ENGELBERG: Wie der Landbube eine Königin trifft

Der ehemalige Hotelier und Autor Alois Gut blickt auf eine märchenhafte Karriere zurück: Er wurde vom Landbuben zum Unternehmer.

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Alois Gut vor einem seiner selbst gemalten Bilder. (Bild Monika Barth/Neue OZ)

Alois Gut vor einem seiner selbst gemalten Bilder. (Bild Monika Barth/Neue OZ)

«Alls wo mir id Finger chunnt, verbricht mer i de Händ», sang Mani Matter. Genau vom Gegenteil könnte Alois «Wisi» Gut ein Lied singen. Sein Leben mutet wie ein modernes Märchen an. Was immer er in seinem Leben angepackt hat, führte dank Fleiss und einer grossen Portion Ehrgeiz zum Erfolg. Er selbst nennt sich einen Lebenskünstler. Und so heisst auch eines seiner Büchlein, die er in den letzten Jahren geschrieben hat. Nach seiner Autobiographie «Wisi vom einfachen Landbuben zum Unternehmer und Hotelier» hat er Gedichte, Lebensweisheiten und Kriminalgeschichten verfasst. «Ich habe noch viele Werke in der Schublade», verkündet er stolz.

Vater war ein «Hüzer»
Sein Leben hat in einem 400 Jahre alten Schindeldachhaus im luzernischen Altbüron begonnen. Der Alltag war von Armut geprägt. Überall musste gespart werden. Sein Vater war ein einfacher Taglöhner bei der Gemeinde. «Am Sonntag ist jeweils das halbe Dorf zu meinem Vater gekommen, um sich für 50 Rappen die Haare schneiden zu lassen», weiss Wisi zu berichten. «Mein Vater war zudem ein ?Hüzer? (Händler) und hat mit vielem gehandelt, auch mit Hunden, denn das Hundefett war damals sehr gefragt.» Wisi musste schon früh mitverdienen und bei einem benachbarten Bauern hart arbeiten. Nach der Sekundarschule wünschte sich Wisi ein Velo. Dieses musste er sich als Spulenaufstecker in der Teppichfabrik Reinhard in Melchnau schwer verdienen.

Mit 14 Jahren verliess Wisi sein Elternhaus, um im Welschland französisch zu lernen. Mit 50 Franken in der Tasche kam er in Lausanne an, wo er zuerst als Ausläufer in einer Bäckerei und später als Kochlehrling arbeitete. Wisi aber hatte andere Ziele im Kopf. Er wollte es zu mehr bringen. Dafür scheute er keine Mühe und Arbeit. Seine Vision war, einmal Hoteldirektor oder sogar Hotelbesitzer zu sein. Fleiss und «Bauernschläue», wie er selbst sagt, liessen ihn höher steigen. «Ich habe das alles dank meiner Ehrlichkeit, Wahrheit, Demut und Hilfsbereitschaft erreicht», betont er.

Monika Barth

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Obwaldner Zeitung.