ENGELBERG: Wellenberg - Die Nagra stellt sich dem Volk

Wenig Publikum, aber klare Voten: Jene, die am Dienstag über ein mögliches Endlager am Wellenberg informierten, hatten ein schweres Los.

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Infoabend zum Endlager Wellenberg in Engelberg: Im Bild: Piet Zuidema, Mitglied der Geschäftsleitung Nagra. Aufgenommen am 25. November 2008 in der Mehrzweckhalle Mülibrunnen in Engelberg. Engelberg, Wellenberg, Atommüll, Endlager (Bild: Chris Iseli/ Neue LZ (Neue Luzerner Zeitung))

Infoabend zum Endlager Wellenberg in Engelberg: Im Bild: Piet Zuidema, Mitglied der Geschäftsleitung Nagra. Aufgenommen am 25. November 2008 in der Mehrzweckhalle Mülibrunnen in Engelberg. Engelberg, Wellenberg, Atommüll, Endlager (Bild: Chris Iseli/ Neue LZ (Neue Luzerner Zeitung))

Nur tröpfchenweise zogen die Leute gestern Abend am Eingang zur Aula des Dorfschulhauses in Engelberg an den Infotafeln und Broschüren über atomare Endlager vorbei. Schliesslich waren gegen 100 Personen gekommen, als Vertreter des Bundes und der Nagra über ein mögliches Endlager am Wellenberg informierten. Der Saal blieb halb leer.

Thomas Ernst, CEO der Nagra betonte, «wir konnten aufgrund der Vorgaben gar nicht anders, als den Wellenberg wieder vorzuschlagen.» Nebst den Kriterien Sicherheit und Technik hatte der Bundesrat auch festgelegt, kein Standort zum Vorneherein auszuschliessen – also auch den Wellenberg nicht – um ein sauberes Auswahlverfahren zu gewährleisten.

Zweimal Nein von Behörden
Anhand der Reaktionen im Publikum war schnell klar. Die Vertreter des Podiums hatten einen schweren Stand. Der Obwaldner Regierungsrat Hans Matter erwähnte eine vor Jahren gemachte bundesrätliche Aussage, dass der Wellenberg nicht mehr für ein Endlager in Betracht gezogen werde.

Dass nun eine Kehrtwende vollzogen worden sei, «verstösst gegen Treu und Glauben. So wird mit dem Vertrauen der Bevölkerung gespielt.» Der Obwaldner Regierungsrat sei sich mit dem Gemeinderat Engelberg und dem Regierungsrat Nidwalden einig: «Wir lehnen das Tiefenlager am Wellenberg ab.»

Geri Wyss

Mehr zum Thema lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.

Die Bevölkerung wehrt sich gegen den Wellenberg: