ENGELBERG: Weniger Gruppenreisen aus China: Titlis Bergbahnen auf Talfahrt

Die Titlis Bergbahnen waren im vergangenen Geschäftsjahr bei Umsatz und Gewinn deutlich auf Talfahrt. Grund waren der Wegfall von Erträgen aus Wohnungsverkäufen und ein Einbruch von Gruppenreisenden aus China. Für das laufende Jahr ist das Unternehmen optimistisch.

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Die Titlis-Bahnen. (Bild: Roger Gruetter)

Die Titlis-Bahnen. (Bild: Roger Gruetter)

Der Betriebsertrag in dem im Oktober abgelaufenen Geschäftsjahr ging um 17 Prozent auf 67,6 Millionen Franken zurück. Der EBITDA sank um 35 Prozent auf 27,1 Mio. Franken. Unter dem Strich blieb ein Reingewinn von noch 12,5 Mio. Franken übrig nach einem Rekordergebnis von 30 Millionen im Vorjahr.

Die Unternehmensverantwortlichen sprechen in einer Mitteilung vom Mittwoch dennoch von einem soliden Ergebnis. Mit 1,07 Millionen Gästen auf dem Berg habe man das zweitbeste Resultat der Firmengeschichte erzielt.

Weniger Chinesen, mehr Inder

Das Management begründet die stark rückläufigen Zahlen in der Rechnung mit dem Wegfall von Erträgen aus Wohnungsverkäufen sowie mit einem Einbruch von Gruppenreisenden aus Asien, namentlich aus China. Konkret habe bei den Gruppenreisen ein Minus von 22 Prozent resultiert.

Hauptgründe für die geringere Anzahl chinesischer Gäste sei die Einführung des biometrischen Visums für die Einreise in den Schengenraum, die allgemeine Wirtschaftslage in China sowie die Angst vor Terroranschlägen in Europa gewesen, heisst es in der Mitteilung. Immerhin sei die Zahl der Gruppenreisenden aus dem indischen Markt um über 2 Prozent gestiegen.

Der Betriebsaufwand in dem Unternehmen mit bis zu 350 Mitarbeitern nahm leicht um 2,7 Prozent auf 40,5 Mio. Franken zu. Der Personalaufwand sank leicht, während der Aufwand für Unterhalt und Erneuerung stieg. Das Eigenkapital bei einer Bilanzsumme von 165 Millionen Franken erhöhte sich von 76 auf 83 Prozent.

Für die Aktionäre soll trotz Taucher im Geschäftsjahr 2015/16 eine Dividende von 7 Franken herausspringen gegenüber 8 Franken im Vorjahr. Dies schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 7. April vor.

Neues Hotel?

Um die Attraktivität bei der Beherbergung zu steigern, überlegen sich die Bahnbetreiber eines der drei Hotels zu ersetzen Das Hotel Terrace befinde sich am Ende der Lebensphase, heisst es in der Mitteilung. Ein Projekt für eine Sanierung und Weiterentwicklung mit Wohnungen soll im laufenden Geschäftsjahr auf die Machbarkeit geprüft werden.

Mit Blick auf das laufende Jahr zeigt sich das Unternehmen optimistisch. Es werde mit einem guten, leicht über dem Vorjahr liegenden Geschäftsergebnis gerechnet. Der Start in die Wintersaison sei gut gewesen. Zuversicht schöpft das Management ausserdem aus einer erfreuliche Entwicklung der Einzelreisenden sowie eine Stabilisierung bei den Gruppenreisenden, auch aus dem Markt China.

Im Mai tritt ein neuer Leiter Operation Berg in das Unternehmen ein und wird zugleich Mitglied der Geschäftsleitung. Der 44-jährige Betriebsökonom Roland Wehrli war die letzten acht Jahre in leitender Funktion in der Gastronomie tätig. Unter anderem war er für die Führung von insgesamt 23 Betrieben verantwortlich.

sda