ENGELBERG: Verunfallter dreht den Spiess um

Ein Unfall auf der Titlis-Schanze beschäftigt nun das Obergericht. Der Verletzte hat das Organisationskomitee der Weltcup-Springen verklagt.

Oliver Mattmann
Drucken
Teilen
Der Unfall geschah auf der Titlisschanze in Engelberg. (Bild: Keystone / Sigi Tischler (Archiv))

Der Unfall geschah auf der Titlisschanze in Engelberg. (Bild: Keystone / Sigi Tischler (Archiv))

Ein Zentralschweizer hat sich im Dezember 2012 mit drei Kollegen einen Spass daraus gemacht, nachts zuoberst auf die beleuchtete Titlis-Schanze in Engelberg zu steigen. Dabei glitt er auf der eisigen Anlaufspur aus und zog sich beim Aufprall gegen einen Balken schwere Verletzungen zu. Inzwischen hat der Fall eine überraschende Wende genommen.

Der Verunfallte hat Strafklage wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung eingereicht. Diese richtet sich gegen die Verantwortlichen der Schanzenanlage. Jürg Boller, der für den Fall zuständige Obwaldner Staatsanwalt, bestätigt: «Der Verunfallte ist der Ansicht, dass die Betreiber der Schanze eine Mitverantwortung tragen.» Weder ein Zaun noch Warnschilder hätten ihn davon abgehalten, die Schanze zu erklimmen. Das hätte dazu geführt, dass der Unfall passieren konnte. Die Staatsanwaltschaft sieht das anders, sie hat den Fall eingestellt. Dagegen wehrt sich der Verunfallte nun aber mit einer Beschwerde beim Obergericht.