern ihren Gästen denn auch den Internetzugang. In allen Bahnstationen und Restaurants und in deren Nähe gibt’s gratis WLAN-Zugang. Die Abdeckung wird gemäss Reinle laufend ausgebaut.

Verwaltungsrat stuft soziale Medien neu als Risiko ein

Auch die Titlisbahnen selbst bewirtschaften einen Facebook-Auftritt – zusammen mit Engelberg-Titlis-Tourismus. Aktuelle Fotos und Filme von der Titlis-Region sind dort ebenso aufgeschaltet wie Informationen über bevorstehende Veranstaltungen. «Solche Einträge bringen viele Besucher an die Events», weiss Peter Reinle. Der Post, in der Olympiasiegerin Michelle Gisin im Sporting-Park Autogramme gibt, wurde fast 2000 Mal aufgerufen. 21'000 Fans auf Facebook und 13'000 Abonnenten auf Instagram, einem weiteren Online-Dienst zum Teilen von Fotos und Videos, zählt der gemeinsame Account von ­Engelberg-Titlis-Tourismus und Titlisbahnen mittlerweile.

Umso mehr erstaunt der Eintrag im aktuellen Geschäftsbericht der Titlisbahnen. Dort taxiert der Verwaltungsrat das Thema Social Media und deren Auswirkungen als neues Risiko. «Die sozialen Medien sind mehr Segen als Fluch, aber die Kehrseiten kann man nicht ausser Acht lassen», erklärt Peter Reinle und erinnert sich an den vergangenen November, als am Laub, einem viel befahrenen Freeride-Hang, eine Lawine niederging und einen Freerider in den Tod riss. «Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile im Netz. Während dreier Stunden lief bei uns das Telefon heiss.» Schnelligkeit sei wichtiger geworden. «Wir müssen innert Kürze Auskunft geben können.»

Die User halten nicht nur mit Lob, sondern auch mit Kritik nicht zurück. «Es wird sehr schnell in die Tasten gehauen. Wenn jemandem etwas nicht passt, verfasst er sofort einen Kommentar.» So habe ein User in der vergangenen Woche in einem Online-Kommentar geschrieben, dass es verantwortungslos sei, die Pisten bei diesem Nebel offenzuhalten. Peter Reinle bezeichnet die Kritik als ungerechtfertigt. «Hätten wir die Pisten gesperrt, hätte es sofort Reklamationen ­gehagelt, denn oberhalb der Nebelgrenze herrschte ideales Skiwetter.»

Social-Media fordert personelle Aufstockung

Es gehe überhaupt nicht darum, dass man kritische Stimmen unterbinden wolle. «Ist die Kritik gerechtfertigt, tragen wir die Verantwortung. Wenn nicht, wie im Beispiel mit dem Nebel, erläutern wir unsere Position und stellen richtig.»

Doch dies koste Zeit. Aktuell betreuen je zwei Personen von Engelberg-Titlis-Tourismus AG und den Titlisbahnen den Internet-Auftritt der beiden Organisationen und die gemeinsame Facebook-Seite. «Die Bedeutung der sozialen Medien wird in Zukunft noch mehr zunehmen», ist Reinle überzeugt. Der Verwaltungsrat erarbeitet darum ein Konzept, um dafür gerüstet zu sein. Die Stossrichtung sei aber jetzt schon klar. «Wir werden wohl im Bereich Social-Media personell aufstocken.»

«Soziale Medien sind ein mächtiges Instrument geworden, genutzt von durchschnittlich rund 90 Prozent der Schweizer», bestätigt Lukas Keller, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Digitalisierung im Tourismus an der Hochschule Luzern – Wirtschaft. Er sieht darin vor allem eine Chance für Tourismusdestinationen. «Schöne Titlis-Bilder im Facebook können mich zu einem Besuch in dieser Destination verleiten.» Von Gratis-Werbung will er nicht sprechen. «Die Kanäle professionell zu bewirtschaften, ist personalintensiv.» Und dazu rät er dringend. «Wenn eine Tourismusdestination auf allfällige negative Einträge nicht sofort und angemessen reagiert, kann sich dies schlecht aufs Image auswirken.»

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.