Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

ENGELBERG: Traditionelles Dreikönigskonzert: Ein musikalisch bunter Zauber

Zum 40. Geburtstag sprengte das traditionelle Dreikönigskonzert alle musikalischen Grenzen. Für Leiter Wolfgang Sieber und alle Mitwirkenden gab es in der vollen Klosterkirche stehende Ovationen.
Joseph Sieber (v. l.), Wolfgang Sieber und Christof Estermann begeisterten am Dreikönigskonzert. (Bild: Romano Cuonz (Engelberg, 6. Januar 2018))

Joseph Sieber (v. l.), Wolfgang Sieber und Christof Estermann begeisterten am Dreikönigskonzert. (Bild: Romano Cuonz (Engelberg, 6. Januar 2018))

«Das dreikönigliche Engelberger Konzert entwickelt heuer einen Zauber vom swingenden amerikanischen ‹Hirten› George Ger­shwin über die ‹Dancing Queen› von Abba bis hin zur gregorianisch besungenen Mutter Gottes», versprach der bekannte Luzerner Kirchenmusiker und Orgel-Virtuose Wolfgang Sieber. Wer immer den genial unkonventionellen Mann mit dem für ihn charakteristischen Vollbart kennt, weiss, dass man ihn beim Wort nehmen darf. Und so füllte sich denn die wunderschöne Barockkirche in Engelberg weit vor Konzertbeginn am Samstagabend.

Engelberg ist mit der von Friedrich Goll 1877 gebauten grössten Orgel der Schweiz und mit der ebenfalls klangstarken kleinen Chororgel von 1902 für Freunde der Orgelmusik ein wahres «Eldorado». Dass Wolfgang Sieber den einzigartigen Klangkörper dieser Orgel mit 137 Registern voll auskosten und orchestral brillant zum Klingen bringen würde – etwa mit der selber arrangierten «Marcho dei Rei» aus der «Arlésienne» von Georges Bizet – war zu erwarten. Aber bei seiner eigenen Virtuosität liess er es nicht bewenden. An diesem Jubiläumskonzert sollte ein Höhepunkt dem andern folgen. Immer dargeboten von ebenso bekannten wie brillanten Chören, Solisten und Instrumentalisten.

Die Kirche ganz im «Blue Light»

Für das wohl einzigartige Glanzlicht des Abends tauchte der musikalisch versierte Lichtdesigner Markus Güdel die Kirche in ein jazzig blaues Licht. Dann der Auftritt des Zugers Pascal Übelhart: Mit biegsamem, ja fast näselndem Sopransaxofon-Klang setzte er das Leitmotiv von George Ger­shwins berühmter «Rhapsody in Blue» in den sakralen Raum. Was dann folgte, war grosse Klasse: Der gerade mal 27-jährige Joseph Sieber interpretierte die Solopassagen des Paradestücks auf dem Bösendorfer-Flügel mit grösster Spielfreude. Sehr präzis und doch jazzig angehaucht. Dazu dirigierte er auch noch sein «Orchester»: bestehend aus Vater Wolfgang an der kleinen Orgel und dem mitfühlenden, mitgehenden Perkussionisten Christof Estermann. Vieles mag die ehrwürdige Klosterkirche schon erlebt haben: Dieser Musikgenuss im «Blue Light» war wohl auch für sie neu. Fast glaubte man zu bemerken, wie selbst die vielen barocken Heiligen im Chor mitzuwippen begannen.

Unähnliche Chöre im Einklang

Das eigentlich Besondere an diesem unvergesslichen Konzert war das Zusammenführen von zwei Chören, die kaum je im selben Atemzug genannt werden: Zum einen war da die ursprünglich gregorianisch ausgerichtete Schola des Engelberger Mönchs, Cantors und Solisten Benedikt Locher. Eindrücklich etwa beim «Salve Regina» mit Solostimme und Bordun nach Engelberger Gregorianik. Und da war zum anderen der Chor touCHant (Leitung: Jessica Marty) mit acht Frauenstimmen, die einen von ihrem ersten Auftritt an berührten. Dies mit überaus feinen Nuancen in der Stimmführung, die im akustisch grossartigen Raum hörbar wurden. Ihr bunt gemisch­tes A-cappella-Repertoire ging vom überlieferten «Limu Limu Lima» bis hin zum prächtigen Arrangement von Ben E. Kings «Stand By Me».

Dass die beiden immer wieder von der Orgel und von Instrumentalisten begleiteten Chöre neben ihren eigenen auch noch gemeinsame Auftritte hatten, war wohl eines jener Experimente, für die Wolfgang Sieber bekannt ist. Dabei wuchsen die beiden Chöre über ihre eigenen Repertoires hinaus: Die Frauen gestalteten das «Magi viderunt stellam» aus dem 17. Jahrhundert mit, und die Männer verliehen John Rutters bekanntem «Christmas Lullaby» von 1945 den vollen Glanz. Bei diesem Programm, dieser Virtuosität waren denn die stehenden Ovationen am Schluss schon fast selbstverständlich.

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.