ENGELBERG: Weltmeisterlicher Empfang für Skiass Fabian Bösch

Fast ein Jahr nach Olympiasiegerin Gisin empfing das Klosterdorf gestern einen Weltmeister: Fabian Bösch (17).

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Bei seinem Empfang wurde Slopestyle-Weltmeister Fabian Bösch von den kleinsten Mitgliedern des Skiclubs Engelberg regelrecht bestürmt. (Bild: Corinne Glanzmann)

Bei seinem Empfang wurde Slopestyle-Weltmeister Fabian Bösch von den kleinsten Mitgliedern des Skiclubs Engelberg regelrecht bestürmt. (Bild: Corinne Glanzmann)

Klein und grün sind sie, die grössten Fans von Weltmeister Fabian Bösch. Gestern haben sie den 17-jährigen Ski-Slopestyle-Gewinner von Kreischberg/Murau regelrecht umzingelt. Morgens um 2 Uhr hatte Bösch erst gerade die Rückreise aus Österreich ins Klosterdorf hinter sich gebracht. Seither gings rund. «Ich hatte in den letzten Tagen fast keine Zeit für mich alleine», so Bösch zum Rummel um seine Person. Den gestrigen Empfang des erfolgreichen Freeskiers verfolgten nach einem Umzug durchs Dorf mit lautem Gloggengeläut und Geleit der Dorfvereine rund 300 Personen im Kurpark mit. Gegen die Kälte gab es Glühwein, serviert vom Skiclub. Geerdet und sympathisch gab sich dabei der erste nicht amerikanische Weltmeister der noch jungen Sportart, der jüngste Weltmeister der Schweiz in einer olympischen Disziplin.

Engelberg empfängt Weltmeister Fabian Bösch. (Bild: Corinne Glanzmann)
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Alle wollen den 17-Jährigen sehen. (Bild: Corinne Glanzmann)
Fabian Bösch geniesst es. (Bild: Corinne Glanzmann)
Er wird durch Engelberg kutschiert. (Bild: Corinne Glanzmann)
Fabian Bösch wird durch Engelberg kutschiert. (Bild: Corinne Glanzmann)
Fabian Bösch wird durch Engelberg kutschiert. (Bild: Corinne Glanzmann)
Ganz Engelberg ist auf den Füssen. (Bild: Corinne Glanzmann)
Man ist in Engelberg sichtlich stolz auf "Fäbu". (Bild: Corinne Glanzmann)
Fabian Bösch. (Bild: Corinne Glanzmann)
Engelberg empfängt Weltmeister Fabian Bösch. (Bild: Corinne Glanzmann)
Auch die Kleinen sind begeistert. (Bild: Corinne Glanzmann)
Auch die Kleinen sind begeistert. (Bild: Corinne Glanzmann)
Auch die Kleinen sind begeistert. (Bild: Corinne Glanzmann)

Engelberg empfängt Weltmeister Fabian Bösch. (Bild: Corinne Glanzmann)

«Es war ein Riesenschock»

Doch zurück zu den Kleinsten: Die Skiclubkinder reihten sich bis Bösch ihre grünen Skianzüge signierte. Etwas, das dem jungen Engelberger nicht ganz zu behagen schien: «Ich habe keine wirkliche Unterschrift», meinte der darauf Angesprochene. «Ich schreibe einfach ‹Fabian› mit Blockschrift drauf.» Umarmungen gab es aus dem Kollegenkreis: «Ich bin vor Freude aufgesprungen», erinnert sich Thomas Dojic (17), der auf einer Baustelle arbeitete, als Bösch seinen weltmeisterlichen Lauf hinlegte. Der Baggerfahrer hatte ein Mini-Computer dabei, auf dem er das Geschehen live verfolgte. «Ich habe seinen Run während der Berufsschule auf dem Laptop gesehen», gesteht auch Roman Odermatt (19), der zu den ersten Gratulanten nach der offiziellen Feier gehörte. «Der Lehrer fand das gar nicht toll.» Odermatt kennt Bösch aus der Zeit, als er noch alpinen Skisport betrieb. «Ich snowboarde, und er ist immer mehr mit uns fahren gekommen.»

An diesen Moment erinnerte gestern auch Peter Barandun, Präsidiumsmitglied von Swiss Ski. «Es war ein Riesenschock», meinte er zum Freeski-Entscheid von Bösch. «Er hatte zuvor die alpine Ski-Rennszene in seinem Jahrgang von A bis Z dominiert.» Doch zugetraut habe man ihm auch im Freestyle-Bereich einiges. «Dass nun alles so schnell geht, hätten wir aber nicht gedacht.» Und: Vor zwei Wochen habe Swiss Ski in Adelboden den Tiefpunkt gespürt, «jetzt ist schon der Höhepunkt da», freut sich Barandun und lobte auch das sportliche Engagement der Gemeinde und seiner Institutionen, wie etwa die Sportmittelschule.

«Einfach nochmals rauf»

Ein «Ahhh» ging durch die Menge, als auf Grossleinwand nochmals der erste Run von Fabian Bösch gezeigt wurde. Mitten aufs Gesicht hatte es ihn geschlagen, die Schramme war auch gestern noch gut sichtbar. Wie man sich derart schnell wieder aufrappeln könne und dann noch gewinnen, wollte Moderator Christen daraufhin wissen. «Das ist nicht so schwer, einfach nochmals rauf und dann runter fahren», meinte Bösch cool.

Diese Fähigkeit, seine «Fokussierung», lobten denn auch die politischen Gratulanten. Dazu gehörte ein überaus stolzer Talammann Martin Odermatt, konnte er doch nach Olympiasiegerin Dominique Gisin fast ein Jahr später schon wieder ein erfolgreiches Skiass empfangen. Für «Gold-Fäbu» gab es von ihm ein Riesen-Hoody (Pullover mit Kapuze). Von Regierungsrat Paul Federer gab es ein Davoser-Schlitten mit Proviant. «Mega schön», fand das der Gefeierte, «ich fühle mich ein wenig schlecht, wie viel für mich gemacht wurde.» In Windeseile organisiert hatten die Feier der Skiclub, die Sportmittelschule, die Gemeinde und der Engelberg-Titlis-Tourismus.

Christoph Riebli